Login
Börsentelegramm

Weiter schwache Agrarmärkte

von , am
11.07.2014

Der gestrige Handelstag begann freundlich und endete wie schon oft in den vergangenen Tagen durchweg im roten Bereich.

Nach dem USDA-Report starteten die euopäischen Weizenpreise mit 179 Euro je Tonne in die neue Woche. © Leonhardo Franko/fotolia
 
Der gestrige Handelstag begann freundlich und endete wie schon oft in den vergangenen Tagen durchweg im roten Bereich. Ein schwaches Börsenumfeld mit einer sich anbahnenden neuen Bankenkrise in Portugal sorgten schon mal für eine negative Grundstimmung. Heute Abend erscheint ein neuer Report des amerikanischen Landwirtschaftministerium (USDA) der den allgemein bärischen Trend bestätigen wird. Zumindest erwarten das die Analysten und haben sich im Vorfeld entsprechend positioniert. Die Konsensschätzung (siehe Marktkompass ) lässt im Ergebnis eine nochmalige Erhöhung der erwarteten Rekordernten mit einer sehr komfortableren Versorgung erwarten. Da haben die Bullen im Moment keine Chance. Heute Morgen deutet sich nur für die Sojabohne ein positiver Start an.
 
Matif-Weizen stabilisiert sich
Eigentlich wollten die Kurse in Paris wieder nach oben, denn in weiten Teilen Europa`s ist es deutlich zu nass.. Den größten Teil des Tages handelte man im positiven Bereich, aber als in Chicago die Vorzeichen auf rot wechselten schmolz auch die Zuversicht an der Matif und der Tag endete mit einer Nullnummer bei 181,75 €/t. An dem CBoT kam mit dem näher rückenden neuen USDA-Report verstärkt bullische Stimmung auf und man positionierte sich entsprechend. Der starke negativ Trend beim Mais nimmt auch den Weizen mit. Große Neuigkeiten gab es nicht. Aber mit dem Fortschritt der US Weizenernte in Richtung Norden sind auch die Qualitätssorgen kleiner geworden, und so ist hier im Moment überhaupt kein bullisches Argument mehr auszumachen, denn die Witterung ist für nahezu alle Feldfrüchte weiter ideal. Der September Kontrakt fällt um 0,5 % auf 548,50 US ct/bu.
 
US-Mais mit der roten Laterne
Die Exportdaten der USA für die alte Ernte waren mit 363.000 t zwar ganz ordentlich, reichten aber nicht aus um die Stimmung im positiven Bereich zu halten. Zum einen gab es Stornierungen, unter anderem von den Chinesen, die sich damit wieder mal als unzuverlässiger Handelspartner präsentierten, und den Händlern Sorgenfalten auf die Stirn trieben, denn auch die Wirtschaftsdaten aus dem Reich der Mitte geben immer wieder Anlass zur Sorge. Zum anderen war da die Konsensschätzung der Analysten die die Händler zur Vorsicht mahnte, denn hier wird eine nochmalige Steigerung des Flächenertrages für möglich gehalten. Der Dezembermais fällt um 1,3 % auf ein neues Kontrakttief bei 392,75 US ct/bu. In Paris kann sich der August um 50 Cent auf 170,25 €/t erholen, während der Dezember mit einer Nullnummer bei 166 €/t settelt.
 
Soja verliert weiter
Einige Analysten halten eine Sojaernte in den USA von über 100 Mio. t für möglich, und schickten damit die Kurse weiter auf Talfahrt. Der August settelt bei 1232,75 US ct/bu, was ein Minus von 1,1 % entspricht, und der November reißt die psychologisch wichtige1100 er Marke und hat am Ende 1,0 % auf 1093 US ct/bu verloren. Die weiter laufenden Exporte aus der alten Ernte, die für diese Woche mit 56.300 t angegeben wurden, und in der Summe die Prognose bereits um über 2 Mio. t überschritten haben konnten ebenso wenig wie die 526.500 t aus der neuen Ernte die Stimmung nachhaltig zum positiven wenden. Sojaschrot gibt ebenfalls kräftiger nach, einzig Sojaöl stemmt sich aufgrund geringer Palmölbestände in Malaysia gegen einen weiteren Wertverfall.
 
Raps folgt der Bohne
Der Raps machte es wie die anderen auch. Nach positivem Start und mit dem Vorzeichenwechsel der amerikanischen Börse fehlte auch ihm jegliche Kraft. Er gibt 25 Cent auf 333,50 €/t nach und bewegt sich weiter auf dem 4 Jahrestief.
 
Dieter Jendrziak
Auch interessant