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Börsentelegramm

Scharfe Preiskorrektur an den Terminmärkten

von , am
12.08.2015

Genau so kräftig wie die Preise für Getreide und Ölsaaten am Montag gestiegen sind die Kure am Dienstag wieder gefallen.

© imageteam/fotolia.de
 
Genau so kräftig wie die Preise für Getreide und Ölsaaten am Montag gestiegen sind, sind die Kurse am Dienstag wieder gefallen. Auslöser für die scharfe Preiskorrektur war der Crop-Monitoring-Bericht des USDA vom späten Montag Abend, der nicht die zuvor erwarteten Verschlechterungen beim Crop-Rating für die neue Mais- und Sojaernte in den USA brachte. Sowohl beim Mais als auch bei Soja blieb der Zustand unverändert zur Vorwoche und damit vor allem beim Mais nicht viel schlechter als im vorigen Jahr. Beim Mais kamen 70 % (Vj: 73 %) der Bestände in die beiden besten Kategorien und beim Soja waren es 63 % (Vj: 70 %). Die US-Winterweizenernte war zu 97 % eingebracht (Vj: 90 %) auch der Sommerweizen war 28 % (Vj. 20 %) geerntet.
 
Sehr gute Erntedaten aus Brasilen
Hinzu kam der aktuelle Erntebericht der brasilianischen Agrarbehörde CONAB, die die aktuelle brasilianische Wintermaisernte (Safrina) und damit auch die Gesamtmaisernte bei Mais nochmals deutlich auf einen neuen Rekordwert (84,3 Mio. t) oben setzte und damit den Druck auf die Weltmarkpreise kräftig erhöhte. An der ebenfalls rekordhohen brasilianischen Sojaernte gab es keine Veränderungen mehr, allerdings ist diese Ernte mit 96,2 Mio. t rund 10 Mio. t größer als im vorigen Jahr und zeigt (in Verbindung mit der rekordhohen argentinischen Ernte) ebenfalls eine sehr gute globale Versorgung für das neue Wirtschaftsjahr an.
 
USA: Weizenpreise mit scharfer Korrektur
Am Dienstag (11.08) sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago und in Kansas kräftig zurückgegangen. Der Septemberkontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) verlor 3,5 % und fiel auf 507,2 Cent je Buschel (168,9 Euro/t). Der Dezember-Termin notierte 3,3 % niedriger bei 512,2 Cent je Buschel (170,7 Euro/t). Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Weizen von Anfang Juli (616 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Preise rund 18 % niedriger. Im Vergleich zu den letzten Tiefpreisen von Anfang August (493 Cent) sind die Weizenpreise in Chicago nur noch 2,8 % höher. Das Preisniveau vom Vorjahr (601 Cent) wird am US-Terminmarkt derzeit um 16 % verfehlt.
 
Am Mittwoch Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise (Septemberkontrakt) in Chicago den vorbörslichen Handel erneut mit einem Minus von 1,0 % bei 502,2 Cent je Buschel (167,4 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten Weizen der Sorte Hard Red Winter (September-Kontrakt) geben die Preise am Mittwoch Vormittag ebenfalls um 1,0 % auf 483 Cent je Buschel (161 Euro) nach.
 
USA: Mais mit sehr kräftigen Verlusten
Am Dienstag (11.08) sind die Maispreise für den Septembertermin in den USA sehr deutlich um 3,5 % auf 376,4 Cent je Buschel (134,3 Euro/t) gefallen. Die neue Ernte (Dezember) notierte 3,4 % niedriger bei 387,4 Cent je Buschel (138,4 Euro/t). Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Mais von Anfang Juli (441 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Preise damit etwa 15 % niedriger. Im Vergleich zu den letzten Tiefpreisen von Anfang August (366 Cent) sind die Maispreise noch rund 2,7 % höher. Das Preisniveau vom Vorjahr (403 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt um knapp 7 % verfehlt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) beginnen die Maispreise in Chicago den vorbörslichen Handel 0,3 % im Minus bei 375,2 Cent je Buschel (134 Euro).
 
USA: Sojabohne gibt deutlich nach
Am Dienstag (11.08) sind die Preise für Sojabohnen (Septemberkontrakt) am Terminmarkt in Chicago um 2,7 % auf 981 Cent je Buschel (327 Euro/t) wieder deutlich unter die Marke von 1000-Cent gefallen. Die neue Ernte (November) notierte 2,3 % niedriger bei 971,4 Cent je Buschel (324 Euro/t). Im Vergleich zur letzten Preisspitze bei Sojabohnen von Anfang Juli (1033 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Sojapreise damit 5,0 % niedriger. Im Vergleich zum letzten Tiefstand von Anfang August (949 Cent) sind die Sojapreise hingegen noch 6,2 % gestiegen. Das Preisniveau vom Vorjahr (1070 Cent) wird am US-Terminmarkt nur noch 3,3 % höher. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die vorderen Sojapreise (September) 0,9 % im Minus bei 972,0 Cent je Buschel (324 Euro).
 
Europäische Weizenpreise brechen ein
Am Dienstag (11.08) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt unter dem Druck der fallenden US-Preise deutlich zurückgegangen. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel bei 178,50 Euro/t und damit 4,50 Euro bzw. 2,5 % niedriger als am Vortag (183,0 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 185,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (190,0 Euro) sind die Preise damit um 2,5 % oder 4,75 Euro gefallen. Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Weizen von Anfang Juli (205 Euro) sind die Preise mittlerweile rund 26,50 Euro oder 13 % niedriger. Gleichzeitig sind die Preise wieder auf den letzten Tiefstand von Anfang August (178 Euro) zurückgefallen. Das Preisniveau vom Vorjahr (184,75 Euro) wird am europäischen Terminmarkt um 6,25 Euro verfehlt.
 
Maispreise in Europa unter Druck
Am Dienstag (11.08) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls kräftig zurückgegangen. Der Novemberkontrakt (neuen Ernte) beendete den Handel bei 185,0 Euro/t und damit 3,25 Euro bzw. 1,7 % niedriger als am Vortag (188,25 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 187,0 Euro und damit 3,25 Euro bzw1,7 % niedriger als am Vortag (190,25 Euro). Im Vergleich zur letzten Preisspitze von Anfang Juli (196 Euro) sind die derzeitigen Maispreise rund 11,0 Euro bzw. 5,6 % niedriger. Die letzten Tiefpreise von Anfang August (173 Euro) werden allerdings um 12,0 Euro bzw. 6,9 % übertroffen. Das Preisniveau vom Vorjahr (167,50 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit um 17,50 Euro bzw. 10,4 % übertroffen.
 
Rapspreise geben deutlich nach
Auch die Rapspreise sind am Montag am europäischen Terminmarkt deutlich zurückgegangen. Der Novemberkontrakt wurde mit 382,50 Euro gehandelt und damit zu 4,25 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (386,75 Euro). Der Februarkontrakt wurde mit 382,50 Euro gehandelt und damit 4,0 Euro niedriger als am Vortag (386,50). Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Raps von Anfang Juli (402,5 Euro) sind die derzeitigen Rapspreise damit 20,0 Euro bzw. 5,0 % niedriger. Der letzte Tiefstand der Preise von Anfang August (376,50 Euro) wird jedoch noch um 6,0 Euro übertroffen. Gleichzeig wird das Preisniveau vom Vorjahr (331 Euro) am europäischen Terminmarkt derzeit um 51,50 Euro bzw. 15,5 % übertroffen.
 
Dr. Olaf Zinke
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