Login
Börsentelegramm

Preisdruck durch Ernteprognosen und niedrige Exportpreise

von , am
31.08.2015

Den heutigen Montag beginnen die Preise für Weizen, Raps und Mais schon wieder im Minus.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Am europäischen Terminmarkt sind die Preise für Raps am vorigen Freitag kräftig gestiegen. Die Notierungen bei Weizen und Mais konnte sich hingegen knapp behaupten bzw. lagen leicht im Minus. Den heutigen Montag beginnen die Preise für Weizen, Raps und Mais jedoch schon wieder deutlich im Minus. Auch in den USA starteten die Terminmärkte am Montag mit nachgebenden Preisen bei Weizen und Soja und knapp behaupteten Maispreisen. Am Freitag hatten die Weizenpreise in den USA nachgegeben, die Sojapreise leicht zugelegt und der Mais hatte sich behauptet.
 
Grund für den erneut aufkommenden Preisdruck in den USA und in Europa dürften die jüngsten Ernteschätzungen vom Internationalen Getreiderat (IGC) sein, der am Freitag die globale Weizenernte auf eine neue Rekordmarke nach oben gesetzt und auch die Prognosen für die globale Mais- und Sojaernte nach oben korrigiert hat. Auch die deutsche Getreideernte übertrifft nach dem aktuellen Erntebericht des BMEL (außer bei Mais) die bisherigen Erwartungen. Ähnliche zum deutliche Aufwärts-Korrekturen kamen bereits aus Frankreich (Weizen, Gerste) und aus dem Vereinigten Königreich (Weizen).
 
Exportpreise kräftig gefallen
Druck auf die internationalen Exportpreise kommt zudem von den beiden jüngsten ägyptischen Weizentendern, bei denen die Ägypter 55. 000 t ukrainischen Weizen zu einem fob-Preis von 177,95 USD/t (159,1 Euro) sowie einen Tag zuvor 60.000 t russischen Weizen für 180,47 USD/t (161,3 Euro) kauften (+ Fracht 9,60 Euro). Das waren neue Preistiefs bei den Exportpreisen für Weizen.
 
Der Euro hat am Freitag gegenüber den USD um 0,7 % auf 1,1185 USD nachgegeben. Das Rohöl WTI wurde am Freitag mit 45,22 USD je Barrel gehandelt und damit 6,3 % teurer als am Vortag. Am Montag Vormittag geben die WTI-Preise jedoch wieder um 2,0 % auf 44,3 USD nach.
 
Europäische Weizenpreise knapp über 160 Euro
Am europäischen Terminmarkt hatten sich die Weizenpreise am Freitag (28.08) knapp behauptet. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel am Freitag bei 162,75 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,1 % niedriger als am Vortag (163,0 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 178,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (178,25 Euro) blieben die Dezemberpreise damit unverändert. Das Preisniveau vom Vorjahr (185,00 Euro) verfehle die Weizenpreise (Septmber) am europäischen Terminmarkt derzeit um 22,25 Euro bzw. 12 %.
 
Am Montag Mittag (12:30) bewegen sich die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt für den September seitwärts und für den Dezember deutlich nach unten. Der Septemberkontrakt gibt um 2,25 Euro auf 160,50 Euro nach und der Dezember um 1,75 Euro auf 171,50 Euro/t.
 
{BILD:642083:png} 
Europäische Maispreise jetzt deutlich unter 170 Euro
Am Freitag (28.08) haben sich die Maispreise am europäischen Terminmarkt (mit Unterstützung aus Übersee knapp behauptet. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 169,0 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,1 % niedriger als am Vortag (169,25 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 173,25 Euro und damit unverändert zum Vortag (173,25 Euro). Das Preisniveau vom Vorjahr (167,50 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit gerade noch um 1,50 Euro bzw. 0,9 % übertroffen.
 
Am Montag Mittag geben die Maispreise am europäischen Terminmarkt nach. Der Novemberkontrakt rutscht 0,75 Euro ins Minus auf 168,25 Euro.
 
Raps kann Gewinn nicht halten
Die Rapspreise sind am Freitag am europäischen Terminmarkt (mit Unterstützung der Sojabohne) kräftig gestiegen. Der Novemberkontrakt wurde mit 364,50 Euro gehandelt und damit zu 5,75 Euro höheren Preisen als am Vortag (358,75 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 365,0 Euro und damit ebenfalls 5,75 Euro höher als am Vortag (359,25). Damit sind die aktuellen Rapspreise (November) am europäischen Terminmarkt 32,25 Euro bzw. 9,7 % höher als die Preise im Vorjahr (332,25 Euro).
 
Am Montag Mittag rutschen die Rapspreise am europäischen Terminmarkt allerdings wieder in Minus. Der Novemberkontrakt geht um 0,6 % bzw. 2,25 Euro zurück und notiert nur noch 362,25 Euro.
 
{BILD:642084:png} 
USA: Weizenpreise geben weiter nach
Am Freitag (28.08) sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago zurückgegangen. Der Septemberkontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) gab um 1,5 % nach und beendete den Handel bei 477 Cent je Buschel (156,7 Euro/t). Der Dezember-Termin beendete den Handel 1,2 % niedriger bei 483,6 Cent je Buschel (159,0 Euro/t).
 
Das Preisniveau vom Vorjahr (600,6 Cent) wird am US-Terminmarkt um knapp 21,0 % verfehlt. Am Montag Mittag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Septemberkontrakt) in Chicago erneut 0,4 % im Minus bei 475 Cent je Buschel (156,2 Euro/t).
 
USA: Maispreise behaupten sich
Am Freitag (28.08) haben sich die Maispreise am Terminmarkt in Chicago behauptet. Für den Septembertermin beendeten die Maispreise den Handel 0,1 % niedriger bei 363,2 Cent je Buschel (127,8 Euro/t). Die neue Ernte (Dezember) unverändert bei 375,0 Cent je Buschel (132,0 Euro/t.
 
Das Preisniveau vom Vorjahr (398,2 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt derzeit um 8,8 % verfehlt. Am Montag Mittag (MEZ) beginnen die Maispreise (Septemberkontrakt) in Chicago den Handel seitwärts bei 363,4 Cent je Buschel (127,9 Euro/t).
 
{BILD:642085:png}
USA: Zwischenhoch bei Sojabohnen
Am Freitag (28.08) sind die Preise für Sojabohnen (Septemberkontrakt) am Terminmarkt in Chicago um 0,8 % auf 893,2 Cent je Buschel (293,8 Euro/t) gestiegen. Die neue Ernte (November) notierte 0,7 % höher bei 885,4 Cent je Buschel (291,3 Euro/t).

Das Preisniveau vom Vorjahr (1046,6 Cent) wird am US-Terminmarkt derzeit um etwa 14,7 % verfehlt. Am Montag Mittag (MEZ) liegen die vorderen Sojapreise (September) 0,5 % im Minus bei 889,2 Cent je Buschel (292,5 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
Auch interessant