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Börsentelegramm

Ein regelrechter Ausverkauf bei Reihenkulturen

von , am
28.07.2015

Die neue Handelswoche startete über alle Kulturen zum Teil tiefrot. Die stärksten Chancen auf Rückgewinne gibt es beim Raps.

© James Thew/Fotolia
Sorgen um die Wirtschaftsleistung Chinas (8,5 Prozent Kurseinbruch am chinesischen Aktienmarkt) auf der einen und besseres Wetter im mittleren Westen der USA auf der anderen Seite führten gestern zu einem regelrechten Ausverkauf, vor allem bei den Reihenkulturen. Die gestern Abend veröffentlichten US-Bestandsbonitierungen fielen sowohl für Mais als auch für Soja beinahe unverändert zur Vorwoche aus (+ 1 Prozentpunkt für "good-excellent" auf 70 Prozent bei Mais, unverändert für Soja). Der Euro steht zum US-Dollar aktuell bei 1,1075.
 
Die deutlichsten Abstriche verzeichnete gestern die Sojabohne mit einem Minus von knapp 30 US-Ct auf 933-2 Ct/Bushel. Der heutige vorbörsliche Handel (8 Uhr MEZ) startete am Chicagoer Terminmarkt (CBoT) leicht im Plus. Die November-Sojabohne notiert bei 944-2 (313,34 Euro/t). CBoT-Weizen (Dezember 2015) liegt mit 514-2 Ct/Bushel leicht über dem gestrigen Schlusskurs. Mais (November 2015) notiert mit 384-2 Ct/Bushel ebenfalls leicht oberhalb der Nulllinie.
 
Rohöl präsentiert sich etwas schwächer als am Vortag. An der Matif war - getrieben von den starken Abschlägen bei der Bohne - Raps der größte Verlierer (November: -8,75 Euro auf 375,50 Euro/t). Der auslaufende Fronttermin August gab sogar 10,50 Euro auf 373,75 Euro/t nach. Mais schloss mit -5,25 Euro bei 173,75 Euro/t (November). Weizen (September) ließ ebenfalls Federn auf 181,50 Euro/t (-4,25 Euro). Für weiteres bärisches Aufsehen sorgte gestern eine Pressemeldung von Reuters, die für Frankreich trotz der letztwöchigen Trockenheit eine noch höhere Weizenernte als im Vorjahr erwarten lässt, nämlich plus 1 Mio. t auf 38,5 Mio. t. Vor allem in Nordfrankreich seien die Erträge erstaunlich gut.
 
International
Die EU-MARS-Unit korrigierte gestern unter Hinweis auf die anhaltende Trockenheit die europäischen Maiserträge deutlich nach unten, von 7,22 auf 6,71 t/ha. Diese Erträge liegen deutlich unter dem Vorjahreswert mit 8,07 t/ha und dem Fünf-Jahres-Schnitt mit 7,02 t/ha. Die anhaltende Hitze und fehlende Niederschläge haben Mais während der entscheidenden Blüte geschädigt. Durch das breite Gebiet an betroffenen Flächen (Italien, Frankreich, Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich, Ungarn) ist der Rückgang in der Ertragsschätzung besonders deutlich. Die Weizenprognosen blieben hingegen trotz Hitzesorgen mit 5,80 t/ha statt bisher 5,85 t/ha nahezu unverändert. Im Mais-Ausverkauf der letzten Tage haben die Fonds an der CBoT ihre Long-Positionen gewaltig um 77.000 Kontrakte ausgebaut und halten aktuell 280.000 Kontrakte. Auch bei der Bohne wurden zum letzten Report am Freitag von dieser Händlergruppe 90.000 Kontrakte gehalten.
 
Aussichten
Nach der gestrigen Bärenrallye erwarten wir heute eine Orientierung um die Vortageswerte und leichte Rückgewinne. Die leicht positiven Impulse von der CBoT sollten auch der Matif in Paris einen Start leicht über den Schlusskursen bescheren. Die stärksten Chancen auf Rückgewinne sehen wir beim Raps.
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