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Börsentelegramm

Oster-Hausse ausgefallen

von , am
07.04.2015

An den internationalen Terminbörsen ist die von einigen Marktteilnehmern erhoffte "Oster-Hausse" ausgefallen. Vorderer Matif-Weizen (Mai-Kontrakt) verteuerte sich zwar am Gründonnerstag um 3 Euro glatt auf 193,75 Euro/t. Der Frontmonat konnte damit aber nur einen kleinen Teil der in der letzten Märzwoche eingefahrenen Verluste wettmachen und läuft weiter in einem Seitwärtskanal.

© Martin Kolb/pixelio
Für die neue Ernte mussten beim Weizen kurz vor den Osterfeiertagen 193,25 Euro/t angelegt werden. Unser Technischer Analyst Dr. Martin Ziegelbäck geht davon aus, dass beim Matif-Weizen die 200-Euro-Marke  geknackt werden könnte, wenn es an der Welt-Leitbörse von Chicago zu einer Auflösung der massiven Verkaufspositionen kommt, die aktuell von den Finanzinvestoren gehalten werden.
 
Matif-Raps knickt ein
 
Richtung Süden ist es vor Ostern beim Matif-Raps quer durch die aktiv gehandelten Laufzeiten gegangen. Beim Frontmonat Mai ging es zum Beispiel von 368,25 Euro/t auf 363,75 Euro/t nach unten. Beim vorderen Raps hatte unser Trendfolgesystem nach Ehlers vor Ostern ein Verkaufssignal generiert, das nur wenige Tage später wieder neutralisiert wurde. Analyst Ziegelbäck geht davon aus, dass sich die Preise für den Maikontrakt oberhalb von 366 Euro/t etablieren werden. Der Börsenexperte sieht aber ein leicht beschädigtes technisches Bild und rät deshalb zur Vorsicht und zu einer Mindestpreisabsicherung bei Notierungen über 370 Euro/t.

 
Rohöl teurer - Euro fester
 
Und wie starten die Weizen- und Rapsfutures in die wegen Ostermontag verkürzte neue Handelswoche? Im Nachthandel am CBoT überwiegen bei Weizen, Mais und im Sojakomplex grüne Vorzeichen, was auch in Paris auf einen freundlichen Handelsstart in den heutigen Dienstag schließen lässt. Dagegen spricht der zuletzt deutlich schwächere Dollar, der europäischen Agrarcommodities im Export etwas an Wettbewerbskraft nimmt. Die Gemeinschaftswährung kostete gestern zeitweise 1,10 US-Dollar und hat sich damit rund fünf Cent vom Mehrjahrestief bei 1,05 US-Dollar entfernt.
 
Gleichzeitig hat sich Rohöl zur Überraschung vieler Marktteilnehmer deutlich verteuert. Ölanalysten führen das vor allem auf die Entscheidung des weltweit größten Ölexporteurs Saudi-Arabien zurück, seine Preise für den asiatischen Markt zu erhöhen. Mittelfristig sehen die gleichen Analysten bei den Rohölpreisen aber noch „Luft nach unten“ und begründen dies mit der als historisch bewerteten Einigung mit Iran im zuvor jahrelang schwelenden Atom-Streit.
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