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Börsentelegramm

Preiskorrektur der Agrarmärkte hält an

von , am
28.01.2015

Die europäischen Agrarrohstoffmärkte präsentierten sich gestern im dunkelroten Gewand. Bereits zur Eröffnung in Paris standen die Zeichen auf rot und im Laufe des Tages wurden die Verluste weiter ausgebaut. Diesmal könnte die schwache Matif sogar die CBoT in Chicago beeinflusst haben, denn hier handelte man Anfangs noch im grünen Bereich, aber im weiteren Verlauf haben auch hier die Bären das Zepter in die Hand genommen. Rohöl und der Euro stabilisieren sich und können leichte Gewinne verbuchen. Heute Morgen zeigt sich lediglich die Sojabohne im grünen Kleid.

© kk artworks/fotolia
Weizen im Rückwärtsgang
 
Der Märzkontrakt des Matifweizens musste gestern einen Verlust von 3,25 Euro oder 1,65 % auf 193,25 Euro/t einstecken. Die neue Ernte kam mit Minus 2,25 Euro auf 190,50 Euro/t etwas glimpflicher davon. Ein deutlich erkennbarer Grund dafür war nicht wirklich zu finden, aber der wieder leicht festere Euro, sowie Gewinnmitnahmen sind die wahrscheinlichsten Ursachen. Der amerikanische Weizen handelte lange im Plus, drehte dann aber doch und settelte mit einem Minus von 0,3 % bei 5,19 USD je Bushel (bu).
 
Neben dem schwachen Umfeld beeinflussten die angekündigten Regen- und Schneefälle für die südlichen Ebenen die Akteure. Die Winterweizenanbaugebiete leiden schon länger unter zu wenig Feuchtigkeit und könnten nun Linderung erwarten. Der in Kansas gehandelte Hard Red Winter fällt dann auch mit einem Minus von 0,8 % auf 5,5025 USD/bu deutlich kräftiger. Ein Kursniveau, das zuletzt 2010 erreicht worden war.
 
Mais gibt weiter nach
 
Auch der Mais kann in dem schwachen Umfeld nicht punkten. In Paris verliert der Märzkontrakt 2,50 Euro oder 1,6 % auf 155 Euro/t . In Chicago steht am Ende des Tages ein Minus von 0,7 % auf 3,8125 USD/bu. Neben dem schwachen Umfeld dürfte die Anhebung der argentinischen Maisernte um 500.000 t durch das Büro des US-Landwirtschaftsministeriums in Buenos Aires die Stimmung belastet haben. Aufgrund der günstigen Witterung soll die Ernte auf 22,5 Mio. t steigen.
 
Soja im Minus
 
Der Sojabohnenpreis litt unter einer erneuten Stornierung der Chinesen. Diesmal waren es 120.000 t. Die Bekanntgabe einer Bestellung von 111.000 t eines unbekannten Käufers konnte die Stimmung nicht drehen. Auch bessere Wetteraussichten in Form von Niederschlag für die von Trockenheit geplagten Sojagebiete Mato Grosso und Parana in Brasilien drückten die preisliche Stimmung.
 
Einzig positiv wurden die leicht festeren Pflanzenölkurse zur Kenntnis genommen. Insgesamt verliert die Märzbohne 1 % auf 9,7375 USD/bu. Sojaschrot der gleichen Fälligkeit gibt 0,7 % auf 336,60 USD/t nach.
 
Raps mit kräftigen Verlusten
 
Der am Freitag dieser Woche auslaufende Märzkontrakt musste gestern aufgrund technischer Korrekturen mit 6,50 Euro oder 1,9 % auf 346,25 Euro/t Raps die größten Verluste hinnehmen. Aber auch die Folgemonate mussten Federn lassen. Die neue Ernte settelt um 3,50 Euro niedriger bei 348,75 Euro/t.
 
Canola in Winnipeg kann sich dem negativen Trend nicht entziehen, kommt allerdings mit einem Minus von 0,24 % auf 459,60 CAD glimpflich davon.
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