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Börsentelegramm

Lustloser EU-Weizenexport

Weizen Börse
© landpixel
von , am
23.10.2017

Eine weitere Woche lustloser Seitwärtsbewegung liegt am Weizenmarkt hinter uns. Die EU-Exporte kommen weiter nicht in Schwung.

Schwarzmeerweizen sichert sich auch den jüngsten Exporttender nach Ägypten. Per 18. Oktober lagen die EU-Exporte mit 5,67 Mio. t um 30 % hinter der Vorjahresmenge zurück. Besonders im Oktober sind die Exporte förmlich eingebrochen.

Die Futtermischer stützen momentan durch rege Nachfrage innerhalb der EU die Kursgefüge an der Matif. Die USA sind auf der Suche nach neuen Exportdestinationen - besonders im asiatischen Raum. Die Matif hält sich knapp über der 160 €-Marke. Um festere Niveaus rechtfertigen zu können, bräuchte es anhaltende, stärkere Exportnachfrage.

US-Maisernte kommt nur zögernd voran

Diametral zeigen sich momentan die Maisnotierungen dies- und jenseits des Atlantiks. An der Matif setzten neuerlich riesige Importankünfte in die EU die Kursgefüge unter Druck. Mit dem starken Euro im Hintergrund sind die Importeure gerne am Markt - auch die wöchentlichen Ankünfte sind besonders rege. Die Notierungen fielen auf ein 18-Monatstief.

In den USA ist man hingegen sehr erfolgreich im Exportabsatz. Außerdem bremsen widrige Wetterkapriolen immer wieder den Erntefortschritt. Zum 15.Oktober waren erst 28 % des US-Maises abgeerntet (Fünfjahresschnitt: 47%). Auch wenn noch lange Zeit und die Technik enorm schlagkräftig ist, begleitet Nervosität die Marktteilnehmer. Für den Wochenbeginn stehen Regenschauer in den Wetterkarten im US-Midwest.

Noch mehr Sojabohnen erwartet

US-Sojabohnen sind zu 49 % abgeerntet (Fünfjahresschnitt: 60%). Nach dem impulsiven Schnapper nach Norden in Folge des leicht bullischen USDA-Reports Mitte Oktober nivelliert sich die Bohne wieder in Richtung des vorher anvertrauten Kursniveaus zurück (9,75 USD-Marke beim November-Kontrakt).

Die US-Ernte ist zweifelsfrei auf dem Weg, eine neue Rekordernte zu werden. Es wird trotz reger Nachfrage aber eine Frage der Zeit sein, bis die Ware auf den Markt drängt.

Auch in Brasilien setzten in wichtigen Anbaugebieten in den letzten Tagen Schauer ein - insgesamt bleibt die Niederschlagssituation aber ein Wechselbad der Gefühle. Stellenweise hält die Hitze an, was die Farmer abwartend macht. Man will die Bohnen nicht in trockene Felder legen.

Für die USA sorgten die Analysten der Agentur Informa vergangene Woche für Aufhorchen. Man erwartet im Frühjahr 2018 nochmals eine Sojaflächen-Ausweitung (+0,52 auf 36,6 Mio.ha). Zwar steht vor der Anbauplanung noch ein Winter mit absehbar harter Exportkonkurrenz aus Südamerika, eine neuerlich entspannte Sojabilanz könnte sich so abzeichnen.

Kursüberblick

Weizen und Mais gaben an der Matif vor dem Wochenende nochmals leicht nach. Die Frontmonate schlossen bei 161,25 €/t (-0,25) bzw. 145,25 €/t (-1,00).

An der CBoT zeigt sich Mais heute morgen bei knapp über 3,45 USD/bu (+0,01) mit hellgrünen Vorzeichen, die Sojabohne ebenfalls. Sie kratzt wieder an der 9,80 USD-Marke.

Weizen ist leicht positiv bei 4,27 USD/bu (+0,01).

Der Euro fällt minimal unter die 1,18-$-Linie zurück.

WTI-Rohöl notiert nach Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende heute morgen hellgrün, bei 51,95 USD/bu (+0,11). Brent liegt bei 57,79 USD (-0,15 USD).

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