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Scharfe Preiskorrektur an den Getreide- und Ölsaatenmärkten

von , am
29.01.2015

Am Mittwoch setzte sich die scharfe Preiskorrektur an den Agrarmärkten fort. Sowohl in den USA als auch in Europa fielen die Preise nochmals kräftig.

© imageteam/fotolia.de
 
Am Mittwoch setzte sich die scharfe Preiskorrektur an den Agrarmärkten fort. Sowohl in den USA als auch in Europa fielen die Preise nochmals kräftig. Besonders stark von der aktuellen Korrektur betroffen war auf beiden Seiten des Atlantiks der Weizen und in Europa zudem auch der Raps. Aber auch die Preise für Mais und Soja gaben sowohl am Dienstag am Mittwoch nach. Eine Ursache für den scharfen Preisrückgang bei Weizen in den USA waren die von US-Wetterdiensten angekündigten Regenfälle in den Hauptanbaugebieten für Winterweizen. Hinzu kam der deutliche Preisrückgang von Weizen am russischen Binnenmarkt, der trotz Exportzöllen die Wettbewerbsposition Russen an den Exportmärkten wieder verbessert.
 
Ein weiterer entscheidender Grund für die scharfe Preiskorrektur sind die (trotz regionaler Trockenheit) überwiegend sehr guten Aussichten der immer näher rückenden Ernte bei Mais und Soja in Südamerika. Am heutigen Donnerstag (29.01) beginnt der vorbörsliche elektronische Handel am Terminmarkt in Chicago vor allem bei Weizen und Mais mit weiter nachgebenden Kursen und auch bei Soja und Sojaschrot mit einem Minus. In Europa beginnt der Raps den Handel am Donnerstag mit einem Plus und Weizen und Mais liegen leicht im Minus.
 
USA: Heftige Verluste bei Weizen, schwächere Preise bei Mais und Soja
Am Mittwoch (28.01) sind die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 2,7 % auf 505,2 Ct je Buschel gefallen und lage damit nur noch knapp über der technisch und psychologisch wichtigen 500 Ct je Buschel Marke. Das ist der niedrigste Weizenpreis seit Anfang Oktober 2014 und bedeutet das die Weizenpreise in den USA dem 19ten Dezember (632 Ct/Bu) um 21 % gefallen sind. Am Donnerstag Mittag (MEZ) lagen die Preise im elektronischen vorbörslichen Handel erneut 0,6% im Minus bei nur noch 502 Ct je Buschel (!!).
 
Gleichzeitig ist der Mais in den USA für den Märztermin am Mittwoch um 2,1 % auf 373,2 Ct je Buschel gefallen. Am Donnerstag Mittag (MEZ) lagen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen Handel erneut 0,8 % im Minus bei 370,2 USD je Buschel. Die Sojabohne hat am Mittwoch hingegen nur 0,4 % auf 970,2 Ct je Buschel verloren. Am Donnerstag Mittag (MEZ) liegen die Sojapreise ganz leicht 0,1 % im Minus. Sojaschrot verteuerte sich am Mittwoch in Chicago hingegen um 0,2 % auf 337,4 USD/st und notiert am Donnerstag 0,1 % im Plus.
 
Ölpreise weiter abwärts, Ethanol fällt ebenfalls, Euro behauptet
Der Rohölpreis (WTI) ist am Mittwoch (28.01) erneut gefallen. Am US-Terminmarkt fielen die WTI-Kurse für den Februartermin um 3,85 % auf 44,45 USD je Barrel. Im elektronischen vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Donnerstag 0,3% im Plus bei 44,6 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Montag um 2,3 % auf 48,47 USD je Barrel nachgegeben. Im elektronischen vorbörslichen Handel am Donnerstag liegen die Preise 1,0 % im Plus bei 48,97 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) sind in den USA am Mittwoch um 3,2 % gefallen. Am Donnerstag im elektronischen vorbörslichen Handel liegen die Gaspreise jedoch wieder 0,6 % im Plus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Mittwoch am US-Terminmarkt um 2,1 % gefallen und liegen am Donnerstag erneut 2,8 % im Minus und erhöhen damit den Druck auf die Maispreise. Der Euro hat sich am Mittwoch gegenüber dem Dollar 0,6 nachgegeben und notierte bei 1,131 USD und liegt am Donnerstag fast unverändert 1,132 USD je Euro.
 
Weizenpreise fallen in einer Woche um 5 %
Die Weizenpreise sind diese Woche in Europa (und den USA) überraschend kräftig gefallen. Seit dem letzten Freitag (23.01) hat der europäischen Weizen am Terminmarkt mehr als 10 Euro bzw. über 5 % verloren und ist zudem sehr deutlich unter die 190-Euro-Marke gefallen. Auch die Preiserwartungen für die neue Ernte haben sich erheblich verschlechtert. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Mittwoch (28.01) nur noch mit 187,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (193,25 Euro) sind die Preise damit um 3,0 % oder 5,75 Euro gefallen. Der Maikontrakt notierte bei 188,75 Euro und damit 5,50 Euro niedriger als am Vortag (194,25 Euro) und die nächste Ernte (September) kostete 187,0 Euro und damit 3,50 Euro weniger als am Vortag (193,75 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Weizenernte (September) 0,50 Euro weniger als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (183,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit noch 4,25 Euro höher. Am Donnerstag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Weizen mit einem Plus von 1,0 Euro bei 188,5 Euro/t.
 
Maispreise fallen unter 155 Euro
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Mittwoch (28.01) ebenfalls deutlich nachgegeben. Seit dem letzten Freitag (23.01) haben die europäischen Maispreise am Terminmarkt rund 7 Euro bzw. 4,2 % verloren und sind zudem deutlich unter die 155-Euro-Marke gefallen. Der Märzkontrakt beendete den Handel am Terminmarkt in Paris bei 152,50 Euro/t und damit 2,50 Euro bzw. 1,6 % weniger als am Vortag (155,0 Euro). Der Junitermin notierte bei 158,50 Euro und 2,25 Euro niedriger als am Vortag (160,75 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 163,50 Euro und damit 1,75 Euro niedriger als am Vortag (165,25 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 167,0 Euro und damit 1,75 Euro weniger als am Vortag (168,75 Euro) sowie 14,50 Euro mehr als der März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (176,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 23,50 Euro niedriger. Am Donnerstag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mais mit einem Plus von 1,0 Euro bei 153,50 Euro/t. Die hinteren Termine ab August liegen jedoch leicht im Minus.
 
Rapspreise fallen in einer Woche um 14 Euro
Die Rapsreise sind diese Woche besonders kräftig gefallen. Seit dem letzten Freitag (23.01) haben die europäischen Rapspreise am Terminmarkt rund 14,50 Euro bzw. 5,0 % verloren und sind zudem unter die 340-Euro-Marke (!!) gefallen. Das war der niedrigste Rapspreis seit Anfang Dezember. Der Februartermin für den Raps beendete den Handel am Mittwoch bei 339 Euro/t und damit 7,25 Euro bzw 2,1 % niedriger als am Vortag (346,25 Euro). Der Maikontrakt wurde mit 343,50 Euro notiert und damit 8,0 Euro niedriger als am Vortag (351,50 Euro) und der August (neue Ernte) kostete 341,25 Euro und damit 7,50 Euro weniger als am Vortag (348,75 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 2,25 Euro mehr als der aktuelle Februar-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (348,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 9,50 Euro niediger. Am Donnerstag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Raps mit einem Aufschalg von 3,50 Euro bei 342,50 Euro/t. Die hinteren Termin legen etwas weniger deutlich zu.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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