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Börsentelegramm

Kräftiger Preissprung vor USDA-Report

von , am
11.08.2015

Kurz vor dem neuen USDA-Report machen die Getreide- und Ölsaatenpreise an den Terminmärkten einen kräftigen Sprung nach oben.

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© Torbz/fotolia.de
 
Kurz vor dem neuen USDA-Report machen die Getreide- und Ölsaatenpreise an den Terminmärkten einen kräftigen Sprung nach oben. Auslöser sind die von den Analysten erwarteten Produktionskorrekturen an der neuen Mais- und Sojaernte in den USA. In einer Konsensschätzung gehen die Analysten vor dem Report von einer Rücknahme der Produktionserwartung bei Mais und Soja durch das USDA aus. Bei Mais erwarteten die Analysten aufgrund niedriger Erträge eine Rücknahme der US-Ernte um 1,6 % bzw. rund 5 Mio. t. Bei Sojabohnen geht man sogar von einer noch etwas stärkeren Abwärtskorrektur der Ernte um 4,3 % bzw. 4,5 Mio. t aus.
 
Die Analysten-Schätzungen zur aktuellen US-Weizenernte liegen allerdings etwas über den Ernteprognosen von August. Dennoch ziehen auch die Weizenpreise (mit dem Mais und den verbesserten Exportaussichten) im Vorfeld des neuen USA-Reports deutlich nach oben. Sollten sich die erwarteten Änderungen im USDA-Report nicht bestätigen könnte es am Mittwoch zu kräftigen Preiskorrekturen kommen. Bei den globalen Endbeständen für das Wirtschaftsjahr 2015/16 erwarteten die Analysten im Vorfeld des Reports eine Korrektur bei Mais und Soja nach unten und auch bei Weizen rechnet man für das neue Wirtschaftsjahr mit kleineren globalen Endbestände als noch vor vier Wochen.
 
Frankreich mit Rekordernte bei Weizen, Einbruch bei Mais
Das französische Landwirtschaftsministerium Agreste hat allerdings das Rekordergebnis von 39,26 Mio. t bei der Anfang August fast vollständig eingebrachten Weichweizenernte bestätigt. Im Juli war man noch von 37,9 Mio. t ausgegangen und im letzten Jahr (2014) hatten die Franzosen immerhin 37,5 Mio. t Weichweizen geerntet. Die französische Rapsernte 2015 wird mit 5,03 Mio. t angegeben und damit ähnlich hoch wie im Juli mit 5,07 Mio. t, nach eine Ernte von 5,5 Mio. t im vorigen Jahr. Die Erntemenge bei Wintergerste gibt Agreste mit 9,4 Mio. t nachdem man im Juli 8,95 Mio. t erwartet hatte und im letzten Jahr 8,55 Mio. t. Bei Sommergerste liegt die Produktion etwa wie zuvor erwartet bei 2,8 Mio. t, nach 3,2 Mio. t im Jahr 2014. Von einem Einbruch der Produktion geht Agreste bei der französischen Maisernte aus. Hier liegt die aktuelle Produktionsschätzung bei 13,5 Mio. t nach einer Ernte von 18,7 Mio. t im vorigen Jahr. Das wäre die kleinste Maisernte seit 2006.
 
USA: Weizenpreise steigen kräftig
Am Montag (10.08) hatten die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago und in Kansas kräftig zugelegt. Der Septemberkontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) ging mit einem Aufschlag von 2,9 % bei 525,4 Cent je Buschel (175,15 Euro/t) aus dem Handel. Der Dezember-Termin notierte 2,7 % höher bei 529,4 Cent je Buschel (176,5 Euro/t). Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Weizen von Anfang Juli (616 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Preise rund 15 % niedriger. Seit Anfang August (493 Cent) sind die Weizenpreise in Chicago wieder um gut 6,5 % gestiegen. Das Preisniveau vom Vorjahr (612 Cent) wird am US-Terminmarkt jedoch immer noch um 14 % verfehlt.
 
Am Dienstag Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise (Septemberkontrakt) in Chicago den vorbörslichen Handel nach der Rallye vom Vortag mit einem leichten Minus von 0,4 % bei 523,2 Cent je Buschel (174,4 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten Weizen der Sorte Hard Red Winter (September-Kontrakt) geben die Preise am Dienstag Vormittag um 0,6 % auf 501,4 Cent je Buschel (167,1 Euro) nach.
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USA: Mais steigen fast um 5 Prozent
Am Montag (10.08) sind die Maispreise für den Septembertermin in den USA um 4,7 % auf 390,2 Cent je Buschel (139,4 Euro/t) gestiegen. Die neue Ernte (Dezember) notierte 4,5 % höher bei 401 Cent je Buschel (143,2 Euro/t). Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Mais von Anfang Juli (441 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Preise noch rund 12 % niedriger. Seit Anfang August (366 Cent) sind die Maispreise jedoch wieder um rund 6,6 % gestiegen. Das Preisniveau vom Vorjahr (402 Cent) wird am US-Terminmarkt nur noch um 3 % verfehlt. Am Dienstag Vormittag (MEZ) beginnen die Maispreise in Chicago den vorbörslichen Handel nach der Rallye vom Vortag 1,1 % im Minus bei 385,6 Cent je Buschel (137,7 Euro).
 
Sojabohne überspringt 1000 Cent-Marke
Am Montag (10.08) ist die Sojabohne (September) am Terminmarkt in Chicago um 3,4 % auf 1008 Cent je Buschel (336 Euro/t) gestiegen und hat dabei erneut die 1000 Cent Marke nach oben überwunden. Die neue Ernte (November) notierte am Montag 3,2 % höher bei 994,4 Cent je Buschel (331 Euro/t). Im Vergleich zur letzten Preisspitze bei Sojabohnen von Anfang Juli (1033 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Preise nur noch rund 2,5 % niedriger. Seit Anfang August (949 Cent) sind die Sojapreise wieder um rund 6,2 % gestiegen. Das Preisniveau vom Vorjahr (1070 Cent) wird am US-Terminmarkt nur noch um 6 % verfehlt. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die vorderen Sojapreise (September) nach der Rallye vom Vortag 0,8 % im Minus bei 1000,2 Cent je Buschel (333,5 Euro).
 
Europäische Weizenpreise folgen US-Kursen
Am Montag (10.08) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt im Sog der steigenden US-Preise ebenfalls gestiegen. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel bei 183,0 Euro/t und damit 3,25 Euro bzw. 1,8 % höher als am Vortag (179,75 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Montag mit 190,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (186,75 Euro) sind die Preise damit um 1,7 % oder 3,25 Euro gestiegen. Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Weizen von Anfang Juli (205 Euro) sind die derzeitigen Preise jedoch noch rund 22 Euro oder 11 % niedriger. Seit Anfang August (178 Euro) sind die Weizenpreise jedoch um gut 5 Euro bzw. knapp 3 % gestiegen. Das Preisniveau vom Vorjahr (185,5 Euro) wird am europäischen Terminmarkt nur noch um 2,50 Euro verfehlt.
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Anstieg der Maispreise geht weiter
Am Montag (10.08) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls kräftig gestiegen. Der Novemberkontrakt beendete den Handel mit 188,25 Euro/t und damit 4,75 Euro bzw. 2,6 % höher als am Vortag (183,50 Euro). Der Januarkontrakt kostete am Montag 190,25 Euro und damit 4,50 Euro bzw. 2,4 % mehr als am Vortag (185,75 Euro). Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Mais von Anfang Juli (196 Euro) sind die derzeitigen Preise jedoch noch rund 7,75 Euro 4,0 % niedriger. Seit Anfang August (173 Euro) die Maispreise allerdings wieder um 15,25 Euro bzw. 8,6 % gestiegen. Das Preisniveau vom Vorjahr (167,50 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit um 20,75 Euro bzw. 12,4 % übertroffen.
 
Rapspreise fast wieder bei 390 Euro
Auch die Rapspreise sind am Montag am europäischen Terminmarkt weiter gestiegen. Der Novemberkontrakt wurde mit 386,75 Euro gehandelt und damit zu 2,75 Euro höheren Preisen als am Vortag (384,0 Euro). Der Februarkontrakt wurde am Montag mit 386,50 Euro gehandelt und damit 2,75 Euro höher als am Vortag (383,75). Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Raps von Anfang Juli (402,5 Euro) sind die derzeitigen Rapspreise rund 15,75 Euro bzw. 4,0 % niedriger. Seit Anfang August (376,50 Euro) die Rapspreise allerdings wieder um 10,25 Euro gestiegen. Das Preisniveau vom Vorjahr (331 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit um 55,75 Euro bzw. 16,8 % übertroffen.
 
Dr. Olaf Zinke
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