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Börsentelegramm

Preiskorrektur durch USDA-Report möglich

von , am
10.02.2015

Am Montag starteten die Getreide- und Ölsaatenpreise in Europa und in Nordamerika ohne stärkere Korrekturen in die neue Woche. Am heutigen Dienstag Abend (MEZ) wird der neue USDA-Report die Märkte allerdings mit neuen Eckdaten versorgen.

© tom - Fotolia.com
 
Am Montag starteten die Getreide- und Ölsaatenpreise in Europa und in Nordamerika ohne stärkere Korrekturen in die neue Woche. Am heutigen Dienstag Abend (MEZ) wird der neue USDA-Report die Märkte allerdings mit neuen Eckdaten versorgen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die Einschätzungen zur anstehenden Ernte von Soja und Mais in Südamerika. Dabei erwarteten die meisten Analysten im Februarreport keine gravierenden Änderungen an den Erntedaten der beiden großen südamerikanischen Produzenten. Bei Soja wird sowohl für Brasilien (93 bis 95 Mio. t) als auch ein Argentinien (55 bis 57 Mio. t) eine Bestätigung der prognostizierten Rekordernten erwartet und damit auch die Bestätigung der äußerst komfortablen globalen Versorgungslage. In Brasilien (vor allem in Mato Grosso) waren Anfang Februar bereits 10 % der Bohnen geerntet und man beginnt dort schon sehr früh mit der Aussaat von Wintermais (Safrina).
 
Große Ernten in Südamerika
Dabei erwartete man bei der Maisernte in beiden Ländern wegen der kleineren Anbaufläche zwar keine Rekordernten, jedoch wurden die Produktionserwartungen zuletzt ebenfalls nach oben gesetzt und zudem verfügen beiden Länder noch über sehr große Maisbestände und damit über reichlich Ware für den Export. Dies zeigt sich auch an den rückläufigen Preisforderungen an den südamerikanischen Exporthäfen für das Frühjahr. Insgesamt könnten die Daten des USDA-Reports also auch ohne große Veränderungen zu Preisdruck auf die Ölsaatenmärkte und den Futtergetreidemarkt führen. Bei Mais nimmt mit dem anhaltenden Wertverlust der ukrainischen Währung zudem die Wettbewerbsfähigkeit von ukrainischem Mais (und Weizen) am Weltmarkt wieder zu und damit auch der Druck auf die Maispreise in den USA und Südamerika.
 
USA: Mais mit Gewinnen, Weizen und Soja fest
Am Montag (09.02) haben die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 0,5 % auf 529,6 Ct je Buschel (172 Euro/t) zugelegt. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Preise im elektronischen vorbörslichen Handel 0,4 % im Minus bei 527,4 Ct je Buschel. Gleichzeitig konnte der Mais in den USA für den Märztermin am Montag um 1,4 % auf 391,2 Ct je Buschel (136 Euro/t) zulegen. Am Dienstag Vormittag (MEZ) lagen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen Handel 0,3 % im Minus bei 390 Ct je Buschel. Die Sojabohne hat am Montag um 0,5 % auf 978,5 Ct je Buschel (318 Euro/t) zugelegt. Am Dienstag Vormittag (MEZ) sind die Sojapreise nahezu unverändert. Für Sojaschrot blieben die Preise am Montag in Chicago unverändert 329,6 USD/st (321 Euro/t) und notiert am Dienstag Vormittag 0,2 % im Minus. Für Sojaöl haben die Preise am Montag um 0,6 % auf 32,01 Ct/lb (625 Euro/t) zugelegt.
 
Ölpreise weiter gestiegen, Euro behauptet
Der Rohölpreis (WTI) ist am Montag (09.02) weiter gestiegen. Am US-Terminmarkt legten die WTI-Kurse für den Märztermin um 2,3 % auf 52,86 USD je Barrel zu. Im elektronischen vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Dienstag 1,6 % im Minus bei 52,04 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Montag um 0,92 % auf 58,3 USD je Barrel zugelegt. Im elektronischen vorbörslichen Handel am Dienstag liegen die Preise 1,5 % im Minus bei 57,5 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA am Montag um 0,7 % zugelegt. Am Dienstag Vormittag liegen die Gaspreise im elektronischen vorbörslichen Handel 1,4 % im Plus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Montag am US-Terminmarkt um 1,3 % gestiegen und liegen am Dienstag Vormittag 0,4 % im Minus. Der Euro hat sich am Montag gegenüber dem Dollar behauptet und notierte bei 1,134 USD und liegt am Dienstag Vormittag bei 1,1326 USD je Euro und damit rund 0,1 % im Minus.
 
Weizenpreise bröckeln wieder
Die Weizenpreise haben zum Wochenbeginn in Europa etwas nachgegeben. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Montag (09.02) mit 187,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (188,25 Euro) haben die Preise damit um 0,5 % oder 1,00 Euro verloren. Der Maikontrakt notierte bei 188,75 Euro und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag (188,0 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 185,25 Euro und damit 0,75 Euro weniger als am Vortag (186,0 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 2,00 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (186,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit noch 1,25 Euro höher.
 
Maispreise halten ihr Niveau
Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Montag (09.02) erneut behauptet. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 155,50 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,2 % niedriger als am Vortag (155,75 Euro). Der Junitermin notierte bei 160,50 Euro und damit 0,25 Euro niedriger als am Vortag (160,75 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 164,50 Euro und damit 1,0 Euro niedriger als am Vortag (165,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 167,00 Euro und damit 0,5 Euro weniger als am Vortag (167,50 Euro) sowie 11,50 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (179,25 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 23,75 Euro niedriger.
 
Rapspreise legen leicht zu
Die Rapsreise haben zum Wochenbeginn ganz leicht zugelegt. Der Maitermin beendete den Handel am Montag bei 357,50 Euro/t und damit 0,75 Euro höher als am Vortag (356,75 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 348,75 Euro und damit 0,75 Euro mehr als am Vortag (348,0 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 8,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (357,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 0,25 Euro höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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