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Börsentelegramm

Kräftige Preiskorrektur bei Getreide und Ölsaaten

von , am
03.03.2015

Der Monat März beginnt an den Terminmärkten mit einer kräftigen Preiskorrektur bei Getreide und Ölsaaten.

© imageteam/fotolia.de
 
Der Monat März beginnt an den Terminmärkten mit einer kräftigen Preiskorrektur bei Getreide und Ölsaaten. In den USA geben die Preise für den Weizen in Kansas (HRW) und Chicago (SRW) sehr deutlich nach und auch Sojabohnen und Mais müssen empfindliche Preisabschläge verkraften. In Europa standen sowohl die Rapspreise als der Weizen unter Druck und auch der Mais gab deutlich nach. Auslöser für den Preisrückgang beim US-Weizen waren zum einen Berichte von Wetterdiensten dass der Kälteeinbruch im Nordosten (SRW) und im Süden (HRW) doch nicht so stark war wie zunächst befürchtet. Zudem hat es in im Süden (HRW) in einigen Regionen erneut etwas Niederschlag gegeben und die Wachstumskonditionen haben sich verbessert. Druck auf den Ölsaatenmarkt kam vom absehbaren Ende des Streiks der LKW-Fahrer in Brasilien, wo die Polizei die Straßensperren abbauen lässt und der Transport zu den Exporthäfen wieder Fahrt aufnimmt. Allerdings ist ein erheblicher Rückstau der Lieferungen bei den Farmern entstanden und dieser Druck dürfte sich den Häfen fortsetzen.
 
Ägypten kauft weiter Weizen in Russland
Vom Weizenmarkt melden Händler Anfang März den Einkauf von 110.000 t Weizen durch Ägypten in Russland und der Ukraine. Davon wurden 85.000 t zum Preis von etwa 258 USD/t (free on Truck) in Russland und 25.000 t Weizen zu 25 USD/t in der Ukraine gekauft. Geliefert wird von 15ten bis 31ten März. Russlands Weizenexporte lagen im Februar nur noch bei 322.000 t und waren damit 57 % niedriger als im Februar 2014. Allerdings galten ab Februar Exportzölle und die Gesamtausfuhren Russlands sind mit 18,79 Mio. t in diesem Wirtschaftsjahr 30 % höher als ein Jahr zuvor. Die Ukraine hat in diesem Wirtschaftsjahr bereits 9,24 Mio. t Weizen exportiert und damit 20 % mehr im letzten Jahr. Aus Frankreich meldet France Agrimer diese Woche, dass sich der Winterweizen zu 90 % in guter oder sehr guter Verfassung befindet im Vergleich zu 73 % im letzten Jahr zu diesem Termin.
 
USA: Weizen fällt, Soja und Mais geben nach
Am Montag (03.02) sind die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 1,8 % auf 508,0 Ct je Buschel (166,8 Euro/t) gefallen und für Hard-Red-Winter-Weizen (Kansas) hat sogar 2,5 % auf 521,0 US/t (171,1 Euro) verloren. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im elektronischen Handel erneut leicht im Plus bei 508,4 Ct je Buschel (167 Euro). Gleichzeitig ist der Mais in den USA für den Märztermin am Montag um 1,5 % auf 378,6 Ct je Buschel (133,2 Euro/t) zurückgegangen. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen 0,6 % im Plus bei 381,0 Ct je Buschel (134,1 Euro). Die Sojabohne hat am Montag um 1,9 % auf 1011,2 je Buschel (332 Euro/t) nachgegeben. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise unverändert bei 1011 Ct (332 Euro). Für Sojaschrot sind die Preise am Montag in Chicago um 2,7 % auf 344,3 USD/st (339,2 Euro/t)nach unten gerauscht und bewegten sich am Dienstag Vormittag 0,3 % im Plus. Für Sojaöl haben die Preise am Montag um 0,5 % auf 32,65 Ct/lb (643 Euro/t) nachgegeben und liegen am Dienstag Vormittag erneut 0,3 % im Minus.
 
Auf und Ab der Ölpreise, Euro schwach
Der Rohölpreis (WTI) hat am Montag (02.03) nur leicht nachgegeben und liegt am Dienstag Vormittag deutlich im Plus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Märztermin am Montag um 0,3 % auf 49,59 USD je Barrel nach. Im elektronischen Handel liegen die Preise am heutigen Dienstag Vormittag (MEZ) 1,1 % im Plus bei 50,11 USD je Barrel. Gleichzeitig fiel der Preis für das Nordseeöl Brent am Montag um 4,9 % auf 59,54 USD je Barrel. Im elektronischen Handel am Dienstag liegen die Brent-Preise 1,5 % im Plus bei 60,44 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA am Montag um 1,3 % nachgegeben. Am Dienstag Vormittag liegen die Gaspreise im elektronischen Handel erneut 1,5 % im Minus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Montag am US-Terminmarkt um 0,2 % gestiegen und bewegen sich am Dienstag Vormittag seitwärts. Der Euro hat am Montag gegenüber dem Dollar leicht nachgegeben und notierte bei 1,1188 USD und liegt am Dienstag Vormittag bei 1,1174 USD je Euro und damit 0,1 % im Minus.
 
Weizenpreise erneut unter Druck
Die Weizenpreise haben am europäischen Terminmarkt am Montag (02.03) unter dem Druck der nachgebenden US-Weizenpreise ihre Gewinne vom Freitag wieder abgegeben. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 184,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (187,50 Euro) haben die Preise damit 1,5 % oder 2,75 Euro verloren. Der Maikontrakt notierte bei 185,50 Euro und damit 2,25 Euro niedriger als am Vortag (187,75 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 184,0 Euro und damit 1,75 Euro weniger als am Vortag (185,75 Euro). Damit sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 0,75 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (193,75 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 9,0 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Weizenpreise im März und im April (wegen des starken Exports) bis auf 209 Euro gestiegen. Am Dienstag Vormittag startet der Weizen (März) am europäischen Terminmarkt zunächst mit einem leichten Minus von 0,25 Euro bei 184,50 Euro.
 
Maispreise geben wieder nach
Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Montag (02.03) zurückgegangen. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 148,25 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,85 % niedriger als am Vortag (149,50 Euro) und wieder deutlich unter der Marke von 150 Euro. Der Junitermin notierte bei 156,0 Euro und damit 1,75 Euro niedriger als am Vortag (157,75 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 161,0 Euro und damit 2,0 Euro niedriger als am Vortag (163,0 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 167,25 Euro und damit 1,50 Euro weniger als am Vortag (168,75 Euro) sowie 18,25 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (188,25 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 40,0 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Maispreise im März und im April bis etwa 195 Euro gestiegen. Am Dienstag Vormittag startet der Mais (März) am europäischen Terminmarkt zunächst mit einem leichten Minus von 0,25 Euro bei 148,0 Euro
 
Soja setzt auch Rapspreise unter Druck
Die Rapsreise mussten am europäischen Terminmarkt im Sog der nachgebenden Sojapreise am Montag (02.03) einen erheblichen Teil ihrer Vortagsgewinne wieder abgeben. Der Maitermin beendete den Handel bei 365,25 Euro/t und damit 3,0 Euro bzw. 0,8 % % niedriger als am Vortag (368,25 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 358,50 Euro und damit 3,00 Euro weniger als am Vortag (361,50 Euro) und außerdem wieder weniger als 360 Euro. Der Novemberkontrakt wurde mit einem Abschlag von 3,0 Euro bei 360,50 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 6,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (372,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 7,25 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Rapspreise im März und im April über 370 Euro gestiegen. Am Dienstag Vormittag beginnt der Raps (Mai) den Handel am europäischen Terminmarkt mit einem Minus von 1,25 Bei 364,0 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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