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Börsentelegramm

Preisrutsch bei Mais, Weizen und Soja schwächer

von , am
14.01.2015

Einen Tag nach dem USDA-Report haben die neuen Eckdaten die Preise noch einmal kräftig bewegt.

© imageteam/fotolia.de
Einen Tag nach dem USDA-Report haben die neuen Eckdaten die Preise noch einmal kräftig bewegt. Offensichtlich wurden sowohl die fundamentalen Daten und Bilanzen als auch die technischen Indikatoren ganz besonders bei Mais nun weitaus bärischer interpretiert als am Vortag. Außerdem nimmt der Druck von den weiter fallenden Energiemärkten auf die Agrarpreise immer weiter zu und zieht auch die Preise für Getreide und Ölsaaten mit nach unten. In den USA fiel der Preis für Bioethanol aus Mais auf den tiefsten Stand seit 2005 (!!). In Europa könnte es an den Terminmärkten nach dem kräftigen Preisrutsch in den USA ebenfalls zu weiteren Preisanpassungen nach unten kommen. Am Rohölmarkt fielen die Preise weiter und das Nordseeöl Brent kostet mittlerweile nur noch so viel wie das US-Öl WTI. Der Euro fällt am Dienstag unter 1,18 USD.
 
US-Agrarmärkte fallen kräftig
Am Dienstag (13.01) gaben die Terminmarktpreise für den Weizen (März) in Chicago um 1,4 % auf 548 Ct je Buschel nach. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Preise im elektronischen vorbörslichen erneut 0,3 % im Minus. Gleichzeitig ist der Mais in den USA für den Märztermin am Dienstag um 4,0 % auf 385,6 Ct je Buschel eingebrochen und fällt damit sehr deutlich unter die technisch wichtige Unterstützungslinie von 400 Ct je Buschel und löst damit auch technisch Preisdruck aus. Ein Grund für den Preisrückgang waren die weiter fallenden Ethanolpreise. Am Mittwoch Vormittag liegen die Preise erneut 0,5 % im Minus. Die Sojabohne hat am Dienstag um 1,2 % auf 1004 Ct je Buschel verloren und hält sich damit noch ganz knapp über der technisch wichtigen 1000 Ct je Buschel-Marke. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) bewegten sich die Sojapreise im Minus. Sojaschrot gab am Dienstag in Chicago um 2,2 % auf 333,6 USD/st nach, während sich die Preise für Sojaöl am Dienstag knapp behaupten konnten (-0,2 %).
 
Ölpreise fallen und fallen, Ethanol auf 9Jahrestief
Der Rohölpreis (WTI) ist am Dienstag (13.01. weiter gefallen. Am US-Terminmarkt gaben die Kurse für den Februartermin um 0,4 % auf 45,9 USD je Barrel nach. Im elektronischen vorbörslichen Handel fallen die Preise am heutigen Mittwoch Vormittag um weitere 1,8 % auf 45,08 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Dienstag um 1,8 % auf 46,6 USD je Barrel nachgegeben und im elektronischen vorbörslichen Handel am Mittwoch liegen die Preise nur noch bei 45,68 USD und damit 2,0 % im Minus. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben sich in den USA am Dienstag um 5,3 % und liegen auch am Mittwoch im elektronischen vorbörslichen Handel 1,3 % im Plus.
 
Die Preise für Ethanol (aus Mais) rutschten am Dienstag am US-Terminmarkt um weitere 1,4 % nach unten, liegen am Mittwoch im elektronischen vorbörslichen Handel 3,1 % im Minus. Da sind (am Terminmarkt) die niedrigsten Ethanolpreise seit dem Jahr 2005 und gleichzeitig sind Kurse seit Mitte November um rund 20 % gefallen. Der Euro hat gegenüber dem Dollar am Dienstag 0,7 % verloren und notierte nur noch bei 1,177 USD. Am Mittwoch Vormittag bewegt sich der Eurokurs jedoch um 0,2 % nach oben und liegt bei 1,179 USD/Euro.
 
Weizenpreise dürften den US-Vorgaben folgen
Die Weizenpreise haben am europäischen Terminmarkt am Dienstag (13.01) leicht zugelegt (dürften aber am heutigen Mittwoch auf die Preiskorrektur in den USA reagieren). Der Märzkontrakt für den Weizen ging mit 195,5 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (194,0 Euro) sind die Preise damit um 0,8 % oder 1,5 Euro gestiegen. Der Maikontrakt notierte am Dienstag bei 196,50 Euro und damit 2,0 Euro höher als am Vortag (194,50 Euro) und die nächste Ernte (September) kostete 193,0 weniger und damit 0,5 Euro mehr als am Vortag (192,50 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (186,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 9,25 Euro höher. Am heutigen Mittwoch starten die Weizenpreise in Chicago mit einem Minus von 0,4 % und dürften damit am europäischen Terminmarkt eher für nachgebende Preise sorgen.
 
Maispreise fallen unter 160 Euro
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Dienstag (13.01) weiter nachgegeben und sind erstmals seit Mitte Dezember wieder unter die Marke von 160 Euro gefallen. Der Märzkontrakt kostete am Terminmarkt in Paris noch 159,50 Euro/t und damit 2,75 Euro bzw. 1,7 % weniger als am Vortag (162,25 Euro). Der Junitermin notierte bei 164,0 Euro und damit 2,50 Euro niedriger als am Vortag (166,50) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 168,75 Euro und damit 2,25 Euro billiger als am Vortag (171,0 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 172,0 Euro und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag (172,25 Euro) und 12 Euro mehr als der aktuelle Mais. Im Vergleich zum Vorjahr (176,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 16,50 Euro niedriger. Am heutigen Mittwoch starten die Preise in Chicago für Mais mit einem Minus von 1,0 % und dürften damit auch am europäischen Markt für weiteren Druck auf die Maispreise sorgen.
 
Rapspreise könnten unter Druck geraten
Die Rapspreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Dienstag (13.01) etwas erholt, könnten aber am Mittwoch den Sojapreisen nach unten folgen. Der Februartermin für den Raps beendete den Handel am Dienstag bei 357,0 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,4 % höher als am Vortag (355,75 Euro). Der Maikontrakt wurde am Dienstag mit 355,50 Euro notiert und damit 0,50 Euro höher als am Vortag (355,0 Euro) und der August (neue Ernte) kostete 352,75 Euro und damit 1,0 Euro mehr als am Vortag (351,75 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (353,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,0 Euro höher. Am heutigen Mittwoch Vormittag (MEZ) starten die Sojapreise in Chicago mit einem Minus von 0,3 %, so dass auch die Rapspreise am europäischen Terminmarkt schwächer notieren dürften.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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