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Börsentelegramm

Nur geringe Preisreaktionen auf USDA-Report

von , am
12.10.2015

Mit etwas schwächeren Weizenpreisen, deutlich nachgebenden Maispreisen sowie etwas höheren Kursen für Sojabohnen reagierte der Terminmarkt in Chicago am Freitag Abend auf die Daten des neuen USDA-Reports

© tom - Fotolia.com
 
Mit etwas schwächeren Weizenpreisen, nachgebenden Maispreisen sowie etwas höheren Kursen für Sojabohnen reagierte der Terminmarkt in Chicago am Freitag Abend auf die Daten des neuen USDA-Reports. Der Chicago-Weizen beendete den Handel vor allem wegen der massiven Exportprobleme der Amerikaner 0,4 % schwächer bei 509,2 Cent je Buschel (165 Euro/t) und der proteinreiche Kansas-Weizen ging auf 500,2 Cent je Buschel (162 Euro) zurück.
 
Die US_Maispreise gaben hingegen überraschend deutlich um 2,2 % auf 382,6 Cent je Buschel (132,4 Euro) nach, während die Sojapreise um 0,5 % auf 885,6 Cent je Buschel (286 Euro) zulegten. Am europäischen Terminmarkt legten die Preise für Weizen und für Raps am Freitag leicht leicht zu und die Maispreise lagen ebenfalls im Plus. Der vordere Weizen notierte in Europa bei 179,50 Euro. Der vordere Mais wurde in Europa bei 166,75 Euro gehandelt und die Rapspreise legten leicht bis auf knapp 376,75 Euro zu.
 
Montag: Weizen seitwärts, Mais und fester
Am heutigen Montag beginnt der Chicago-Weizen den vorbörslichen Handel zunächst mit einer Seitwärtsbwegung. Die Weizenpreise in Europa starten hingegen etwas schwächer bei 179,0 Euro. Die Preise für den US-Mais bewegen sich Montag zum Handelsbeginn leicht nach oben. In Europa geben die Maispreise hingegen ganz leicht auf 166,50 Euro nach nach bzw. könne sich knapp behaupten. Die Sojabohne beginnt den Handel etwas deutlicher im Plus. Auch die Rapspreise starten am Montag etwas deutlicher im Plus bei 378,50 Euro.
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Globale Weizenernte weiter nach oben
Keine großen Überraschungen gab es bei der Einschätzung des USDA zum globalen Weizenmarkt. So hat man die erwartete neue Weizenernte 2015/16 von 731,6 Mio.t auf den neuen Rekordwert von 732,8 Mio. t nach oben korrigiert. Der globale Weizenverbrauch bleibt nach Einschätzung des USDA bei den schon zuvor erwarteten 716,4 Mio. t , so dass die Bestände zum Ende des Wirtschaftsjahres 2015/16 nicht auf 226,5 Mio. t sondern auf den neuen Rekordwert von 228,5 Mio. t anwachsen (Vj: 212,1). Die im neuen Wirtschaftsjahr erwarteten Exporte wurden vom USDA von 158,4 Mio. t bei der vorigen Schätzung, auf 160,5 Mio. t nach oben gesetzt.
 
US-Ernte nach unten, sehr schwache US-Exporte
Wie vom USDA bereits im Vorfeld gemeldet wurde die Weizenernte für die USA von 58,1 Mio. t auf 55,8 Mio. t nach unten gesetzt. Die US-Exporte wurden wegen der im Vergleich zu den Schwarzmeerländern und den Europäern sehr hohen US-Preisemit 23,0 Mio. t auf den niedrigsten Wert seit 44 Jahren nach unten korrigiert du liegen noch unter den russischen Exporten.
 
Für Kanada wurde die Ernteprognose hingegen von 26,0 Mio. t auf 27,0 Mio. t nach oben korrigiert. Die australische Ernte setzte das USDA ebenfalls von 26,0 Mio. t auf 27,0 Mio. t nach oben. Für China liegt die erwartete Ernte unverändert auf einem Rekordniveau von 130 Mio. t (Vj: 126 Mio. t)
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Europäer und Schwarzmeerländer exportieren mehr Weizen
Für Europäische Union hat das USDA die Weizenernte 2015 im Oktober noch einem leicht auf 155,3 Mio. t nach oben geschätzt, nach einer Ernteprognose von 154,1 Mio. t im September und der Rekordernte von 156,5 Mio. t im vorigen Jahr. Die europäischen Exporte werden im neuen Wirtschaftsjahr jetzt bei 33,0 Mio. t erwartet und damit nochmals etwas höher als im September (32,5) und nur noch 1,4 Mio. t kleiner als der Rekordwert aus der vorigen Saison von 35,4 Mio. t.
 
Unverändert gelassen hat das USDA seine Ernteschätzung für Russland nämlich bei 61,0 Mio. t, nach 59,0 Mio. t im vorigen Jahr. Die russischen Exporte hat das USDA von 23,0 Mio. t auf 23,5 Mio. t nach oben korrgiert, nach 22,2 Mio. t in der vorigen Saison. Die Ernteschätzung für die Ukraine wurde von 26,5 Mio. t auf 27,0 Mio. t nach oben gesetzt (Vj: 24,7 Mio. t) und die ukrainischen Exporte wurden sogar von 13,5 Mio. t auf 15,0 Mio.t nach oben korrigiert, nach 11,5 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr.
 
Globale Maisernte noch etwas kleiner
Die globale Maisproduktion hat das USDA überraschend deutlich nach unten korrigiert und damit auch die globalen Bestände. Allerdings blieb die erwartete US-Ernte fast unverändert, was die US-Maispreise offenbar unter Druck setzte. Die globale Maisernte erwarte das USDA jetzt bei 973 Mio. t und damit 5 Mio. t kleiner als im August (978 Mio. t) und 35 Mio. t kleiner als die Rekordernte 2004/15 mit 1008 Mio. t. Die neue US-Maisernte wurde von 345,0 Mio. t auf 344,3 Mio. t nach unten geschätzt, nach der Rekordernte von 361 Mio. t im Vorjahr.
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EU-Maisernte unverändert, Ukraine erntet weniger
Die Mais-Ernte in der EU erwartet das USDA weiterhin 58,0 Mio. t und eben so groß wie im September und deutlich kleiner als die Rekordernte aus dem letzten Jahr mit 75,7 Mio. t. Die Maisernte in der Ukraine wurde hingegen von 27 Mio. t auf nur noch 25,0 Mio. t nach unten korrigiert und ist damit jetzt 3,4 Mio. t kleiner als 2014 mit 28,4 Mio. t.
 
Für Argentinien rechnet man auch für das nächste Jahr (2016) nur noch mit 24,0 Mio. t (Sept: 25,0) Mais und damit mit einer etwas kleineren Ernte als 2015 (26,5) und für Brasilien geht das USDA für 2016 von 80,0 Mio. t (Sept: 79,0) aus nach der Rekordernte von 84,0 Mio. t im Jahr 2015. Die chinesische Maisernte wird mit 225 Mio. t unverändert eingeschätzt, jedoch deutlich größer als im letzten Jahr mit knapp 216 Mio. t.
 
Den Importbedarf der EU sieht das USDA für die Saison 2015/16 unverändert bei 16,0 Mio. t (Vj: 8,6 Mio. t). Bei den globalen Beständen erwartet das USDA 187,8 Mio. t anstelle der 189,7 Mio. t im September. Damit wären die Bestände 8 Mio. t kleiner als im Vorjahr mit 196 Mio. t. Die für die neue Saison erwarteten US-Bestände nehmen trotz der kleineren Ernte nur leicht von 44,0 Mio. t auf 39,7 Mio. t .
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Soja: Rekordernte für Brasilien und Rekordexporte
Die globale Sojaernte 2015/16 wurde USDA ganz leicht von 319,6 Mio. t auf 320,5 nach oben korrigiert. Die neue US-Ernte 2015 setzte das USDA hingegen (wie erwartet) von knapp 107,1 Mio. t auf 105,8 Mio. t nach unten und sorgte damit für etwas festere Preise. Dennoch liegt die aktuelle Erwartung nur knapp unter dem Rekord des Vorjahres von 107 Mio. t.Die US-Bestände wachsen von 5,2 Mio. t (2014/15) auf 11,6 Mio. t (Sept: 12,3)und die US-Exporte werden mit knapp 46,0 Mio. t (Sept: 47) gut 4,0 Mio. kleiner erwartet als im letzten Jahr mit 50,2 Mio. t.
 
Die nächste Ernte (2016) für Brasilien wurde vom USDA von 97,0 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 100,0 Mio. t nach oben korrigiert, nach einer Rekordernte von 94,5 Mio. t vorigen Wirtschaftsjahr. Für Argentinien liegt Ernte-Prognose (2016) unverändert bei sehr guten 57 Mio. t, nach dem im zur Ernte 2015 erreichten Rekordwert von 60,8 Mio. t. Die Importerwartungen Chinas für das Wirtschaftsjahr 2015/16 blieben unverändert bei 79,0 Mio. t nach 77,0 Mio. t in der vorigen Saison.
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Die für 2015/16 erwarteten Exportmengen Argentiniens und Brasiliens liegen bei Sojabohnen bei 9,75 Mio. t (Vj: 9,6) und 56,4 Mio. t (Vj. 51,1) . Die Schrotexporte Argentiniens wurden auf 30,2 Mio. t und für Brasilien 15,2 Mio. t veranschlagt und damit ebenfalls höher als in der letzten Saison mit 28,0 Mio. t und 14,5 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke
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