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Börsentelegramm

Preiskorrekturen an den Terminmärkten setzten sich fort

von , am
12.06.2015

© agrar-press
 
Am gestrigen Handelstag setzten sich die Preiskorrekturen für nahezu alle Agrarcommodities fort. Insbesondere der Pariser Weizen hatte Nachholbedarf. Der Raps kommt mit kleinen Verlusten für den Frontmonat davon. In den USA gab es ausgehend vom Weizen ebenfalls kräftigere Verluste. Die Nachwirkungen des USDA Report´s waren noch zu spüren.
 
Der vorgestern erschienene Bericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums hatte den kurzfristigen allgemeinen Preisanstieg je beendet, denn die Sorgen um die angelaufene US Winterweizenernte wurden als mehr oder weniger unbegründet beschrieben, und so nahmen die Händler ihre Risikoprämie wieder aus den Kursen. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse in Chicago eine Fortsetztung der Preiskorrektur an.
 
Weizen verliert weiter
Der Pariser Weizen hatte gestern weiteren Korrekturbedarf. Hinzu kamen negative Vorgaben aus Übersee, so das der Matifweizen seine am Monatsanfang erkämpften Gewinne mittlerweile wieder fast komplett abgeben hat. Der Septemberkontrakt endete gestern mit einem Minus von 3,25 Euro oder 1,8% bei 180,25 Euro / t. Damit hat er in 2 Tagen 6 Euro verloren. Die Exporte der EU wurden für die letzte Woche mit 478.000 t gemeldet, was durchaus positiv vermerkt wurde, aber keine Bullen aus der Deckung lockte.
 
In den USA wurden die dortigen Exportdaten ebenfalls positiv aufgenommen, auch wenn die gemeldeten 376.600 t keine Euphorie aufkommen ließen. Die Nachwirkungen des USDA Report´s, ein leicht festere Dollar und ein sich abzeichnender Erntefortschritt in den Winterweizengebieten im Süden trübten die Stimmung. Am Ende des Tages standen hier für den Juliweizen Verluste von 1,7 % auf 5,0425 US $ / bu auf der Kurstafel.
 
Mais leicht im Minus
Der Mais konnte sich gestern noch ganz gut halten, auch wenn der preisliche Niedergang vom Kollegen Weizen sicherlich belastete. Die Exportanmeldungen wurden mit gerade Mal 500.000 t alte und neue Ernte negativ aufgenommen, denn sie lagen unter den ohnehin nicht besonders hohen Erwartungen. Daneben belastete die Safrinaernte ( zweite Maisernte ) in Südamerika, denn die hohen Zahlen wurden nicht nur bestätigt sondern sogar noch übertroffen.
 
Nach 78,59 Mio. t steht die Ernteschätzung für die brasilianische Maisernte nun auf 80,21 Mio. t . Des weiteren gehen die Börsianer in den Vereinigten Staaten davon aus, das die ergiebigen Regenfälle den bereits gedrillten Saaten mehr helfen, als sie die Aussaat der restlichen Fläche behindern. Der Julimais am CBoT gibt dennoch nur 0,1 % nach und settelt bei 3,5650 US $ / bu. In Paris schließt man sich dem Trend an. Der Novemberkontrakt settelt um 75 Cent niedriger bei 164,50 Euro / t.
 
Soja gibt ebenfalls nach
Auch die Bohne musste gestern weitere Verluste hinnehmen. Aus Brasilien wurde gemeldet das 96 Mio. t geerntet wurden, und die jüngste Zahl vom USDA Büro damit noch um 1,5 Mio. t übertroffen wurde. Da nützten die am oberen Ende der Erwartungen liegenden Exportdaten der letzten Woche in Höhe von 164.000 t alte und 389.300 t neue Ernte für die Bohne und beachtlichen 179.600 t Sojaschrot nicht viel, zumal die Exportaussichten für die neue Saison dank chinesischer Zurückhaltung am US Markt eher bärisch sind. Die Julibohne verliert 0,9 % auf 9,40 US $ / bu. Sojaschrot verliert mit einem Minus von 0,3 % deutlich weniger, während das Sojaöl mit einem Verlust von 1,7 % erheblich mehr leidet.
 
Augustraps mit leichten Verlusten
Der Raps kann sich an der Matif durchweg behaupten. Die Händler bescheren dem Augustraps einen Verlust von 75 Cent auf 370,25 Euro / t, während die Folgemonate einen leichten Aufschlag von 50 Cent für sich verbuchen können. In Winnipeg kann sich Canola nicht halten. Hier geht es für den Novemberkontrakt um 0,3 % auf 487,40 Ca $ bergab.
 
Dieter Jendrziak
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