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Börsentelegramm

Matif Weizen schwächelt weiter

von , am
17.01.2014

Der gestrige Handelstag war geprägt von überwiegend guten Exportzahlen.

© agrar-press
 
Der gestrige Handelstag war geprägt von überwiegend guten Exportzahlen aber durchwachsenem Ergebnis. In Paris waren die Vorzeichen meistens rot, während in Chicago durchweg im grünen Bereich gehandelt wurde. Allerdings nahmen die US-Händler zum Tagesende wieder Gewinne mit, denn es steht ein langes Wochenende vor der Tür ( Martin Luther King Day am Montag), und da lassen die Händler ungern zu viele Positionen offen. Heute Morgen kündigt lediglich der US- Weizen einen grünen Start in den Tag an. Die Werte von Rohöl und dem Euro geben leicht nach.
 
EU Weizenexport brummt
Die Exporte der EU können sich weiter sehen lassen. In der letzten Woche verbesserten 810.000t die Saisonbilanz auf nunmehr 15,9 Mio. t gegenüber 10,4 Mio. t im Vorjahr. Aber im Moment wollen die Bären die Oberhand behalten. Zum Handelsende kann sich der Märzweizen wieder etwas hocharbeiten, und schließt mit einem leichten Minus von 50 Cent bei 192,50 €/t. Zuletzt war der Weizen Anfang Oktober auf diesem Niveau gehandelt worden. Der Kassamarkt ist in Deutschland von Zurückhaltung auf beiden Seiten geprägt. Die Käufer setzten auf fallende Kurse und Verkäufer warten ebenfalls, denn sie sehen den Markt mindestens stabil. Daher kommt im Moment nicht viel Geschäft zustande. In Chicago liegen die Weizenexporte mit 402.000t alte und neue Ernte am unteren Ende der Erwartungen. Mit einem weiteren Verkauf in Richtung Ägypten sehen aber auch Skeptiker die Konkurrenzfähigkeit des US Weizens auf dem Weltmarkt positiv, und so settelte der Märzweizen an der CBoT um 0,9%höher bei 572,75 US ct/bu.
 
Starker US-Maisexport
Die US-Maisexporte lagen mit 821.000t deutlich über den Erwartungen von max. 550.000t. Auch in diesem Bereich sehen die amerikanischen Händler die Konkurrenzfähigkeit absolut gegeben, und so konnte der Märzmais in Chicago 2,25 US ct auf 428 US ct/bu zulegen. Als preis stützend wirft auch schon die Frühjahrsaussaat ihre Schattenvorauss, denn das bisherige Preisgefüge könnte die Farmer zu verstärkten Sojaanbau zu Lasten von Mais verleiten. Hier sehen die Händler offensichtlich Korrekturbedarf. Der positive Trend hilft auch der Matif. Der Märzkontrakt steigt um 25 Cent auf 172,75€/t.
 
Soja korrigiert
Auch hier können sich die Exporte sehen lassen. Alte und neue Ernte schafften gemeinsam 1,23 Mio. t, was deutlich über den erwarteten 1,05 Mio. t lag. Ferner kündigte das chinesische Handelsministerium für diesen Monat eine Importmenge von 4,61 Mio. t an, was ebenfalls über den Schätzungen lag. Nach dem kräftigen Anstieg der Vortage geht der Bohne aber erst mal die Luft aus, denn der Wetterbericht für Südamerika deutet Gewitter und weitverbreitet Regen an, der die „hot and dry“ Phase zum Wochenwechsel beenden könnte. Da am Montag in den vereinigten Staaten Feiertag ist gehen die Händler auf Nummer sicher, und so verliert die Märzbohne 0,3% auf 1315 US ct/bu. Leichte Unterstützung brachte eine Meldung aus Argentinien wonach aufgrund der ungünstigen Witterung die Sojafläche um 120.000 ha reduziert wurde.
 
Raps ohne Eigenleben
Ohne die Hilfe von der Sojabohne schafft es auch der Raps nicht in den grünen Bereich. Der Februarkontrakt verliert 2,75€ auf 360€/t. Die Folgemonate sind bescheidener und geben lediglich 75 bzw. 50 Cent nach. In Winnipeg gilt der Markt als überverkauft, und so legt der Märzkontrakt für Canola 1 % oder 4,30 CaD auf 428,90 CaD/t zu.
 
Hafer steigt kräftig
Eine beachtliche Performance hat der in Chicago gehandelte Hafer hingelegt. In den letzten 14 Tagen ist er um über 16 % angestiegen und notiert aktuell bei 399,75 US ct/bu.
 
Dieter Jendrziak
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