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Börsentelegramm

Rote Vorzeichen vor Acreage-Report

von , am
30.06.2014

Weizen und Mais starten schwächer in die Woche, Soja seitwärts

© kk artworks/fotolia
 
Die Weizenpreise haben derzeit offenbar wenig Luft nach oben. Auch die durchaus am Markt vorhandenen preisstützten Informationen der letzten Woche konnten die abwärts gerichteten Tendenz der Preise nicht wirklich durchbrechen. Zwar schlossen die Kurse am letzten Freitag den Handel unverändert (Europa) oder sogar mit einem leichten Plus (USA). Im Vorwochenvergleich bewegen sich die Preise jedoch allenfalls seitwärts und die meisten technischen Indikatoren und Signale sind weiterhin bärisch und damit abwärts gerichtet.
 
Technische Signale und neue US-Daten
So hat sich die Anzahl der Net-Short-Positionen großer Anleger (fallende Preise) am Terminmarkt in Chicago innerhalb einer Woche um 40 % (!!) erhöht. Auch am heutige Montag (30.06) startet der Weizen in den USA und in Europa erneut im roten Bereich. Neue Daten zur Entwicklung am US-Markt bringt heute der heute Abend der Acreage-Report (Aussaatflächen) des USDA und die Daten zu den Lagerbeständen im Juni. Hier könnte es im Ergebnis durchaus heftige Preisausschläge und eine veränderte Marktausrichtung in den USA auch am Weltmarkt geben. Allerdings gilt das wohl deutlich mehr für Soja und für Mais als für Weizen. Großer Druck auf die Maispreise (US-Lagerbestände!!) dürfte jedoch auch den Weizen mit nach unten ziehen.
 
Neue Anbaudaten und Juni-Lagerbstände
Das USDA aktualisiert heute Abend die Daten zu den Aussaatflächen für die wichtigsten Kulturen (Weizen, Mais und Soja) und veröffentlicht zudem die Entwicklung der Lagerbestände zum Juni. Beim Weizen gehen die Analysten im Vorfeld des Reports von einer weiteren Korrektur der Aussaatfläche Weizen nach unten aus. Ursache ist die witterungsbedingt kleinere Aussaatfläche beim Sommerweizen (25 % der Weizen-Produktion). Der lange Winter und die nachfolgenden starken Regenfälle im Norden den USA könnten die Farmer offenbar stärker an der Aussaat gehindert haben als bislang angenommen. Das hatte letzte Woche bereits das kanadische Statistikamt bestätigt, dass die Anbaufläche des dominierenden Sommerweizen aus den gleichen Gründen ebenfalle (zu Gunsten von Canola) nach unten korrigierte. Eine ähnliche Korrektur erwarten die Analysten vom USDA. Anstelle von 4,86 Mio. ha Sommerweizen (ohne Durum) wie im März vom USDA geschätzt sollen nur 4,83 Mio. ha ausgesät worden sein. Im Vorjahr waren es aus ähnlichen Gründen nur 4,69 Mio. ha. Bei den Juni-Beständen erwarten die Analysten (kleinere Ernte und starke Exporte) Weizenbestände die etwa 17 % kleiner sind akls im im Juni vor einem Jahr.
 
Erntedaten stützen US-Weizenmarkt
Preisstützend wirkten Ende letzter Woche neben den Meldungen aus Kanada über eine kleinere Weizenfläche auch die Daten aus der laufenden US-Ernte. Aus den USA meldete man zwar letzte Woche anhaltenden Druck aus der laufenden Ernte von Winterweizen, die Durchschnittserträge und die Erntequalität bestätigen bislang jedoch die schwachen Erwartungen. So lag der Eiweißgehalt nach den Informationen der US-Wheat-Association bei dem weiter nördlich angebauten Winterweizen der Sorte Soft Red Winter des deutlich niedriger als im letzten Jahr (teilweise unter 10 %) Gleiches gilt auch für das 1000-Korn-Gewicht. Hinzu kommt wegen der verregneten Ernte der Befall mit Vomitoxin.
 
US-Weizen kann sich behaupten
Im Verlauf der letzten Woche haben sich die US-Weizenpreise in Chicago behauptet. Nachdem Kurse in der ersten Wochenhälfte zunächst um 2,5 % nachgaben, ging es in de zweiten Wochenhälfte um die gleiche Größenordnung nach oben. Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) bewegen sich die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in den USA erneut im roten Bereich (-0,6 %). Der Julikontrakt beendete den Handel am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag (27.06) mit umgerechnet 157,5 Euro/t (585,2 Ct/Bu). Die neue Ernte (Septembertermin) kostete knapp 160 Euro/t (593,4 Ct/bu). Damit kostete der Weizen (SRW) in Chicago für die alte und für die neue etwa eben so viel wie vor einer Woche und der Preisabstand zwischen beiden Terminen beträgt gut 3 Euro. Seit dem 6. Mai haben die US-Weizenpreise (SRW) rund 21 % oder umgerechnet 42 Euro/t verloren.
 
EU-Weizen pendelt seitwärts
In der Europäischen Union haben sich die Weizenpreise in der letzten Woche in einem ähnlichem Muster bewegt wie in den USA. Nachdem Kurse am Terminmarkt in Paris in der ersten Wochenhälfte unter die Marke von 186 Euro/t gefallen waren, erholte sich die Weizenpreise in der zweiten Wochenhälfte wieder bis knapp unter 188 Euro. Am letzten Freitag (27.06.) kostete der Weizen für den Novembertermin (neue Ernte) an der MATIF 187,75 Euro/t und damit knapp 0,5 Euro weniger als vor einer Woche. Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise den Handel an der MATIF wie in den USA mit leicht nachgebenden Kursen (187,25 Euro). 
 
Dr. Olaf Zinke
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