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Börsentelegramm

Preisdruck bei Weizen, Korrekturen bei Mais und Raps

von , am
11.02.2015

Der Februarreport des USDA hat keine gravierenden Veränderungen an den globalen Bilanzen bei Mais und Soja gebracht.

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© Torbz/fotolia.de
 
Der Februarreport des USDA hat keine gravierenden Veränderungen an den globalen Bilanzen bei  Mais und Soja gebracht. Der Fokus der Analysten lag diesmal auf den Ernteprognosen für Südamerika. Und hier hat das USDA nur geringfügige Änderungen vorgenommen, die zu ebenso geringen Korrekturen an den Preisen im Sojakomplex und bei Mais führten. Interessant ist dabei, dass sich (anders als in den Vorjahren) die erwarteten Exportpreise für Soja und Mais an den Exporthäfen der Südamerikaner kaum von den in den nächsten Monaten erwarteten Preisen in den USA unterscheiden. Gleichzeitig bleibt das erwartete Niveau der Exportpreise (vor allem bei Mais, aber auch bei Soja) bis weit in das aktuelle Jahr hinein auf dem derzeitigen Niveau. Im letzten Jahr brachte die südamerikanische Ernte ab dem 1ten Quartal hingegen noch einmal eine spürbare Korrektur der Weltmarkpreise nach unten.
 
Bärische Daten für den Weizen
Die Weizenpreise gerieten im Ergebnis des neuen USDA-Reports hingegen stärker unter Druck als Mais oder Soja. Eine Ursache war offenbar die vom Markt nicht erwartete Aufwärtskorrektur der globalen Weizenbestände auf knapp 198 Mio. t. Analysten hatten zuvor hingegen einen moderaten Rückgang erwartet. Gleichzeitig hat das USDA die globale Weizenernte nochmals um knapp 2,0 Mio. t auf 725 Mio. t nach oben korrigiert und liegt damit jetzt gut 10 Mio. t über dem ebenfalls um 1,0 Mio. t größeren Verbrauch (715 Mio. t) sowie 9 Mio. t über der Vorjahresernte (716 Mio. t). Den Weizenexport für die Europäische Union setzte das USDA vor dem Hintergrund der sehr starken Exportentwicklung nochmals um 1 Mio. t auf 31,0 Mio. t nach oben und blieb damit nur noch knapp 1,0 Mio. t unter dem Rekord aus dem Vorjahr.
 
Kurzüberblick USDA-Report: 
 
USA: Weizen unter Druck, Mais und Soja schwächer
Am Dienstag (10.02) haben die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 1,5 % auf 521,6 Ct je Buschel (170 Euro/t) nachgegeben. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Preise im elektronischen vorbörslichen Handel erneut 0,8 % im Minus bei 517,4 Ct je Buschel. Gleichzeitig hat der Mais in den USA für den Märztermin am Dienstag um 0,8 % auf 388 Ct je Buschel (135 Euro/t) nachgegeben. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) lagen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen Handel 0,1 % im Minus bei 387,4 Ct je Buschel. Die Sojabohne hat am Dienstag 1,0 % auf 969 Ct je Buschel (315 Euro/t) verloren. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) sind die Sojapreise nahezu unverändert. Für Sojaschrot gaben die Preise am Dienstag in Chicago um 0,8 % auf 326,9 USD/st (319 Euro/t) und notiert am Mittwoch Vormittag 0,1 % im Minus. Für Sojaöl haben die Preise am Dienstag um 1,8 % auf 31,45 Ct/lb (614 Euro/t) nachgegeben.
 
Ölpreise fallen wieder, Euro behauptet
Der Rohölpreis (WTI) ist am Dienstag (10.02) kräftig gefallen. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Märztermin um 5,4 % auf 50,02 USD je Barrel nach. Im elektronischen vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Mittwoch unverändert 50,0 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Dienstag um 3,3 % auf 56,4 USD je Barrel nachgegeben. Im elektronischen vorbörslichen Handel am Mittwoch liegen die Brent-Preise 0,9 % im Minus bei 55,9 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA am Dienstag um 3,0 % zugelegt. Am Mittwoch Vormittag liegen die Gaspreise im elektronischen vorbörslichen Handel 2,6 % im Plus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Dientag am US-Terminmarkt um 1,3 % gestiegen und liegen am Mittwoch Vormittag 0,4 % im Plus. Der Euro hat am Dienstag gegenüber dem Dollar um 0,2 % verloren und notierte bei 1,1317 USD und liegt am Mittwoch Vormittag unverändert bei 1,1318 USD je Euro.
 
Weizenpreise unter Druck
Die Weizenpreise haben am Dienstag in Europa deutlich nachgegeben und stehen auch am Mittwoch Vormittag unter Druck. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Dienstag (10.02) mit 185,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (187,25 Euro) haben die Preise damit 1,2 % oder 2,25 Euro verloren. Der Maikontrakt notierte bei 186,75 Euro und damit 2,00 Euro niedriger als am Vortag (188,75 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 184,25 Euro und damit 1,00 Euro weniger als am Vortag (185,25 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 0,75 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (186,50 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit noch 1,25 Euro höher. Am Mittwoch beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Weizen mit einem weiteren Minus von 1,25 Euro bei 183,75 Euro/t.
 
Maispreise knapp behauptet
Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Dienstag (10.02) moderat nachgegeben. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 154,50 Euro/t und damit 1,0 Euro bzw. 0,6 % niedriger als am Vortag (155,0 Euro). Der Junitermin notierte bei 159,75 Euro und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag (160,50 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 164,0 Euro und damit 0,5 Euro niedriger als am Vortag (164,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 167,25 Euro und damit sogar 0,25 Euro mehr als am Vortag (167,0 Euro) sowie 12,75 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (178,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 24,0 Euro niedriger. Am Mittwoch beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mais mit einem Minus von 1,25 Euro bei 153,25 Euro/t.
 
Rapspreise starten schwächer
Die Rapsreise haben am Dienstag leicht nachgegeben. Der Maitermin beendete den Handel am Montag bei 356,0 Euro/t und damit 1,00 Euro niedriger als am Vortag (357,50 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 348,75 Euro und ebenso viel wie am Vortag (348,75 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 7,25 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (361,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 5,25 Euro niedriger. Am Mittwoch beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mai-Termin mit einem Abschlag von 1,50 Euro bei 355,0 Euro/t. Der August (neue Ernte) beginnt den Handel am Mittwoch mit einem Abschlag von 1,0 Euro bei 347,75 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
 
 
 
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