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Börsentelegramm

Rallye bei Weizen, USDA-Report bringt neue Daten

von , am
05.05.2014

© Gina Sanders/fotolia.de
 
Am Weizenmarkt steigen die Preise diese Woche weiter. Bereits am letzten Freitag (02. Mais) hatten die Weizenpreise den Handel in den USA mit einem satten Plus abgeschlossen. Im Europa bewegten sich die Notierungen wegen der zum Teil ergiebigen Regenfälle in einigen wichtigen Anbauregionen hingegen sowohl am Terminmarkt als auch am Kassamarkt seitwärts. Das wird sich wohl am heutigen Montag ändern und die Preise werden auch in Europa wieder zulegen.
 
Hitzewelle treibt US-Weizenpreise
In den wichtigsten Weizenanbaugebieten der USA könnte nach Einschätzung von Wetterdiensten eine erste Hitzewelle die Erträge beim bereits kräftig geschädigten US-Winterweizen in den südlichen Anbaugebieten noch weiter nach unten drücken. Letzte Woche hatte die bedeutendste US-Feldtour beim Weizen in Kansas und Oklahoma die pessimistischen Ertragsschätzungen vieler Analysten bestätigt. Diese Woche erwarten US-Wetterdienste für Teile von Kansas und Texas Temperaturen von 100 Grad Fahrenheit (37,8 Grad Celsius) und damit sehr kritische Bedingungen für den bereits erheblich geschädigten Winterweizen.
 
USDA-Report bringt Daten zur neuen Ernte
Am US-Terminmarkt in Chicago sprangen die Weizenpreise daraufhin im Montag Vormittag (10:00 MEZ) im vorbörslichen elektronischen Handel um bis zu 2 % nach oben. Das dürfte auch die Preise für den europäischen Weizen beflügeln, denn die Ausfälle beim weltweit größten Weizenexporteur USA kommen auf jeden Fall den Europäern mit ihrer bislang erwarteten guten Ernte zu Gute. Erste detaillierte Prognosen über die erwarteten Marktverhältnisse im neuen Wirtschaftsjahr 2014/15 wird der neue USDA-Report am kommenden Freitag (09.05) Abend bringen. Dann liefert das USDA erstmals in diesem Jahr auch detaillierte Länderdaten zur erwarteten Weizenernte und zum Export.
 
US-Weizen verteuert weiter
Am Montag (05.02) Vormittag (11:00 MEZ) kletterten die US-Weizenpreise(SRW) im vorbörslichen Handel in Chicago erneut um 1,7 % auf rund 193 Euro/t (728 Ct/bu). Am Freitag (02.05) hatten die Weizenpreise in Chicago wegen den Ergebnissen der Feld-Tour in Kansas und wegen der erwarteten Hitzewelle in den wichtigsten Weizenanbaugebieten bereits um 1,2 % zugelegt. Der Maikontrakt beendete den Handel am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag bei umgerechnet 187,44 Euro/t (707,6 Ct/Bu) und der Juli bei 189,63 Euro/t (716 Ct/Bu). Die neue Ernte (Dezember) kostete 195,39 Euro/t (737,6 Ct/bu). Damit kostete der Weizen (SRW) in Chicago für die neue und die alte Ernte etwa so viel wie vor einer Woche. Die Preise für den in Kansas gehandelten US-Brotweizen (Hard Red Winter) legten bereits am Freitag sogar um 2,2 % zu. Für den Maikontrakt kletterten die Kurse auf umgerechnet 214 Euro/t (806 Ct/bu) und die neue Ernte (Dezember) ging mit rund 220 Euro (828 Ct/bu) aus dem Handel.
 
EU-Weizenpreise letzte Woche seitwärts
In der Europäischen Union haben sich die Weizenpreise im Verlauf der letzten Woche nur wenig verändert. Am Freitag (25.04) kostete der Weizen für den Maitermin an der MATIF knapp 215 Euro/t und damit eben so viel wie am Vortag und etwa 2,00 weniger als vor einer Woche. Die neue Ernte (November) wurde am Freitag mit 206 Euro/t gehandelt und damit 0,50 Euro teurer als am Vortag und 1,00 Euro teurer als letzte Woche. Am heutigen Montag dürften die Preise jedoch mit dem US-Weizen zulegen. Am Kassamarkt haben sich die Weizenpreise Ende der letzten Woche ebenfalls kaum verändert. Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen am Freitag (02. Mais) mit 214 Euro/t und damit eben so teurer wie am Vortag und 2 Euro billiger als eine Woche zuvor. Die neue Ernte (September) wurde in Hamburg mit 207 Euro/t notiert und damit und damit 1 Euro billiger als letzte Woche. Futterweizen kostete in Hamburg 212cEuro/t und damit 2 Euro weniger als vor einer Woche und A-Weizen wurde mit 217 Euro/t notiert und damit 2 unter dem Vorwochenpreis.
 
US-Aussaattempo entscheidet über Maispreise
Am internationalen Maismarkt haben die Preise in der letzten Woche nachgegeben. Auslöser für die Preisschwäche war vor allem das zumindest in Teilen des US-Mittelwestens deutlich trockene und wärmere Wetter und der damit verbundene Aussaatfortschritt. Auch die relativ optimistischen Erwartungen der EU-Kommission an die europäische Maisernte in Verbindung mit den Niederschlägen in Teilen Europas drückten auf die Preise. Am heutigen Montag Vormittag liegen die Maispreise in den USA allerdings schon wieder im Plus und auch in Europa lässt die Skepsis hinsichtlich der aktuellen Ernteprognosen die Preise steigen.
 
Mais in Europa etwas billiger Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Freitag (02.05) für die alte Ernte leicht und für neue Ernte etwas mehr nachgegeben. Im Wochenverlauf waren die Preise bereist leicht abgebröckelt. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Freitag mit 183,75 Euro/t und damit 0,75 Euro billiger wie am Vortag und 4 Euro preiswerter wie vor einer Woche. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise am Freitag um 2,00 Euro auf 190 Euro nach. Damit ist die neue europäische Ernte 5 Euro preiswerter als vor einer Woche und knapp 7 Euro teurer als der aktuelle Mais.
 
US-Maispreise etwas schwächer
Am US-Terminmarkt in Chicago hatten die Maispreise in Erwartung besseren (trockeneren) Wetters im Mittelwesten am Freitag (02.05) nachgegeben. Der Maitermin ging am Freitag in Chicago mit einem Abschlag von 1,5 % und umgerechnet 140 Euro/t (494 Ct/bu) aus dem Handel und der Julitermin kostete 141,75 Euro (499,4 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit 140 Euro (494 Ct/bu) gehandelt. Damit haben die US-Mais-Preise letzte Woche um knapp 4 % nachgeben. Trotz dieser Korrektur sind die Maispreise seit Mitte Januar um 17 % gestiegen.
 
Sojapreise trotz Korrektur noch hoch
Am US-Terminmarkt sind die Sojapreise am Freitag gestiegen und im laufenden Handel am Montag Mittag liegen die Bohnen in den USA ganz leicht im Plus. Im Wochenverlauf hatten die Preise jedoch um rund 3 % nachgegeben. Der Maikontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (02.05) am US-Terminmarkt in Chicago mit einem Plus von 0,7 % bei umgerechnet 392 Euro/t (1480,6Ct/bu) und der Julitermin kostete am Ende des Handelstages 398,5 Euro/t (1470,6 Ct/bu). Bis Montag Mittag bewegen sich die Preise zunächst überwiegend seitwärts bzw. ganz leicht im Plus. Die nächste US-Ernte (November) wurde am Freitag mit 323,7 Euro/t (1222,4 Ct/bu) gehandelt. Gegenüber dem letzten Tiefstand von Ende Januar sind die Sojapreise in Chicago am Freitag knapp 19% höher.
 
Kanadische Rapspreise steigen weiter
In Kanada sind die Rapspreise am Freitag (02.05) mit den Sojapreisen um 2,4 % gestiegen. Mit umgerechnet 316 Euro/t (480 CAD) kletterte der Maitermin in Kanada am Freitag wieder um 11 CAD nach oben. Im Vergleich zur Vorwoche kostet der kanadische Raps damit rund 10 CAD mehr. Die neue Ernte (November) wurde am Freitag mit 318 Euro (485 CAD) gehandelt und damit ebenso teuer wie letzte Woche. Im vorbörslichen elektronischen Handel lagen die Rapspreise in Kanada für die alte Ernte (Mai) um knapp 3 % oder 14 CAD im Plus während die neue Ernte (Nov.) ganz leicht nachgab.
 
Preise für europäischen Raps schwächer
Die Rapspreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (02.05) für die neue Ernte nachgegeben. Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte bei knapp 360 Euro. Damit kostete neue Ernte in Paris rund 4 Euro weniger als am Vortag und 8 Euro weniger als letzte Woche. Am Montag Mittag lagen die europäischen Rapspreise an der MATIF für die neue Ernte erneut rund 1 Euro im Minus. Im deutschen Großhandel lagen die Preismeldungen am Freitag für die alte Ernte (Mai) zwischen 392 Euro und 400 Euro und für die neuen Ernte (August) zwischen 352 und 360 Euro/t. Für die alte Ernte sind die Preise damit unverändert und die neue Ernte kostete 5 Euro weniger als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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