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Börsentelegramm

Preisrallye bei Weizen und Raps, Mais steigt auch

von , am
02.06.2015

Der Juni begann an den Terminmärkten in Europa und den USA mit einer sehr kräftigen Preisrallye bei Weizen und in Europa und Kanada auch beim Raps.

© tom - Fotolia.com
 
Der Juni begann an den Terminmärkten in Europa und den USA mit einer sehr kräftigen Preisrallye bei Weizen und in Europa und Kanada auch beim Raps. Die Weizenpreise schossen in den Chicago am Montag um 3,5 % nach oben und in Europa kletterten die Weizenpreise um 2,7 % und überwanden erneut die Marke von 180 Euro/t. Auch der Mais konnte in Europa am Montag deutlich um 1,7 % zulegen und sich in den USA leicht befestigen.
 
Die europäischen Rapspreise stiegen am Montag ebenfalls sehr kräftig um 2,9 % und beendeten den Handel auf dem höchsten Stand seit April 2014. Auch am kanadischen Terminmarkt waren die Canolapreise am Montag sehr kräftig um 2,6 % auf den höchsten Stand seit Mai 2014 gestiegen und lassen die wachsenden Befürchtungen über eine witterungsbedingt deutlich unter den bisherigen Erwartungen bleibende kanadische Rapsernte (und weniger Exporte) erkennen. Nachgegeben haben nach dem Ende des Streiks am Montag hingegen die Preise für Sojabohnen und vor allem auch für Sojaschrot, während die Preise für Sojaöl in den USA und Rapsöl in Europa kräftig stiegen.
 
Technische Reaktionen, Wetterextreme
Damit setzten sich die von Nervosität und Unsicherheit der Anleger und Analysten gekennzeichneten heftigen Preisausschläge an den Terminmärkten fort. Ursache für die heftigen Preissprünge sind zum einen die immer wieder durch veränderte Erwartungen und Prognosen ausgelösten technischen Reaktionen der Märkte, denn nach wie vor halten die großen Anleger in den USA bei Weizen, Mais und zuletzt vor allem bei Soja im langfristigen Vergleich extrem viele Shortpositionen (fallende Preise) und reagieren dann unmittelbar auf sich verschlechternde Produktionserwartungen. Das war wohl auch gestern der Fall bei Weizen (und bei Raps/Canola.
 
Die zum Teil sintflutartigen Niederschläge der letzten Woche in den südlichen Weizenanbaugebieten der USA, insbesondere in den Bundestaaten Texas, Oklahoma und Kansas, haben die Befürchtungen über massive Flächenverluste (Erntefläche) durch Überflutungen sowie erheblichen Qualitätseinbußen bei der Ernte stark wachen lassen. In Kanada hat hingegen sehr trockenes und sehr kühles Wetter und die eine kleinere Aussaatfläche die Preise für Raps /Canola (und Sommerweizen) nach oben getrieben. In den wichtigsten Mais- und Sojaanbaugebieten der USA (Mittelwesten) hat es zuletzt zwar ebenfalls sehr viel geregnet, jedoch ist die Aussaat bei Mais nahezu abgeschlossen und bei Soja sind die Farmer ebenfalls schon sehr weit und die Niederschläge erhöhen eher das Produktionspotential.
 
USDA bestätigt Befürchtungen des Marktes nicht
Etwas überraschend hat das USDA die Befürchtungen der Märkte über die Verschlechterung des Zustands des US-Winterweizen in seinem Crop-Monitoring-Bericht vom späten Montag Abend (01.06) nicht oder nur in sehr geringem Umfang bestätigt. Das könnte erneut zu heftigen Reaktionen des Marktes führen und die hohe Volatilität setzt sich möglichweise bis zur Ernte fort. Der Zustand des Winterweizens hat sich nach dem aktuellen Crop-Monitoring des USDA zuletzt jedenfalls nur ganz leicht verschlechtert. Das USDA stufte jetzt 44 % der Bestände als gut oder sehr gut ein und damit nur 1 Prozentpunkt weniger als vor einer Woche (45 %), jedoch immer noch 14 Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr (30 %). Für Texas beurteilte man 51 % (Vw: 55 %) der Weizenbestände als gut und sehr gut, für Oklahoma 36 % (Vw: 36 %) und für Kansas 30 % (Vw: 30 %) und damit nur in Texas schlechter.
 
Die Aussaat von Sommerweizen war in den USA bereits Ende Mai abgeschlossen, im Vergleich zu 79 % im langjährigen Mittel. Der Wachstumszustand und die Verfassung des Sommerweizens wurde vom USDA zu 69 % als gut oder sehr gut beurteilt im Vergleich zu ebenfalls 69 % in der Vorwoche. Die Maisaussaat war bis zum 31. Mai zu 95 % abgeschlossen, im Vergleich zu 94 % im langjährigen Mittel und 92 % in der Vorwoche. Das USDA stufte jetzt 74 % der Bestände als gut oder sehr gut ein und damit eben so viel wie vor einer Woche (74 %) und nur 1 Prozentpunkt weniger als im letzten Jahr (75 %). Die Sojaaussaat war bis zum 31. Mai zu 71 % abgeschlossen (nach 61 % in der Vorwoche) und liegt damit etwa im langjährigen Mittel von 70 %.
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USA: Weizenpreise machen kräftigen Sprung
Am ersten Handelstag im Juni (01.06) sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago sehr kräftig gestiegen. Der Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) kletterte um 3,5 % auf 493,6 Ct je Buschel (167,7 Euro/t). Die neue Ernte (September) notierte 3,4 % höher bei 498,6 Ct je Buschel (169,4 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter stiegen die Preise am Montag um 3,1 % auf 514,2 USD je Buschel (174,7 Euro). Die neue Ernte (September) notierte 3,05 % höher bei 523,2 Ct je Buschel (177,7 Euro/t). Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Julikontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel erneut 0,7 % im Plus bei 497 Ct je Buschel (168,9 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter steigen die Preise am Dienstag Vormittag um 0,4 % auf 525,2 Ct je Buschel (178,4 Euro).
 
USA: Maispreise fester, Soja und Schrot schwächer, Sojaöl höher
Am Montag (01,06) haben die Terminmarktpreise für den Mais in den USA um 0,2 % auf 352,2 USD je Buschel (126,8 Euro/t) zugelegt. Am Dienstag Vormittag (MEZ) steigen die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,6 % auf 354,4 Ct je Buschel (127,5 Euro). Die Sojabohne (Julikontrakt) hat am Montag (01.06) 0,9 % auf 926 Ct je Buschel (314,6 Euro/t) verloren. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,9% im Plus bei 934 Ct je Buschel (317,3 Euro). Für Sojaschrot (Julikontrakt) haben die Preise am Montag um 3,0 % auf 296,6 USD/st (298,98 Euro/t) nachgegeben, bewegen sich am Dienstag Vormittag jedoch wieder 0,8 % im Plus. Für Sojaöl (Julikontrakt) sind die Preise am Montag um 3,5 % auf 34,51 Ct/lb (695,9 Euro/t) gestiegen und liegen am Dienstag Vormittag erneut 0,1 % im Plus.
 
Euro wenig verändert, Rohölpreise etwas schwächer
Der Euro hat am Montag gegenüber dem Dollar 0,4 % an Wert verloren und notierte bei 1,09350 USD und liegt am Dienstag Vormittag bei 1,0961 USD je Euro und damit 0,2 % im Plus. Der Rohölpreis (WTI) ist am Montag ganz leicht zurückgegangen und liegt am Diensatg Vormittag wieder im Plus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse am Montag um 0,2 % auf 60,20 USD je Barrel nach. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Dienstag Vormittag (MEZ) 1,4 % im Plus bei 61,01 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Montag 1,04 % auf 64,88 USD je Barrel verloren. Im vorbörslichen Handel am Dienstag liegen die Brent-Preise 1,2 % im Plus bei 65,68 USD.
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Weizenpreise steigen wieder über 180 Euro
Am Montag (01.06) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt sehr kräftig gestiegen. Der Septembertermin (neue Ernte) notiert am Montag bei 180,75 Euro/t und damit 4,75 Euro höher als am Vortag (176,0 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 182,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (177,75 Euro) hatten die Preise damit um 2,5 % oder 4,50 Euro zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr (190,75 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 10,0 Euro niedriger.
 
Maispreise erholen sich wieder
Am Montag sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt deutlich gestiegen. Der Junikontrakt beendete den Handel am Montag mit 154,0 Euro/t und damit 2,50 Euro bzw. 1,65 % höher als am Vortag (151,50 Euro). Der Augusttermin notierte am Montag bei 162,0 Euro und damit 2,25 Euro höher als am Vortag (159,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am Montag 165,0 Euro und damit 2,50 Euro mehr als am Vortag (162,50 Euro) sowie 11,0 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (181,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 27,0 Euro niedriger.
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Rapspreise steigen um mehr als 10 Euro
Die Rapspreise sind am Montag am europäischen Terminmarkt auf den höchsten Stand seit April 2014 gestiegen. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde mit 376,50 Euro gehandelt und damit zu 10,75 Euro höheren Preisen als am Vortag (365,75 Euro). Der Novemberkontrakt wurde am Montag mit 378,0 Euro gehandelt und damit zu 10,25 Euro höher als am Vortag (367,75). Im Vergleich zum Vorjahr (347,75 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 28,75 Euro höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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