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Börsentelegramm

Preiskorrektur bei Weizen, Mais und Ölsaaten beendet?

von , am
16.06.2015

Das war ein schwarzer Montag an den Getreidemärkten. Besonders kräftig rutschten die Weizenpreise in Europa und in den USA nach unten

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© Torbz/fotolia.de
 
Das war ein schwarzer Montag an den Getreidemärkten. Besonders kräftig rutschten die Weizenpreise in Europa und in den USA nach unten. Vom Weizenmarkt meldete man weitere Verkäufe von russischen Weizen der neuen Ernte unter anderem in den Irak. Die dabei von Russland geforderten Preisen lagen deutlich unter den Preisen der übrigen Wettbewerber (Kanada, USA, Australien) und sorgten für weiteren Druck auf die Exportpreise. Preisstabilisierend dürften indessen die ersten Ernteergebnisse aus den USA für den Winterweizen Hard Red Winter wirken, die deutlich schwächere Eiweißgehalte zeigen als sonst üblich. Auch aus Frankreich meldete man am Ende der letzten Woche eine Verschlechterung des wöchentlichen Crop-Ratings (Trockenheit) beim Weizen.
 
Südamerika drückt Mais- und Sojapreise
Die Maispreise haben auf beiden Seiten des Atlantiks am Montag deutlich nachgegeben. Hier drückten vor allem die zuletzt nochmals nach oben korrigierten südamerikanischen Ernten auf die Preise. Gleichzeitig hat sich jedoch das Crop-Rating beim US-Mais (und auch bei Sojabohnen) witterungsbedingt zuletzt etwas verschlechtert und dürften die Maispreise in den USA und an den internationalen Märkten stabilisieren. Die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot bröckelten am Montag unter dem Druck der sehr großen südamerikanischen Ernten und der wachsenden Exportmengen weiter und auch der Raps beendete den Handelstag sowohl in Kanada als auch in Europa mit Verlusten.
 
Stabiles Crop-Rating beim US-Winterweizen
Keine Verschlechterung des aktuellen Crop-Ratings beim US-Weizens hat am gestrigen Montag Abend (nach Handelsschluss) der aktuelle Crop-Monitoring-Bericht des USDA gebracht. Danach hat sich der Zustand des Winterweizens im Vergleich zur vorigen Woche nicht verändert und der des Sommerweizens sogar etwas verbessert. Das USDA stufte wie schon in der letzten Woche 43 % der Winterweizen-Bestände als gut oder sehr gut ein, Das sind 13 Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr als sich nur 30 % der Bestände in gutem und sehr gutem Zustand befanden. Beim Sommerweizen wurden 70 % als gut oder sehr gut eingestuft und damit ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche (69) und 2 Prozentpunkte weniger als im vorigen Jahre (72)
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Crop-Rating bei Mais und Soja etwas schlechter
Beim Mais stufte USDA Ende der letzten Woche 73 % der Bestände als gut oder sehr gut ein und damit ein Prozentpunkt weniger vor einer Woche (74 %) und 3 Prozentpunkte weniger als im letzten Jahr (76 %). In den drei Top-Anbaustaaten beurteile man die Maisbestände in Iowa zu 84 % (Vw. 82 %) als gut und sehr gut, in Illinois zu 76 % (Vw: 78 %), in Nebraska zu 67 % (Vw: 65 %). Die Sojaaussaat hatte zuletzt witterungsbedingt (Regen) deutlich an Tempo verloren, war aber bis zum 14. Juni zu 87 % abgeschlossen (79 % in der Vorwoche) und liegt damit knapp unter dem langjährigen Mittelwert von 90 %. Das USDA stufte am 14. Juni 67 % der US-Soja-Bestände als gut oder sehr gut ein und damit 2 Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche (59 %) und 6 Prozentpunkte weniger als im letzten Jahr (74 %).
 
USA: Weizenpreise brechen ein, Korrektur am Dienstag?
Am gestrigen Montag (15.06) sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago erneut kräftig zurückgegangen. Der Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) gab um 2,9 % auf 489,2 Ct je Buschel (159,2 Euro/t) nach und fiel damit auch unter die Marke von 490 Cent. Die neue Ernte (September) notierte 3,0 % niedriger 495,2 Ct je Buschel (161,1 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter gingen die Preise am Montag sogar um 3,3 % auf 508,6 USD je Buschel (165,5 Euro) zurück. Die neue Ernte (September) notierte ebenfalls 3,3 % niedriger bei 518,2 Ct je Buschel (168,6 Euro/t).
 
Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Julikontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel 1,0 % im Plus bei 494,2 Ct je Buschel (160,8 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter steigen die Preise am Dienstag Vormittag um 1,1 % auf 514,4 Ct je Buschel (167,3 Euro).
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USA: Mais weiter unter Druck, Soja wenig verändert
Am gestrigen Montag (15.06) haben die Preise für den Mais am Terminmarkt in den USA um 1,4 % auf 348,2 USD je Buschel (121,4 Euro/t) nachgegeben. Die neue Ernte (Dezember) notierte 1,6 % im Minus bei 363,4 Cent je Buschel (126,7 Euro/t). Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,9 % im Plus bei 351,2 USD je Buschel (122,5 Euro/t). Die Sojabohne (Julikontrakt) hat am gestrigen Montag leicht um 0,2 % auf 937,6 Ct je Buschel (305 Euro/t) nachgegeben. Die neue Ernte (November) notierte unverändert bei 904,2 Cent je Buschel (294 Euro/t).
 
Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,7 % im Plus bei 944,2 Ct je Buschel (307 Euro). Für Sojaschrot (Julikontrakt) sind die Preise am Montag um 1,3 % auf 313,2 USD/st (306 Euro/t) zurückgegangen. Für Sojaöl (Julikontrakt) haben die Preise am Montag um 1,4 % auf 32,69 Ct/lb (638 Euro/t) nachgegeben.
 
Euro behauptet sich, Rohöl hin und her
Der Euro hat sich am Montag gegenüber dem Dollar behauptet und notierte bei 1,1297 USD und liegt am Dienstag Vormittag bei 1,1129 USD je Euro und damit 0,1 % im Minus. Der Rohölpreis (WTI) ist am Montag weiter zurückgegangen und kann sich am Dienstag Vormittag wieder erholen. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse am Montag um 0,7 % auf 59,52 USD je Barrel nach. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Dienstag Vormittag (MEZ) 0,9 % im Plus bei 60,07 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Montag 1,1 % auf 63,95 USD je Barrel verloren. Im vorbörslichen Handel am Dienstag liegen die Brent-Preise 0,2 % im Plus bei 64,07 USD.
 
Weizenpreise im Wochenvergleich 10 Euro verloren
Am Montag (15.06) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt weit unter die Marke von 180 Euro gefallen. Der Septembertermin (neue Ernte) notiert am Montag bei 176,25 Euro/t und damit 4,0 Euro bzw. 2,2 % niedriger als am Vortag (180,25 Euro). Das sind die niedrigsten Weizenpreise seit Mitte Mai als die Kurse unter 175 Euro gerutscht waren und genau 10 Euro bzw. 5,4 % weniger als vor einer Woche (186,25). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Montag mit 178,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (182,50 Euro) hatten die Preise damit um 2,3 % oder 4,25 Euro nachgegeben und und im Vergleich zur Vorwoche (187,75) sind die Preise. 9,50 Euro niedriger. Die Weizenpreise vom Vorjahr (189,75 Euro) werden am europäischen Terminmarkt derzeit um 13,25 Euro verfehlt.
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Neue Maisernte so teuer wie die alte Ernte
Am Montag sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt den fünften tag in Folge zurückgegangen. Der vordere Augustkontrakt beendete den Handel mit 161,50 und damit 1,75 Euro bzw. 1,1 % niedriger als am Vortag (163,25 Euro) und gleichzeitig 6,25 Euro bzw. 3,8 % niedriger als vor einer Woche (167,75) . Die neue Ernte (November) kostete am Montag 161,50 Euro (165,75 Euro) und damit 2,0 Euro weniger als am Vortag (16,3,50 Euro) und gleichzeitig 4,50 Euro weniger als vor einer Woche (165,75). Außerdem waren die Preise für die neue Ernte und für den vorderen Augustkontrakt (alte Ernte) jetzt gleich. Im Vergleich zum Vorjahr (178,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 17,0 Euro niedriger.
 
Rapspreise halten sich über 370 Euro
Die Rapspreise haben am Montag am europäischen Terminmarkt ebenfalls nachgegeben. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde am Montag mit 371,0 Euro gehandelt und damit zu 1,50 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (372,50) sowie zu 3,50 Euro niedrigeren Preisen als vor einer Woche (374,50). Der Novemberkontrakt wurde am Montag mit 374,50 Euro gehandelt und damit 1,50 Euro niedriger als am Vortag (376,0) sowie zu 5,0 Euro niedrigeren Preisen als vor einer Woche (379,50). Im Vergleich zum Vorjahr (351,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 19,50 Euro höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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