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Börsentelegramm

Kräftiger Preisanstieg bei Weizen, Soja und Raps

von , am
14.10.2015

Am Dienstag haben die Weizenpreise in den USA einen großen Sprung nach oben gemacht. In Europa sind die Weizenpreise hingegen nur moderat gestiegen.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Am Dienstag haben die Weizenpreise in den USA einen großen Sprung nach oben gemacht. In Europa sind die Weizenpreise hingegen nur moderat gestiegen. Dennoch beendete der vordere Weizen in Europa den Handel bei 180-Euro und damit auf denm höchsten Stand seit August. In den USA sprang der vordere Chicago-Weizen (SRW) um 2,4 % auf 519 Cent je Buschel (167,4 Euro/t) nach oben und der proteinreiche Kansas-Weizen (HRW) stieg um 2,7 % auf 511 Cent je Buschel (164,8 Euro).
 
Sehr kräftig um rund 3 % auf 914 Cent je Buschel (294,8 Euro) gestiegen sind am Dienstag die Preise für Sojabohnen. Das ist der höchste Stand seit 2 Monaten. Von dieser Rallye konnten auch die Rapspreise profitieren und übersprangen die Marke von 380 Euro. Gestiegen sind am Dienstag auch die Maispreise in den USA. In Europa gaben die Terminmarktpreise für Mais hingegen nach. Der vordere Mais beendete den Handel in in Europa bei knapp 165 Euro. In den USA stieg der vordere Maiskontrakt auf 384,4 Cent je Buschel (132,8 Euro).
 
Mittwoch: Weizen, Mais und Soja beginnen schwächer
Am heutigen Mittwoch beginnt der Chicago-Weizen den vorbörslichen Handel etwas schwächer. Das könnte auch die Weizenpreise in Europa drücken. Allerdings besteht von der gestrigen späten US-Rallye in Europa noch etwas Nachholbedarf. Die Preise für US-Mais bewegen sich am Mittwoch Vormittag zum Handelsbeginn ebenfalls nach unten und könnten damit auch auf die Maispreise in Europa drücken. Die Sojabohne beginnt den Handel am Mittwoch ebenfalls mit etwas schwächern Preisen. Dies dürfte zum Handelsbeginn das Aufwärtspotential der Rapspreise in Europa begrenzen, auch wenn (wie bei Weizen) noch etwas Nachholbedarf wegen der gestrigen Sojarallye besteht .
 
Der Euro blieb am Dienstag gegenüber den USD fast unverändert bei 1,1395 USD. Das Rohöl WTI gab am Dienstag weiter um 0,9 % auf 46,66 USD je Barrel nach.
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Exportnachfrage sorgt für steigede Weizenpreise
Der Hauptgrund der steigenden US-Weizenpreise war nach Einschätzung der Analysten dynamische Weizen-Nachfrage am Weltmarkt und der anhaltende Anstieg der Exportpreise für Weizen. Fast allen großen Importeure wie etwa Ägypten, der Iran, Algerien und andere nordafrikanischen Länder haben zuletzt größere Mengen Weizen eingekauft. Das zeigte auch die letzte Aktion des größten Weizenimporteurs Ägypten bei der Russland seine Weizen zu fob-Preisen von 199 USD/t verkaufte und damit etwa 10 Euro höher als Anfang Oktober.
 
Seit Mitte September (Russischer Weizen für 183 USD fob,) sind die Exportpreise sogar um 16 USD/t bzw. knapp 9 % gestiegen. Aus Europa meldete man gleichzeitig allerdings eine noch größere Weizenernte aus Frankreich (41 Mio. t) und eine fast 1 Mio. t über den bisherigen Schätzungen (15,2 Mio. t) liegende Weizenernte aus dem Vereinigten Königreich von 16,1 Mio. t und damit ein noch größeres Angebot.
 
Chinas Sojaimporte lassen Preise steigen
Die Rallye bei Sojabohnen wurde vor allem durch die sehr hohen chinesischen Sojaimporte im Monat September ausgelöst, die mit 7,26 Mio. t rund 44 % höher waren im September 2014. Hinzu kamen sehr starke wöchentliche Exportzahlen von Soja aus den USA von 1,8 Mio. t und eine anhaltend robuste chinesische Nachfrage. Ein stärkerer Preisanstieg dürfte bei Soja jedoch durch das sehr große und im Vergleich weietrhin sehr preiswerte (weitere Abwertung des brasilianischen Reals) Angebot aus Südamerika verhindert werden. Zudem zeichnet sich auch für die laufende Aussaat zur Ernte 2016 in Brasilien und Argentinien weitere Anbauausweitungen (und damit sehr große Ernten) bei Sojabohnen ab.
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EU: Weizen jetzt über 180 Euro
Der vordere Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Dienstag mit 180,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (179,75 Euro) haben die Dezemberpreise (trotz der Rallye in den USA) damit jedoch nur 0,25 Euro zugelegt. Dennoch ist das der höchste Stand seit Mitte August. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen wurde am Dienstag mit 187,25 Euro/t gehandelt. Gegenüber dem Vortag (186,75 Euro) haben die Märzpreise damit um 0,50 Euro zugelegt. Das Preisniveau der Vorwoche (179,25 Euro) wurde vom Dezemberweizen um 0,75 Euro übertroffen. Das Kursniveau vom vorigen Jahr (158,75 Euro) übertrafen die Weizenpreise für den Dezembertermin hingegen um 21,25 Euro bzw. 13,4 %.
 
EU: Mais in Europa schwächer
Die Preise für Körneramis haben am europäischen Terminmarkt am Dienstag nachgegeben. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 164,50 Euro/t und damit 1,25 niedriger als am Vortag (165,75 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 173,25 Euro und damit 1,0 Euro niedriger als am Vortag (174,25 Euro). Das Preisniveau der Vorwoche (166,0 Euro) wurde vom November-Mais um 1,50 Euro verfehlt. Die Maispreise vom Vorjahr (141,75 Euro) wurden am europäischen Terminmarkt deutlich um 22,75 Euro bzw. 16 % übertroffen.
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EU: Raps steigt über 380 Euro
Die Rapspreise haben am Dienstag am europäischen Terminmarkt weiter zugelegt. Der Novemberkontrakt wurde mit 380,75 Euro gehandelt und damit zu 1,75 Euro höheren Preisen als am Vortag (379,0 Euro) und auf dem höchsten Stand seit Anfang August. Der Februarkontrakt notierte bei 379,50 Euro und damit 2,0 Euro höher als am Vortag (377,50). Das Preisniveau der Vorwoche (375,75 Euro) wurde vom November-Raps um 5,0 Euro übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr (322,75 Euro) sind die aktuellen Rapspreise (November) am europäischen Terminmarkt 58,0 Euro bzw. 18,0 % höher.
 
USA: Weizenpreise legen kräftig zu
Am Dienstag (13.10) sind die Weizenpreise am US-Terminmarkt in Chicago kräftig gestiegen. Der Dezember-Termin beendete den Handel 2,4 % höher bei 519 Cent je Buschel (167,4 Euro/t). Der März-Kontrakt für den Chicago-Weizen notierte 2,4 % höher bei 527 Cent je Buschel (169,9 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (526,25 Cent je Buschel) verfehlt der Dezember-Weizen um 2,4 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (511 Cent je Buschel) übertreffen die Weizenpreise (Dezember) in Chicago hingegen um etwa 1,6 %.
 
USA: Maispreise erholen sich wieder
Die Preise für Körnermais sind am Dienstag am Terminmarkt in Chicago ebenfalls gestiegen. Der Dezemberkontrakt (neue Ernte) notierte 1,0 % höher bei 384,4 Cent je Buschel (132,8Euro/t). Der nachfolgende März-Kontrakt beendete den Handel ebenfalls 1,0 % höher bei 395,4 Cent je Buschel (136,8 Euro/t). Gleichzeitig wird der Dezember-Mais 3,5 % niedriger als vor einer Woche (398,2 Cent) gehandelt. Das Preisniveau vom Vorjahr (354 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt vom aktuellen Dezemberkontrakt um 8,5 % übertroffen.
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USA: Sojapreise machen Sprung nach oben
Die Preise für Sojabohnen sind Dienstag am Terminmarkt in Chicago kräftig auf den höchsten Stand seit Mitte August gestiegen. Der vordere Novemberkontrakt (neue Ernte) notierte 3,0 % höher bei 914 Cent je Buschel (294,8 Euro/t). Der nachfolgende Januar-Kontrakt beendete den Handel 2,9 % höher bei 918,2 Cent je Buschel (296,2 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (888 Cent je Buschel) wurde vom November-Kontrakt um 2,9 % übertroffen. Das Preisniveau vom vorigen Jahr (918 Cent) wurde am US-Terminmarkt durch den Novemberkontrakt hingegen um 3,2 % verfehlt.
 
Dr. Olaf Zinke
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