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Börsentelegramm

Korrektur am Getreidemarkt geht weiter

von , am
04.09.2015

Auch gestern gab es an den Börsen in Paris und in Chicago keinen Halt für die Weizenpreise.

© Mühlhausen/landpixel
 
Auch gestern gab es an den Börsen in Paris und in Chicago keinen Halt für die Weizenpreise. Insbesondere die Amerikaner sahen weiter deutlichen Korrekturbedarf und gaben den Bären in Paris Unterstützung. Auch die Kollegen litten unter eine Reihe bärischer Nachrichten. Lediglich der Raps konnte zur Abwechslung etwas Boden gutmachen. Heute Morgen zeigt nur der Sojakomplex im elektronischen Handel am CBoT leichtes Aufwärtspotential.
 
Der Weizenmarkt ist reichlich versorgt
Der Weizen leidet unter dem großen globalen Angebot, und entsprechender Exportpreise. Die Franzosen boten ihren Weizen den Ägyptern für 174,74 US $ / t an, was deutlich unter den Verkaufspreisen eine Woche zuvor lag, aber immer noch nicht reichte um zum Zuge kommen. Das Ägyptische Getreideamt Gasc kaufte in Russland den zwar leicht teureren Weizen, aber aufgrund der geringeren Transportkosten hatten die Russen die Nase vorn. Dazu passten dann auch die Exportanmeldungen der letzten Woche. Die EU gab diese mit lediglich 190.000 t bekannt, so das die Summe für dieses Wirtschaftsjahr jetzt bei 3,3 Mio. t steht. Im Vorjahr waren wir zur gleichen Zeit um 460.000 t weiter. Der Dezemberkontrakt an der Matif fiel um 1,5 % oder 2,5 Euro auf 166,50 Euro / t.
 
Der am nächsten Donnerstag auslaufende Septemberkontrakt verlor aus technischen Gründen 6,25 Euro oder 4,1 % und settelte bei 146,25 Euro /t. Weitere bärische Nachrichten kamen aus Kanada, wo die Statistiker die Weizenbestände auf 7,11 Mio. t setzten, was 2,3 Mio.t über den jüngsten USDA Zahlen lag. Die Litauer gaben bekannt, das mit 5,9 Mio. t eine um 11 % über dem Vorjahr liegende Rekordernte eingefahren wurde. In Chicago waren die Ursachen für den Preisdruck die gleichen. Auch hier enttäuschten die mit 277.500 t am unteren Ende der Erwartungen liegenden Exportdaten. Der Dezemberkontrakt verliert 13,75 US Cent, oder fast 3 % und settelt bei 4,6525 US $ / bu.
 
Maiserträge höher geschätzt
Auch der US Mais litt unter schwachen Exportdaten. Die gemeldeten 441.000 t enttäuschten die Anleger, deren Erwartungen zwischen 500.000 t und 700.000 t gelegen hatte. Eine neue Ertragsschätzung von Informa tat ein Übriges. Die Ertragsprognose für die kommende US Ernte wurde von 165,4 bu / Acres auf 168,8 bu / Acres angehoben. Der Dezembermais fällt am CBoT um 6 US Cent oder 1,6 % auf 3,6150 US $ / bu. In Paris geht man den gleichen Weg. Der Novemberkontrakt settelt um 1 Euro oder 0,6 % niedriger bei 162,25 Euro / t.
 
Soja kann sich trotz hoher Exporte nicht halten
 Bei der Bohne wurden die Händler von hohen Exportdaten überrascht. Die Erwartungen wurden mit gut 1,5 Mio. t deutlich übertroffen, konnten aber nicht für eine positive Stimmung sorgen, denn die Statistiker von Informa setzten die Ertragserwartung an die neue Ernte von 45,4 bu / Acres auf 47,0 bu / Acres herauf. Die Novemberbohne verliert 4,5 US Cent oder 0,5 % und settelt bei 8,6950 US $ / bu. Sojaschrot gibt ebenfalls weiter nach, während das Sojaöl mit einer Nullnummer aus dem Handel geht.
 
Raps legt zu
Der Raps konnte gestern einen kleinen Kontrapunkt setzten. Der Novemberkurs an der Pariser Matif stieg um 1,75 Euro oder 0,5 % auf 359,25 Euro/ t. Dieses dürfte in erster Linie einer Gegenreaktion auf die Vortagesverluste und der Preisbefestigung am Rohölmarkt geschuldet sein. Palmöl in Malaysia macht einen kleinen Preissprung von 2 %, was den Novemberkontrakt bei 2032 MYR / t setteln lässt. Canola in Winnipeg leidet unter der Bekanntgabe der aktuellen kanadischen Bestandszahlen von Statistic Canada. Danach liegen anstatt der erwarteten 1-1,7 Mio. t noch 2,3 Mio. t im Lager. Der Novemberkontrakt in Winnipeg verliert 1,8 % und geht mit 457,40 Ca $ / t aus dem Handel.
 
Dieter Jendrziak
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