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Börsentelegramm

Märkte weiter auf der Suche nach Orientierung

von , am
18.05.2015

Steigende Preise beim Weizen, nachgebende Kurse bei Sojabohnen und auch beim Raps sowie eine Seitwärtsbewegung bei den Maipreisen waren die Ergebnisse des jüngsten USDA-Reports an den Terminmärkten.

Nach dem USDA-Report starteten die euopäischen Weizenpreise mit 179 Euro je Tonne in die neue Woche. © Leonhardo Franko/fotolia

 
Steigende Preise beim Weizen, nachgebende Kurse bei Sojabohnen und auch beim Raps sowie eine Seitwärtsbewegung bei den Maispreisen waren die Ergebnisse des jüngsten USDA-Reports an den Terminmärkten. Dabei beeinflusst in Europa auch der sehr feste Euro die Getreidepreise. Zudem scheinen die Märkte in den USA bislang nicht den in Hauptsache bärischen Daten aus dem neuen USDA-Report zu folgen. Offenbar wirken insbesondere beim Weizen auch technische Faktoren einer aus fundamentaler Sicht eher nach unten gerichteten Preistendenz entgegen.
 
Außerdem reagierten die Märkte zuletzt wieder verstärket auf Wetterprognosen (El-Nino, Trockenheit in Russland) und den daraus abgeleiteten veränderten Ernteerwartungen. Hier könnten neue Daten in dieser Woche (unter anderem zur US-Aussaat bei Mais und Soja sowie zur Ernte aus Südamerika) den Preisdruck bei Mais und Sojabohnen/Raps jedoch wieder erhöhen. Auch die aktuellen europäischen Ernte-Prognosen (Strategie Grains) sind außer beim Mais alles andere als bullisch und erhöhen eher den Druck auf die Preise.
 
Am heutigen Montag Vormittag beginnt der vorbörsliche Handel in den USA erneut mit steigenden Weizenpreisen. Auch der Mais startet im vorbörslichen Handel in Chicago leicht im Plus. Außerdem legen die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot am Montag im vorbörslichen Handel leicht zu. In Europa folgen die Kurse zum Handelsbeginn im Wesentlichen den Vorgaben aus Übersee.
 
USA: Weizenpreise steigen um gut 6 Prozent
Am letzten Freitag hatten die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago nach einer ungewöhnlich heftigen Preisrally wieder etwas nach unten korrigiert. Der Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) ging mit einem Abschlag von 0,6 % bei 511,0 Ct je Buschel (163,7 Euro/t) aus dem Handel. Die neue Ernte (September) notierte 0,7 % niedriger bei 517,4 Ct je Buschel (165,8 Euro/t). Im Wochenvergleich sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago jedoch um 6,1 % gestiegen. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter gaben die Preise am Freitag um 0,3 % auf 541,6 USD je Buschel (173,6 Euro) nach. Die neue Ernte (September) notierte 0,3 % niedriger bei 551,2 Ct je Buschel (176,7 Euro/t). Im Wochenvergleich sind die Preise für den Weizen der Sorte Hard Red Winter jedoch um 6,5 % gestiegen.
Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Julikontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel erneut 0,9 % im Plus bei 515,4 Ct je Buschel (164,9 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter steigen die Preise am Montag Vormittag um 1,0 % auf 547,0 Ct je Buschel (175,3 Euro).
 
USA: Maispreise behauptet, Sojapreise rückläufig
Am Montag Vormittag (MEZ) bewegen sich die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,6 % im Plus bei 367,6 Ct je Buschel (129,9 Euro). Am vorigen Freitag (15.05) hatten die Terminmarktpreise für den Mais in den USA um 0,7 % auf 365,4 je Buschel (129,1 Euro/t) nachgegeben. Im Wochenvergleich haben die Maispreise in Chicago jedoch um 0,7 % zugelegt. Die Sojabohne (Julikontrakt) hat am vorigen Freitag (15.05) um 0,4 % auf 953,2 Ct je Buschel (305,5 Euro/t) nachgegeben. Im Wochenvergleich sind die Sojapreise in Chicago sogar um 2,4 % zurückgegangen. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,2 % im Plus bei 955,2 Ct je Buschel (306,1 Euro). Für Sojaschrot (Julikontrakt) sind die Preise am vorigen Freitag um 0,4 % auf 303,3 USD/st (291,5 Euro/t) zurückgegangen und bewegen sich am Montag Vormittag 0,3 % im Plus. Für Sojaöl (Julikontrakt) sind die Preise am Freitag um 0,8 % auf 33,07 Ct/lb (635 Euro/t) zurückgegangen und liegen am Montag Vormittag 0,2 % im Plus.
 
Euro steigt immer weiter
Der Euro hat am Freitag gegenüber dem Dollar nochmals 0,6 % an Wert gewonnen und notierte bei 1,1469 USD und liegt am Montag Vormittag bei 1,1389 USD je Euro und damit 0,7 % im Minus. Im Wochenvergleich ist der Kurs des Euros gegenüber dem Dollar um 2,4 % gestiegen. Der Rohölpreis (WTI) ist am vorigen Freitag etwas zurückgegangen und liegt am Montag Vormittag jedoch im Plus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Junitermin am Freitag um 0,5 % auf 60,54 USD je Barrel nach. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Montag Vormittag (MEZ) 1,2 % im Plus bei 61,29 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Freitag um 0,2 % auf 66,81 USD je Barrel zugelegt. Im vorbörslichen Handel am Montag liegen die Brent-Preise 1,0 % im Plus bei 67,47 USD.
 
Weizenpreise im Wochenvergleich etwas erholt
Am vorigen Freitag (15.05) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt nach dem Preisanstieg vom Vortrag wieder etwas zurückgegangen. Die neue Ernte (September) notiert bei 174,50 Euro/t und damit 1,50 Euro niedriger als am Vortag (176,0 Euro). Gegenüber der Vorwoche (173,25 Euro) haben die Weizenpreise an der MATIF damit 1,25 Euro bzw. 0,7% zugelegt. Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 176,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (177,75 Euro) hatten die Preise um 0,6 % oder 1,0 Euro zugelegt. Gegenüber der Vorwoche (174,75 Euro) haben die Weizenpreise für den Dezembertermin damit um 1,50 Euro zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr (195,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 20,75 Euro niedriger.
 
Maispreise halten Vorwochenstand
Am vorigen Freitag haben sich die Maispreise am europäischen Terminmarkt uneinheitlich erneut entwickelt. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 154,50 Euro/t und damit 0,50 Euro bzw. 0,3 % niedriger als am Vortag (155,0 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (154,75 Euro) haben sich die Maispreise an der MATIF fast nicht verändert. Der Augusttermin notierte vorigen Freitag bei 162,25 Euro und damit 0,25 Euro niedriger als am Vortag (162,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am Freitag 163,25 Euro und damit 0,25 Euro mehr als am Vortag (163,0 Euro) sowie 8,50 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (186,75 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 32,25 Euro niedriger.
 
Rapspreise sind etwas zurückgegangen
Die Rapspreise haben am vorigen Freitag am europäischen Terminmarkt nachgegeben. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde mit einem Preisabschlag von 0,2 % bei 353,75 Euro gehandelt und kostete damit 0,75 Euro weniger als am Vortag (354,50 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (354,25 Euro) waren die Preise für den Augustkontrakt an der MATIF 0,50 Euro niedriger. Der Novemberkontrakt wurde am vorigen Freitag mit 355,50 Euro und damit 1,25 Euro niedriger gehandelt als am Vortag (356,75). Gleichzeitig kostete der Novembertermin 1,75 Euro weniger als in der Vorwoche (357,25). Im Vergleich zum Vorjahr (359,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 5,25 Euro niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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