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Börsentelegramm

Preise steigen wieder, Korrektur schon vorbei?

von , am
24.03.2014

Während die letzte Woche in den USA und Kanada mit zum Teil kräftigen Preiskorrekturen bei Soja, Weizen und Raps zu Ende ging und die Preise auch in Europa unter Druck standen, beginnt die neue Woche zunächst einmal mit grünen Vorzeichen.

© kk artworks/fotolia
 
Während die letzte Woche in den USA und Kanada mit zum Teil kräftigen Preiskorrekturen bei Soja, Weizen und Raps zu Ende ging und die Preise auch in Europa unter Druck standen, beginnt die neue Woche zunächst einmal mit grünen Vorzeichen und kräftigen Preisaufschlägen. Im vorbörslichen elektronischen Handel liegen die Preise für Weizen, Soja, Mais und auch Raps deutlich im Plus. Dies dürfte auch für die europäischen Märkte zunächst einmal einen sehr festen Start in die neue Woche bedeuten.
 
Wetterprognosen bestimmen die Richtung
In den USA waren die Weizenpreise am vorigen Mittwoch auf ein 10Monatshoch nach oben geschossen und hatten auch die Preise in anderen wichtigen Exportregionen (Europa, Kanada, Australien) mit nach oben gezogen. Auslöser war der wegen Trockenheit sich immer weiter verschlechternde Zustand des Winterweizens in den südlichen Anbaustaaten für Winterweizens Kansas, Oklahoma Texas und Colorado. Auch in Teilen Zentraleuropas (Deutschland, Frankreich) besteht mittlerweile ein wachsendes Niederschlagdefizit. Am vergangenen Freitag meldete der US-Wetterdienst Commodity Weather Group (CWG) nun, dass es in den nächsten 10 bis 15 Tagen im Mittelwesten und in den südlichen Plains doch Regen geben könnte. Daraufhin rutschen die Preise in den USA deutlich ab und zogen auch die Preise in Europa mit nach unten.
 
US-Weizenpreise nach Korrektur wieder fester
Am Freitag (21.03) gaben die Weizenpreise in den USA wegen prognostizierten Niederschläge und sicherlich auch aus technischen Gründen deutlich um 1,5 % nach. Am Montag (24.03) Vormittag lagen die Kurse im vorbörslichen Handel indessen schon wieder 1,6 % im Plus, denn noch ist der erwartete Regen nicht gefallen. Außerdem wurde erneut die 700-Ct-Buschel-Grenze nach oben durchbrochen. Am letzten Freitag beendete der Maikontrakt am Terminmarkt in Chicago (SRW) den Handel mit einem Abschlag von 1,5 % bei umgerechnet 185 Euro/t (693,2 Ct/Bu). Die neue Ernte (Dezember) kostete 190 Euro/t (712 Ct/bu). Damit koste der Weizen in Chicago trotz der Korrektur ebenso so viel wie am Montag vor einer Woche.  Seit dem letzten Tiefstand von Ende Januar sind die Weizenpreise in Chicago immer noch um 25 % höher.
 
Export stützt Europäische Weizenpreise
In der Europäischen Union haben die Weizenpreise am Freitag leicht nachgegeben. Hauptgrund für die robuste Preisentwicklung ist der stetige Export (vor allem auch aus Deutschland). Am Freitag (21.03) kostete der Weizen für den Maitermin an der MATIF knapp 210,75 Euro/t und damit knapp 0,5 Euro weniger wie am Vortag und 1,00 weniger wie letzte Woche. Die neue Ernte (November) kostete am Freitag mit 203,50 Euro/t einen Euro wenige als am Vortag jedoch 2 Euro mehr wie letzte Woche. Am Kassamarkt haben die Weizenpreise Ende der Woche ebenfalls nachgegeben. Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen am Freitag (21. März) mit 210 Euro/t und damit 3 Euro preiswerter als am Vortag und 3,0 Euro billiger wie eine Woche zuvor.
 
Maispreise halten sich oben
Die Maispreise haben sich in den USA und in Europa gegen den rückläufigen Trend bei Weizen, Soja und Raps behauptet. Ein Grund für die stabile Tendenz waren der anhaltend starken Maisexporte der USA und die befürchteten mittelfristigen Auswirken der ukrainischen Krise auf das globale (und vor allem europäische) Maisangebot. Letzte Woche meldete das USDA außerdem den Verkauf von 340.000 t Mais nach Ägypten. Gleichzeitig lagen die wöchentlich gemeldeten US-Exportmengen am oberen Ende der Erwartungen. Die Maisimporte der Europäer laufen zudem unverändert stetig und haben fast die Marke von 10 Mio. t erreicht.
 
US-Maispreise zuletzt seitwärts
Am US-Terminmarkt in Chicago haben sich die Maispreise Ende der letzten Woche behauptet. Der Maitermin ging am Freitag (21.03) in Chicago kaum verändert mit umgerechnet 137 Euro/t (479 Ct/bu) aus dem Handel und die neue Ernte (Dezember) kostete ebenfalls etwa 137 Euro (480 Ct/bu). Von Mitte Januar bis Anfang März sind die US-Mais-Preise um etwa 15 % gestiegen. Seit dem sind die Maispreise in den USA und am Weltmarkt eigentlich relativ stabil geblieben. Die Exportpreise für US-Mais wurden für den Freitag an den US-Verladehäfen am Golf mit 224 USD/t (163 Euro) angegeben. Am Montag Vormittag lagen die US-Maispreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago allerdings deutlich (+1.2 %) im Plus.
 
Europäischer Mais fast nicht verändert
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise am letzten Freitag (21.03) ebenfalls fast nicht verändert. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit 185,50 Euro/t und 0,25 Euro billiger wie am Vortag und rund 1 Euro preiswerter wie vor einer Woche. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise um 0,5 Euro 189,75 Euro nach. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Freitag zwischen 170 Euro und 174 Euro (0) und ähnlich teuer wie letzte Woche.
 
Sojapreise fallen wegen China
Die Preise für Sojabohnen sind am Ende der letzten Wochen massiv unter Druck geraten. Gleichzeitig konnte sich der Raps am europäischen Terminmarkt behaupten, brach jedoch in Kanada mit den Sojapreisen drastisch ein. Zuvor war die Sojapreise allerdings auf den höchsten Stand seit 6 Monaten gestiegen. Auslöser für den Rückgang bei Soja waren Meldungen aus China, über eine Abschwächung der chinesischen Nachfrage und deutlich unter den Erwartungen bleibende Sojakäufe in Südamerika. Analysten rechnen  damit dass die deutlich gefallenen chinesischen Schweinepreise auch die Nachfrage der Chinesen in den nächsten Monaten drosseln könnten zumal die chinesischen Lagerbestände ebenso so hoch wie die Weltmarktpreise. Die Ausfuhren der USA laufen bislang jedoch weiter auf Hochtouren und sorgen für ein weiteres drastisches Abschmelzen der US-Bestände
 
Sojapreise deutlich gefallen
Der Maikontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (21.03) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 376 Euro/t (1408,6 Ct/bu) und der Julitermin kostete am Ende des Handelstages 369 Euro/t (1382,2 Ct/bu). Die nächste US-Ernte (November) wurde mit 314 Euro/t (1177,2 Ct/bu) gehandelt. Damit kosteten die Bohnen rund 1,7 % weniger als am Vortag jedoch immer noch knapp 3 % mehr als eine Woche zuvor. Im vorbörslichen elektronischen Handel legten die Sojapreise am Montag in Chicago erneut zu.
 
Raps am Terminmarkt behauptet, am Kassamarkt schwächer
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben am Freitag (21.03) für die alte Ernte leicht nachgegeben und waren für die neue Ernte relativ stabil. Im Vergleich zur Woche davor haben sich die Rapspreise in Europa fast nicht verändert. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag mit knapp 402 Euro und der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte bei 366 Euro. Damit kostete der Mai-Kontrakt in Paris knapp 2 Euro weniger als am Vortag und 10 Euro weniger als in der Woche zuvor.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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