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Börsentelegramm

Preisrallye beim US-Weizen, höhere Maispreise

von , am
31.03.2015

Am Terminmarkt in den USA kam es am Montag zu einer heftigen Preisrallye beim Weizen.

© tom - Fotolia.com
 
Am Terminmarkt in den USA kam es am Montag zu einer heftigen Preisrallye beim Weizen. Auslöser waren Berichte von US-Wetterdiensten, dass es in einigen für den Winterweizenanbau wichtigen Bundestaaten wie etwa Kansas und Nebraska weniger Niederschläge gibt und auch weiter geben wird als zuletzt erwartet wurde. In der Folge schlossen zahlreiche institutionelle Anleger und Fonds ihre Shortpostionen (fallende Preise) beim Weizen auf und verursachten damit einen regelrechten Preissprung. Auch in Europa wurden die Weizenpreise in der Folge mit nach oben gezogen, wenn auch lange nicht so kräftig wie in den USA. Auch die Maispreise sind in den USA aber auch in Europa  gestiegen. Dagegen blieben die Sojapreise am Montag relativ stabil und auch der vordere Raps blieb unverändert. Der Dienstag beginnt im vorbörslichen Handel am Terminmarkt in den USA mit etwas schwächeren Preisen beim Weizen und beim Soja. Die Preise für Mais starten in Chicago unverändert.
 
Daten zur US-Aussaat am Dienstag Abend
Am Dienstag Abend wird das USDA die neuen Daten für die Aussaatflächen bei Mais, Soja und Weizen für die Ernte 2015 veröffentlichen. Auch zu den noch vorhandenen Lagerbeständen im März gibt es aktuelle Daten. Im Ergebnis könnte es zu heftigen Preisbewegungen an den Märkten kommen, wenn die derzeitigen Erwartungen des Markes nicht getroffen werden. Bereits im Vorfeld der vom USDA veröffentlichten Anbau- und Bestandsdaten haben die wichtigsten Analystenhäuer ihre Einschätzung abgegeben. Gegenüber dem den Anbauflächen von 2014 rechnet die Analysten mit einem deutlich Rückgang des Maisanbaus sowie einem Anstieg der Sojafläche auf einen neuen Rekordstand. Beim Weizen gegen die Analysten von einem deutlichen Rückgang der Aussaatfläche, speziell bei Winterweizen und einer Zunahme des Anbaus von Sommerweizen und Durum aus.
 
USA: Weizenpreise machen kräftigen Sprung
Am Montag (30.03) machten die Weizenpreise (Maikontrakt) am Terminmarkt in Chicago eine kräftigen Sprung nach oben. Der Maikontrakt ging mit einem Aufschlag von 4,4 % auf 530,2 Ct je Buschel (179,8 Euro/t) aus dem Handel. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter stiegen die Preise am Montag um 3,7 % auf 576,2 US/t (194,4 Euro). Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im elektronischen Handel 0,4 % im Minus bei 528,2 Ct je Buschel (179,1 Euro).
 
USA: Mais im Plus, Soja unverändert
Die Terminmarktpreise (Maitermin) für Mais haben in den USA am Montag um 0,9 % auf bei 394,4 Ct je Buschel (143 Euro/t) zugelegt. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen Handel leicht im Plus bei 394,6 Ct je Buschel (143,5 Euro). Die Sojabohne (Maikontrakt) blieb am Montag unverändert bei 967,6 Ct je Buschel (328 Euro/t). Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,3 % im Minus bei 965 Ct (327 Euro). Für Sojaschrot (Maikontrakt) sind die Preise am Montag in Chicago um 0,6 % auf 323,2 USD/st (329 Euro/t) gestiegen und bewegen sich am Dienstag Vormittag 0,3 % im Minus. Für Sojaöl (Mai) haben die Preise am Montag um 0,4 % auf 30,49 Ct/lb (621 Euro/t) nachgegeben und liegen am Dienstag Vormittag 0,2 % im Minus.
 
Ölpreis gibt weiter nach, Euro wieder schwächer
Der Euro hat am Montag gegenüber dem Dollar um 0,8 % an Wert verloren und notierte bei 1,0834 USD. Am Dienstag Vormittag notiert der Euro bei 1,0785 SD je Euro und damit 0,5 % im Minus. Der Rohölpreis (WTI) hat am Montag nachgegeben und liegt auch am Dienstag Vormittag im Minus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Maitermin am Montag um 0,4 % auf 46,68 USD je Barrel zurück. Im elektronischen Handel liegen die Preise am heutigen Dienstag Vormittag (MEZ) 1,75 % im Minus bei 47,83 USD je Barrel. Der Preis für das Nordseeöl Brent hat am Montag um 0,2 % auf 56,29 USD je Barrel nachgegeben. Im elektronischen Handel am Dienstag liegen die Brent-Preise 1,12 % im Minus bei 55,66 USD.
 
Weizenpreise erholen sich
Die Weizenpreise konnten am Montag am europäischen Terminmarkt im Sog der steigenden US-Preise ebenfalls zulegen. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging am Montag mit 191,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (188,75 Euro) sind die Preise um 1,3 % oder 2,50 Euro gestiegen. Gleichzeitig ist der Weizen wieder über die Marke von 190-Euro geklettert. Die neue Ernte (September) kostete am Montag 190,75 Euro und damit 2,75 Euro mehr als am Vortag (188,0 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) 0,50 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (201,50 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 12,75 Euro niedriger.
 
Maispreise steigen wieder
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Montag zugelegt. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 163,75 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,8 % höher als am Vortag (162,50 Euro). Der Augusttermin notierte am Freitag bei 171,0 Euro und damit 1,50 Euro höher als am Vortag (169,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 175,25 Euro und damit 1,25 Euro mehr als am Vortag (174,0 Euro) sowie 11,5 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (195,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 31,75 Euro niedriger.
 
Rapspreise behaupten sich, neue Ernte fester
Die Rapsreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Montag behauptet und sind für die neue Ernte sogar leicht gestiegen. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag bei 363,75 Euro/t und damit unverändert zum Vortag (363,75 Euro). Die neue Ernte (August) kostete am Montag 355,0 Euro und damit 1,50 Euro mehr als am Vortag (353,50 Euro). Der Novemberkontrakt wurde 1,50 Euro höher als am Vortag mit 357,50 Euro gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 8,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (368,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,25 Euro niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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