Login
Börsentelegramm

Ölpreis treibt die Kurse

von , am
04.02.2015

Der Ölpreis konnte gestern weiter kräftig zulegen und bestimmte damit weitestgehend das Geschehen an den Börsen. Brent Crude stieg erneut um über 5 Prozent, und hat sich damit um mehr als 25 Prozent von seinem Tiefstand Mitte Januar distanziert. Als Grund wird dafür weiter der kräftige Rückgang der neuen Bohrlöcher, und damit der Erfolg der Taktik der OPEC genannt. Auch die Preise an der Rohstoffbörse in Chicago konnten mit einem kräftigen Plus prahlen. Teilweise standen die Kurse deutlich über 4 Prozent im Plus.

© agrar-press
Neben der starken Entwicklung am Rohölmarkt wurde ein schwächerer Dollar als Preistreiber genannt. Die Exportdaten waren aufgrund der für die Amerikaner ungünstigen Währungssituation zuletzt immer wieder enttäuschend, so das hier nun einige Hoffnung aufkeimte, die auch gleich von einer Vielzahl von internationalen Verkaufsmeldungen und Gesuchen weiter genährt wurden. Die Pariser Börse profitiert von der Entwicklung, auch wenn hier der etwas festere Euro das genaue Gegenteil für den Export bedeutet. Heute Morgen deutet sich lediglich für Weizen eine Fortsetzung der Rally an.
 
Weizen steigt kräftig
 Der US Weizen war gestern nicht zu bremsen. Kurz vor Handelsschlusss stand er 4,4 Prozent im Plus, sackte dann etwas ab und settelte mit einem Gewinn von 21 US-Cent oder 4,2 Prozent bei 5,1375 US-Dollar/bu. Neben den bereits genannten Faktoren wurden auch neue Bonituren aus den Winterweizen-Anbaugebieten im Süden, insbesondere aus Oklahoma und Kansas bekannt. Hier wurden die Erwartungen an den Saatenstand nicht erreicht, so das sich die Händler genötigt sahen, die Risikoprämie zu erhöhen. In Paris war man gestern etwas gelassener. Zwar unterstützten die Entwicklung an der CBoT die stetige Kurssteigerung, aber der wieder festere Euro bremste im Gegenzug etwas. Am Tagesende stand aber mit 3,50 Euro oder 1,9 Prozent ein ansehnliches Plus an der Kurstafel. Damit ist die wichtige 200-Tagelinie, die am Vortag durchbrochen wurde, wieder zurückerobert worden.
 
US-Mais mit kräftigen Gewinnen
 
Der US-Mais profitiert besonders von den höheren Ölpreisen, denn auch die Ethanolpreise sind kräftig gestiegen. Damit können die Verarbeiter ihre zuletzt unter Druck geratenen Margen wieder deutlich verbessern. Der Märzkontrakt in Chicago legt 4,3 Prozent auf 3,8575 US-Dollar/bu zu. Auch er settelt damit knapp unter seinem Tageshoch. An der Matif reicht es noch für ein Plus von knapp 1,5 Prozent oder 2,25 Euro auf 154 Euro/t.
 
Soja wieder auf Nordkurs
Auch die Sojabohne profitiert vom Ölpreis. Das Plus fällt hier allerdings mit 2,8 Prozent auf 9,87 US-Dollar/bu etwas moderater aus. Zwischenzeitlich kratzte sie an der psychologisch wichtigen 10-Dollar-Marke, konnte sich aber nicht zu dem Sprung entschließen. Das Sojaschrot profitiert weiter von einer regen Nachfrage, da das Angebot aus Südamerika noch begrenzt ist, und kann mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 340,60 US-Dollar/t den Komplex weiter unterstützen. Für die brasilianische Ernte sieht es nach Angaben des örtlichen USDA-Büros doch nicht so problemlos aus wie zuletzt immer wieder gemeldet wurde. In weiten Gebieten ist das Niederschlagsdefizit wohl doch erheblich, so dass die neueste Schätzung auf 93 Mio. t zurückgenommen wurde. Der Wasde-Report des USDA hatte zuletzt 95,5 Mio. t in den Büchern.
 
Raps legt zu
Der Raps kann die Unterstützung aus Übersee gut gebrauchen und macht mit einem Plus von 5,50 Euro oder 1,6 Prozent einen kräftigen Sprung. Die Biodieselproduktion profitiert natürlich ebenfalls von den erholten Rohölkursen. Auch in Winnipeg schließt sich Canola der allgemeinen Entwicklung an und legt 1,3 Prozent auf 457,30 CAD zu.
Auch interessant