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Börsentelegramm

Neue Woche beginnt mit grünen Vorzeichen

von , am
23.06.2014

Am US-Terminmarkt starten die Preise für Weizen, Mais und Soja am Montag mit grünen Vorzeichen in die neue Woche.

© tom - Fotolia.com
 
Am Weizenmarkt kämpfen Bullen und Bären derzeit um die Vorherherrschaft. Dabei waren die Preise in Europa Ende in der letzten Woche relativ stabil obwohl hierzulande ein Analystenhaus nach dem anderen die Ernteprognose für Weizen nach oben schraubte und die erwartete sehr große Erntemenge das Potential für eine Preiserholung deutlich beschränkt. Ende letzter Woche korrigierten die Analysten Strategie Grains und COCERAL ihre Prognosen ebenfalls weiter nach oben. Gestützt werden die Preise indessen sowohl von den noch laufenden Exporten aus der alten Ernte als auch aus den Vorverkäufen für die neue Saison.
 
Regen bringt Qualitätseinbußen für US-Ernte
In den USA wurde (anders als in Europa) wurde die bereits angelaufene Ernte wegen trockenheitsbedingter Ertragsausfälle in den letzten Wochen mehrfach nach unten korrigiert. Hinzu kommen jetzt sehr ergiebige Regenfälle in den südlichen Plains, die weitere Ertragsdepressionen sowie Krankheitsdruck und Qualitätseinbußen bringen. Gleichzeitig drückt die angelaufene Ernte auf den Markt und hält die Preise erst einmal unten. Trotz des scharfen Preisrückgangs ist der US-Weizen am Weltmarkt im Vergleich weiterhin relativ teuer. Das haben unter anderem die letzten Exportausschreibungen Ägyptens und auch anderer großer Importeure gezeigt, wo die USA an die Schwarzmeerländer und an die Europäer Marktanteile verlorenen haben.
 
US-Weizen startet etwas fester
Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in den USA die Woche im grünen Bereich. Am Freitag (20.06.) hatten die Preise am US-Terminmarkt jedoch deutlich um knapp 1,5 % nachgegeben, während des in den Tagen zuvor moderat ging. Im gesamten Wochenverlauf haben sich die Kurse in Chicago damit knapp behauptet. Der Julikontrakt beendete den Handel am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag (20.06) mit umgerechnet 158 Euro/t (585,2 Ct/Bu). Die neue Ernte (Dezembertermin) kostete 166,5 Euro/t (615,6 Ct/bu).
 
EU-Weizen bewegt sich seitwärts
In der Europäischen Union haben sich die Weizenpreise in der letzten Woche mit relativ geringen Schwankungen um die Marke von 188 Euro/t bewegt. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Preise sogar um 0,5 % oder knapp 1,0 Euro gestiegen. Dennoch ist dies der niedrigste Weizenpreis seit der Ente 2013. Am letzten Freitag (20.06.) kostete der Weizen für den Novembertermin (neue Ernte) an der MATIF allerdings 188,25 Euro/t und damit knapp 1 Euro mehr als vor einer Woche. Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise an der MATIF (unterstützt von der Entwicklung in den USA) die Woche mit einem leichten Plus. Am Kassamarkt haben sich die Weizenpreise für die alten Ernte behauptet oder sich für die neuen Ernte leicht erholt..
 
Produktionsausfälle in den USA befürchtet
Aus den USA kam hingegen Unterstützung für die Maispreise. Dort lassen die anhaltenden Niederschläge in wichtigen nördlichen Anbaustaaten des Mittwesten die Befürchtungen über Flächenverluste (Überflutungen) und Ertragseinbußen wachsen. Damit wäre auch die große Ernte in den USA Gefahr und die globalen Bilanzen bei Mais und Futtergetreide (Substitution) müssten neu geschrieben werden. US-Analysten vergleichen die Situation bereits mit dem Extremjahr 1993 als Dauerregen und Überflutungen die US-Maiserträge um 23 % nach unten drückte (und bei Soja um 13 %). Betroffen sindei derzeit ganz besonders im Norden gelegenen die Bundesstaaten Minnesota, Süddakota, Teile von Iowa und Wisconsin.
 
Maispreise in Europa zuletzt seitwärts
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise im Verlauf der letzten Woche kaum verändert. (Zum Handelsstart am Montag Vormittag (23.06) lagen die Preise zunächst ganz leicht im Minus). Die Kontraktpreise für den Augusttermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Freitag (20.06) mit 176 Euro/t und damit 0,5 Euro unter dem Preis der letzten Woche (176,50 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) legten die Preise im Wochenverlauf sogar um 2 Euro auf 177,00 Euro zu. Am Montag Mittag kostete der August-Mais zum Handelsbeginn an der MATIF 175,75 Euro/t und der November 176,75 Euro/t und damit bei beiden Terminen etwas weniger als am Freitag.
 
US-Maispreise behauptet bis fest
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die aktuellen Maispreise letzte Woche ihr Niveau gehalten und für die hinteren Termine leicht zugelegt. Der Julitermin ging am Freitag (20.06) in Chicago mit umgerechnet 131 Euro/t (453 Ct/bu) aus dem Handel und der Septembertermin kostete 130 Euro (448 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit 131 Euro (452 Ct/bu) gehandelt. Seit Anfang Mai haben die Maispreise in den USA um zunächst um etwa 15 % oder umgerechnet 21 Euro nachgegeben, dann seit Mitte Juni aber wieder um 3 % zugelegt. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (20.06) knapp 220 USD/t (162 Euro/t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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