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Börsentelegramm

Neue USDA-Daten bestimmen Marktentwicklung

von , am
31.03.2014

Am heutigen Montag Abend veröffentlicht das USDA neue Daten zur Anbauentwicklung in den USA.

© agrar-press
 
Am heutigen Montag Abend veröffentlicht das USDA neue Daten zur Anbauentwicklung in den USA. Gleichzeitig geben die am 01. März erhobenen Lagerbestände Aufschluss über die aktuelle US-Exportdynamik sowie über die Versorgungsbilanzen bis zur neuen Ernte. Die Märkte könnten auf mögliche Veränderungen bei den Eckdaten heftig reagieren. Neben möglichen oder erwarteten Veränderungen bei den fundamentalen Daten, beeinflusst jedoch auch das Wetter Märkte und Preise. In den US-Haupanbaugebieten von Winterweizen ist es extrem trocken. Allerdings erwarteten Wetterdienste für die nächsten 10 Tage Regen, was den Weizen am vergangenen Freitag (28.03) an den Terminmärkten unter Druck setzte. Im vorbörslichen elektronischen Handel am Montag Vormittag lagen die Preise für Weizen im Minus.
 
Korrektur der US-Weizenernte?
Das USDA wird heute auch seine Daten zur Anbauentwicklung (Prospective Plantings) bei Weizen in den USA aktualisieren. Bereits letzte Woche haben die US-Analysten von Informa Economics eine Anbauprognose veröffentlicht. Danach haben die Informa-Analysten die Aussaatfläche bei Weizen (Sommer+ Winter) auf 22,93 Mio. ha (56,648 Mio. Acres) geschätzt. Das USDA hatte im Februar mit 22,47 Mio. ha (55,5 Mio. Acres) eine 0,46 Mio. ha kleinere Anbaufläche bei Weizen unterstellt. Im Jahr 2013 hatten die US-Farmer auf insgesamt 22,75 Mio. ha (56,2 Mio. Acres) Weizen ausgesät und damit auf einer etwas kleineren Fläche als Informa für 2014 unterstellt. Die Erntemenge lag im 2013 bei 57,97 Mio. t (2.130 Mio. Bu) und die Ernte 2014 hatte das USDA zuletzt auf 58,79 Mio. t (2.160 Mio. Bu) geschätzt . Auf Basis der Informa-Schätzung müsste die neue US-Ernte also noch nach oben korrigiert werden.
 
US-Weizenpreise kommen wieder unter Druck
Am Freitag (28.03) gaben die Weizenpreise in den USA wegen der erwarteten Niederschläge in den Weizenanbaugebieten um 2,1 % nach. Am Montag (31.03) Vormittag lagen die Kurse im vorbörslichen Handel erneut knapp 1,0 % im Minus. Außerdem wurde die 700-Ct-Buschel-Grenze (am Freitag) deutlich nach unten durchbrochen. Am Freitag beendete der Maikontrakt am Terminmarkt in Chicago (SRW) den Handel mit einem Abschlag von 2,1 % bei umgerechnet 185 Euro/t (695,4 Ct/Bu). Die neue Ernte (Dezember) kostete 190 Euro/t (716,2Ct/bu). Damit kostete der Weizen in Chicago trotz der Korrektur ebenso so viel wie vor einer Woche. Gegenüber dem letzten Tiefstand von Ende Januar waren die Weizenpreise in Chicago am Freitag noch immer 25 % höher.
 
Neuer EU-Weizen kostet mehr als 200 Euro
In der Europäischen Union haben die Weizenpreise Ende der Woche ebenfalls nachgegeben. Am Freitag (28.03) kostete der Weizen für den Maitermin an der MATIF knapp 209,75 Euro/t und damit 2,0 Euro weniger wie am Vortag und etwa 1,00 weniger wie letzte Woche. Die neue Ernte (November) wurde am Freitag mit 202,75 Euro/t gehandelt und damit einen Euro billiger als am Vortag und auch 1 Euro billiger als letzte Woche. Am Kassamarkt waren die Weizenpreise am Ende der Woche zunächst noch gestiegen, dürften aber am Montag Vormittag ebenfalls nachgeben. Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen am Freitag (28. März) mit 212,50 Euro/t und damit 1,50 Euro teurer als am Vortag und 2,0 Euro teurer wie eine Woche zuvor. Die neue Ernte (September) wurde in Hamburg mit 207,50 Euro/t notiert und damit nur 5 Euro unter den aktuellen Preisen. Futterweizen zur Lieferung im März kostete in Hamburg 208 Euro/t und damit 1 Euro mehr als am Vortag und A-Weizen wurde mit 214,50 Euro/t (-2) notiert.

Mais: Rekordernte trotz Anbaurückgang möglich
Die Analysten von Informa Economics schätzten die Aussaatfläche von Mais in den USA für die Ernte 2014 letzte Woche auf umgerechnet 37,66 Mio. ha (93,029 Mio. Acres). Damit liegen die Analysten knapp 0,5 Mio. ha über der Februar-Schätzung des USDA von 37,2 Mio. ha (92,0 Mio. Acres). Im Vergleich zum letzten Jahr (2013) als die Farmer auf 38,6 Mio. ha (95,4 Mio. Acres) Mais aussäten, bedeutet die Prognose von Informa einen Rückgang 0,94 Mio. ha. Dennoch werteten die meisten Analysten die Informa-Schätzung als ausgesprochen bärisch für Märkte und Preise. Das USDA hatte nämlich bereits auf Basis der im Februar unterstellten Aussaatfläche von 37,2 Mio. ha (92 Mio. Acres) für 2014 eine neue Rekordernte von 355,3 Mio. t (13.985 Mio. Bu) geschätzt, nach einer Ernte von 353,8 Mio. t im Jahr 2013.
 
Europäischer Mais wenig verändert
Am europäischen Terminh die Maispreise am Freitag (28.03) behauptet. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit 185,25 Euro/t und damit 0,5 Euro preiswerter als am Vortag und rund 1,5 Euro billiger als vor einer Woche. Die neue Ernte (November) kostete am Terminmarkt 190,00 Euro. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Donnerstag (0) zwischen 170 Euro und 174 Euro (+1) und waren damit ähnlich teuer wie letzte Woche. Am Großmarkt in Hamburg wurde Mais am Freitag (28.03) mit 197 Euro (+5) notiert und damit deutlich teurer als vor einer Woche. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise letzte Woche (ab südwestd. Station) zwischen 185 Euro und 189 Euro (+1) und fob-Oberrhein zwischen 192 Euro und 193 Euro (0).
 
US-Maispreise halten sich oben
Am US-Terminmarkt in Chicago waren die Maispreise letzten Donnerstag auf den höchsten Stand seit 6 Monaten geklettert und hatten sich am Freitag auf diesem Niveau behauptet. Der Maitermin ging am Freitag (28.03) in Chicago unverändert mit umgerechnet 141 Euro/t (492 Ct/bu) aus dem Handel und der Julitermin kostete 142 Euro (496 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit knapp 140 Euro (487,2 Ct/bu) gehandelt. Damit sind die US-Mais-Preise seit Mitte Januar um knapp 17 % gestiegen. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Donnerstag 231 USD/t (168,61 Euro/t) und der Junitermin wurde für rund 226 USD/t (165 Euro/t) angeboten. Am heutigen Montag Vormittag lagen die Preise die im vorbörslichen elektronischen Handel jedoch im Minus
 
Soja: Rekordanbau und Rekordernte
Im Vorfeld der neuen USDA-Daten gingen die US-Analysten von Informa Econmics im für 2014 von einer Anbaufläche von 32,88 Mio. ha (81,204 Mio. Acres) aus. Das wäre ein neuer Anbaurekord. Damit liegt die Informa-Schätzung zum Sojaanbau auch 0,7 Mio. ha über der Februarprognose des USDA von 32,18 Mio. ha (79,5 Mio. Acres). Schon damit wäre der bisherige Rekordwert von 31,5 Mio. ha (77,9 Mio. Acres) aus dem Jahr 2009 deutlich übertroffen worden. Im Jahr 2013 hatten die US-Farmer auf 30,97 Mio. ha (76,5 Mio. Acres) Soja ausgesät und 89,5 Mio. t geerntet. Das USDA hatte auf Basis der im Februar unterstellten Aussaatfläche von 32,18 Mio. ha (79,5 Mio. Acres) für 2014 bereits eine neue Rekordernte von 96,6 Mio. t (3.550 Mio. Bu) geschätzt. Eine Ausweitung der Aussaatfläche sowie das damit verbundene Produktionswachstum könnte zu erheblichen Preiskorrekturen bei Soja und anderen Ölsaaten führen.
 
Raps in Europa fester, in Kanada schwächer
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (31.03) zugelegt. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag mit knapp 412 Euro und der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte bei 374 Euro. Damit kostete der Mai-Kontrakt in Paris rund 1 Euro mehr als am Vortag und die neue ernte war 4 Euro teurer. Die Rapspreise in Kanada haben am Freitag (28.03) nachgegeben. Mit umgerechnet knapp 298 Euro/t (453 CAD) gab der Maitermin in Kanada um 5 CAD nach. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich der Raps damit um etwa 10 CAD verbilligt. Die neue Ernte (November) kostete 314 Euro (478 CAD). Im vorbörslichen elektronischen Handel gaben die Rapspreise in Kanada erneut moderat nach.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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