Login
Börsentelegramm

Weitere kräftige Verluste für den US-Weizen

von , am
14.04.2015

Kräftiger Regen in den Trockengebieten der südlichen Plains der USA schickten den US-Weizen gestern auf Talfahrt.

© shutterstock/wongwean
Der Wertverlust des Weizens an der Chicagoer Börse beläuft sich bis zum Ende des Tages auf fast 5 Prozent. In Paris konnte man sich den negativen Vorgaben natürlich nicht entziehen, aber die Verluste blieben mit 1,3 Prozent überschaubarer. Auch der US-Mais kam mit dem Weizen unter Druck, während die Sojabohne sich einigermaßen erfolgreich wehren konnte. Raps setzt erneut einen Kontrapunkt und insbesondere der Frontmonat kann anständige Gewinne verzeichnen. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse in Chicago durchweg eine positive Gegenreaktion an.
 
US-Weizen im freien Fall
 
In weiten Gebieten der Winterweizenregion im Süden der USA waren über das Wochenende Stürme mit teils ergiebigen Regen gezogen und hatten die Erwartungen übertroffen. So sahen sich die Händler genötigt, die Risikoprämie in den Weizenfutures zu reduzieren. Auch sind für diese Woche weiter Niederschläge vorhergesagt, sodass die gestressten Pflanzen sich erholen können. Ob der Regen allerdings rechtzeitig genug kam und ausreichet, um das Ertragspotenzial auszuschöpfen, ist zumindest fraglich und muss abgewartet werden - noch sind nicht alle Regionen versorgt. In Chicago verlor der Maikontrakt 4,6 Prozent oder 24,25 US-Ct auf 5,0225 USD/bu.
Den folgenden Kontrakten ging es ähnlich. Der in Kansas gehandelte "Hard Red Winter" musste gestern sogar 5,3 Prozent auf 5,30 USD/bu abgeben. In Paris war der Druck schnell zu spüren. Aber ein schwächerer Euro gab einige Unterstützung und so fielen die Verluste mit einem Minus von 1,3 Prozent oder 2,50 Euro auf 187,25 Euro/t für den Frontmonat noch relativ glimpflich aus. Der Septemberkontrakt gibt 2,75 Euro auf 189 Euro nach. Die weiteren Kontrakte können sich über der 190er-Marke halten.
 
Mais schließt sich an
 
Der US-Mais kann sich dem Druck auf seinen Kollegen nicht entziehen. Zusätzlich belastet ein festerer Dollar und ein fallender Ethanolpreis, der auf die Margen der Verarbeiter drückt. Da halfen die am oberen Ende der Erwartungen laufenden Exporte wenig. Die Maisaussaat kommt derzeit zwar nur langsam voran, liegt derzeit mit 4  Prozent aber noch im Rahmen des langjährigen Durchschnitts. Der Maikontrakt an der Börse in Chicago verliert 1,7 Prozent auf 3,7050 USD/bu. In Paris lässt man sich nicht beunruhigen. Hier geht der Frontmonat ohne Veränderung mit 164,25 Euro/t aus dem Handel.
 
Soja mit leichten Verlusten
 
Auch die Bohne leidet unter dem negativen Umfeld, kann sich aber halten und settelt am Ende Tages mit einem kleinen Verlust von 0,3 Prozent bei 9,4875 USD/bu. Die seit Anfang April andauernde Talfahrt der Bohne, mit einem frischen Sechs-Monats-Tief, sehen einige Händler als übertrieben an und erwarten eine baldige Gegenreaktion. Letztendlich sehen sie trotz der großen Konkurrenz aus Südamerika immer wieder auch zufriedenstellende Exporte. Die Hoffnungen auf zusätzliche Importe der Chinesen sind zuletzt wieder gestiegen, nachdem sie im März immerhin 4,4 Mio. t importierten. Eine kleine Unterstützung gab es zur Abwechslung vom Palmölmarkt in Kuala Lumpur. Hier konnten die Kurse erstmals nach einer Woche mit kräftigen Verlusten wieder leicht zulegen. Das Sojaschrot zeigt sich solidarisch mit der Bohne und settelt mit leichten Verlusten von 40 US-Ct bei 308,80 USD/t.
 
Raps im Aufwärtstrend
 
Seit Ostern kennt der Raps nur eine Richtung. Gegen den allgemeinen Negativtrend konnte er in einer Woche über 10 Euro zulegen. Auch gestern sorgte wohl in erster Linie die knappe Versorgung mit physischer Ware und der wieder schwächere Euro für einen weiteren Anstieg. Der Frontmonat Mai schaffte es 4,75 Euro oder 1,3 Prozent auf 374,50 Euro/t draufzulegen. Die neue Ernte wird angesteckt und legt immerhin noch 2,25 Euro auf 164,25 Euro/t zu. Canola in Winnipeg schloss auf dem Frontmonat nahezu unverändert, während die späteren Terminen bis zu 0,7 Prozent zulegen konnten.
Auch interessant