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Börsentelegramm

Raps und Soja profitieren vom festen Rohölmarkt

von , am
28.08.2015

Der gestrige Handelstag stand unter dem Einfluss einer neuen Einschätzung des internationalen Getreiderates, guter Exportdaten und einem kräftigen Preissprung beim Rohöl.

© Gina Sanders/fotolia.de
 
Der gestrige Handelstag stand unter dem Einfluss einer neuen Einschätzung des internationalen Getreiderates, guter Exportdaten und einem kräftigen Preissprung beim Rohöl. Insbesondere die wieder im positiven Bereich handelnde chinesische Börse in Schanghai gab den Anstoß dafür. Hauptprofiteur waren die zuletzt unter kräftigem Druck stehenden Ölsaatenmärkte.
 
Die neue Prognose des IGC zur Weltgetreideversorgung belastete den Weizen und den Maismarkt. Aufgrund der besser als erwarteten Weizen- und Gerstenernte insbesondere in Europa soll die Weltgetreideproduktion um 18 Mio. t auf 1,99 Mrd. t ansteigen. Dadurch steigen die Endbestände mit 447 Mio. t auf den höchsten Wert seit 29 Jahren. Heute Morgen sind die Signale der elektronischen Nachtbörse in Chicago durchweg auf grün.
 
Matif Weizen hält sich
Nach anfänglichen Preissteigerungen schwächelte der Matifweizen gestern aufgrund der prognostizierten komfortablen Marktversorgung zunehmend, konnte sich am Tagesende aber mit einem Gewinn von 25 Cent gerade so in den positiven Bereich retten. Der fordere Septemberkontrakt settelte bei 163 Euro / t, und der Dezemberweizen ging mit 173,50 Euro / t aus dem Handel. Der IGC hob die Weltweizenproduktion um 10 Mio. t auf nunmehr 720 Mio. t an. Der Verbrauch soll ebenfalls steigen. Allerdings nur um 4 Mio. t auf 716 Mio. t, so das die globalen Endbestände weiter ansteigen.
 
In Chicago freute man sich zwar über die deutlich über den Markterwartung liegenden Exporte ( 529.100 t ), haderte aber gleichzeitig mit der komfortablen Marktversorgung und dem aggressiven Verkaufsverhalten der Russen. Hier lag der Cif-Preis für ein Geschäft mit Ägypten bei nur noch 190,07 US $ / t. Das ist der bisher niedrigste Preis in diesem Wirtschaftsjahr. Der Dezemberweizen am CBoT setzt seinen seit Anfang der Woche laufenden Negativtrend fort und settelt mit einem Verlust von 0,9 % bei 4,8975 US $ / bu.
 
Mais schließt uneinheitlich
Auch der Maismarkt ist nach der neuen Prognose des IGC komfortabel versorgt. Zwar wird die Ernte nicht überall hohe Erträge bringen ( EU minus 6,8 Mio. t auf 60,1 Mio. t ) aber in der Summe steigt die Erntemenge um 2 Mio. t auf 968 Mio. t. Der Verbrauch bleibt mit 972 Mio. unverändert, aber da der Rat die Anfangsbestände um 3 Mio. t erhöht hat steigen auch hier die Endbestände an, so das am Ende des Wirtschaftsjahres 15/16 198 Mio. t im Lager liegen sollen.
 
Unterstützung kam für den US Mais von sehr guten Exportanmeldungen der Amerikaner. Zwar gab es für die alte Ernte Stornierungen von 131.800 t , aber für die neue Ernte wurde der Wert mit 986.600 t bekannt gegeben, und lag damit mehr als doppelt so hoch wie von den Akteuren am Markt erwartet wurde. Am CBoT steigt der Dezembermais um 0,4 % 3,75 US $ / bu. In Paris verliert der Novemberkontrakt 1 % oder 1,75 Euro auf 169,25 Euro / t. Für die Laufzeiten ab März endete der Tag im positiven Bereich.
 
Soja profitiert vom Rohölmarkt
Die Bohne konnte gestern wieder zulegen. Die zur Abwechslung positiven Meldungen aus China ließen den Rohölpreis kräftig steigen, wovon natürlich auch der Biodieselsektor, und damit der gesamte Sojakomplex und das Palmöl profitierte. Neben den besseren Wirtschaftsdaten und ansteigenden Börsenkursen in Schanghai überraschte auch die robuste Sojanachfrage aus China.
 
Das Reich der Mitte soll mit 883.000 t an den insgesamt 1,475 Mio. t angemeldeten Exporten beteiligt sein. Insgesamt hatten die Analysten lediglich 600.000 t erwartete, so das die Stornierungen von 131.000 t für die alte Ernte kaum ins Gewicht fielen. Die Novemberbohne steigt um 1,5 % auf 8,79 US $ / bu. Das Sojaöl legt ebenso wie das in Kuala Lumpur gehandelte Palmöl um 3 % zu.
 
Raps legt kräftig zu
Der Raps profitiert ebenfalls von den Entwicklungen am Rohölmarkt und den festen Vorgaben aus Übersee. Am Ende des Tages steht der Novemberraps in Paris um 7 Euro oder 2 % höher bei 358,75 Euro / t und hat sich damit deutlich von seinem jüngsten Tief das exakt um 10 Euro niedriger lag distanziert. In Winnipeg schließt sich Canola dem Trend an und legt um 0,66 % auf 472,80 Ca$ / t zu.
 
Dieter Jendrziak
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