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Börsentelegramm

Schwache US-Exporte und bärische Preisprognosen

von , am
24.02.2014

Mit Preisabschlägen für Weizen und Mais sowie steigenden Preisen bei Soja und Raps ging die letzte Handelswoche zu Ende. Diese Trends setzte sich am Montag (24.01) Vormittag im vorbörslichen elektronischen Handel durchweg fort.

© kk artworks/fotolia
 
Mit Preisabschlägen für Weizen und Mais sowie steigenden Preisen bei Soja und Raps ging die letzte Handelswoche zu Ende. Diese Trends setzte sich am Montag (24.01) Vormittag im vorbörslichen elektronischen Handel durchweg fort. Dabei waren die Exportzahlen der Amerikaner letzte Woche durchweg schwach ausgefallen, während die sich die Weizenausfuhren der Europäer (nach einer sehr schwachen Vorwoche) wieder spürbar zulegten. Gleichzeitig setzet die Ende der letzten Woche auf der Outlook-Konferenz des USDA gemachten Produktions- und Preisprognosen doch starke bärische Signale. Die Preiserwartungen für Weizen, Mais und Soja für das neue Wirtschaftsjahr lagen durchweg (deutlich) unter dem derzeitigen Niveau.
 
Weizenpreise sollen deutlich fallen
Im Rahmen seiner Outlook-Konferenz Ende letzter Woche schätzte das USDA die Aussaatfläche für die neue US-Weizenernte 2014/15 auf 55,5 Mio. Acres (22,47 Mio. ha) und damit 0,7 Mio. Acres kleiner als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Die neue Ernte könnte nach den Prognosen des USDA mit 2.160 Mio. Buschel (58,79 Mio. t) jedoch etwas größer sein als im letzten Jahr mit 2130 Mio. Bushel (57,97 Mio. t). Vor allem aber rechnet das USDA mit einem weiteren sehr deutlichen Rückgang der Preise. Während die US-Weizenpreise im Wirtschaftsjahr 2012/13 durchschnittlich bei 7,77 USD/bu (209 Euro/t) lagen, waren es im laufenden Jahr nur noch 6,80 USD/bu (182 Euro). Für das nächste Wirtschaftsjahr rechnet das USDA allerdings nur noch mit Preise von 5,30 USD/bu (142 Euro) und damit mit einem weiteren Preisrückgang von 22 Prozent.
 
US-Weizenexporte immer schwächer
Druck auf die Weizenpreise kam auch von den sich merklich abschwächenden US-Exporten. In der letzten Abrechnungswoche bewegten sich die Weizen-Exporte der USA am unteren Ende der Analysten-Erwartungen von 400.000 t bis 700.000 t. Vom USDA wurden in Export-Verkäufe von 424.500 t Weizen gemeldet. Damit war die verkaufte Menge kleiner als in der vorigen Woche zuvor (597.000 t) und auch als vor zwei Wochen (638.800 t) und vor drei Wochen (746.000 t). Hauptabnehmer waren Japan (148.0000 t), die Philippinen (78.000 t), China (58.800 t), Uruguay (50.000 t), Kolumbien und Mexiko. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr schon 27,7 Mio. t Weizen ins Ausland verkauft und damit 5,3 Mio. t bzw. 24 % mehr wie im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt (22,4 Mio. t).
 
Europäische Exporte erholen sich kräftig
Die europäischen Weizenexporte (Lizenzen) legten in der letzten Abrechnungswoche bis zum 18. Februar deutlich auf 756.000 t zu, nachdem die Verkaufsmenge in der Woche zuvor mit 315.000 t auf den niedrigsten Stand seit 17 Wochen gefallen waren. Vor zwei Wochen (bis 04. Februar) waren die Exportverkäufe allerdings auf den bisherigen Wochenrekord von 872.000 t geklettert. Deutschland verkaufte in der aktuellen Abrechnungswoche 197.000 t und Frankreich 344.000 t. Im gesamten Wirtschaftsjahr kommen die Franzosen auf Drittlandsexporte von 6,00 Mio. t und die Deutschen auf 5,75 Mio. t. Für die EU 28 erreichen die Verkäufe von Weizen in Drittländer bisher einen Umfang von 19,23 Mio. t. Das sind 7,12 Mio. t oder 52 % mehr als im schon guten letzten Jahr (12,68 Mio. t).
 
Weizenpreise in den USA geben nach
Am Freitag (21.02) legten die Weizenpreise in den USA vor dem Hintergrund der deutlich nach unten gerichteten USDA-Preisprognosen sowie der schwachen Exportzahlen nach. Dabei beendete der Märzkontrakt am Terminmarkt in Chicago (SRW) den Handel mit einem Abschlag von gut 1,0 % bei umgerechnet 162,74 Euro/t (609,6 Ct/Bu) und auch der Maikontrakt gab auf 161,61 Euro/t (605,6 Ct/bu) nach. Damit sind die US-Weizen aber immer noch gut 2 Euro bzw. 1 % höher in zum Beginn der letzten Woche und liegen zudem fast 10 % über dem letzten Tiefpunkt von Ende Januar. Außerdem haben sich die US-Weizen-Preise für aller Termine über 600 Ct/Buschel gehalten. Gleichzeitig liegen die Preise über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (594,1 Ct/bu). Auch die 20-Tage-Linie (582 Ct) sowie der Durchschnittspreis der letzten 40 Tage (588,5 Ct) werden weiterhin deutlich übertroffen.
 
Europäischer Weizen behauptet sich
In der Europäischen Union haben die Weizenpreise am Freitag leicht nachgegeben. IM Wochenverlauf waren die Kurse (wegen der starken Exporte) zunächst bis knapp unter die 200-Euro-Marke gestiegen, konnten diese aber dann nicht überwinden. Am Freitag (21.02) kostete der Weizen für den März an der MATIF knapp 198,25 Euro/t und damit 0,5 Euro weniger als am Vortag. Der Maikontrakt gab am Freitag ebenfalls um 0,5 Euro auf 195,75 Euro/t nach und hält sich weiter über 195 Euro. Am europäischen Kassamarkt haben die Weizenpreise Ende der Woche ebenfalls nachgegeben. Am Großmarkt in Hamburg handelte man den Brotweizen am Freitag (21. Februar) mit 200 Euro/t und damit 3 Euro preiswerter als Vortag. Futterweizen zur Lieferung im Februar kostete in Hamburg 196 Euro/t (-1) und A-Weizen wurde mit 203 Euro/t (-2) notiert. In Frankreich wurde Brotweizen am Ende der Woche im Großhandel (fob-Rouen) mit 192 Euro/t notiert. .
 
US-Maisexporte gehen deutlich zurück
Die Exportverkäufe von US-Mais gehen nach einigen sehr starken Wochen weiter zurück. Zusätzlich setzten die Produktions- und Preisprognose der US-Outlookkonferenz den Markt unter Druck. In seiner aktuellen Schätzung geht das USDA von einem Preisrückgang bis auf 3,90 USD/Bushel (112 Euro/t) für 2014/15 aus. Im Vergleich zum aktuellen Wirtschaftsjahr 2013/14, mit einem Durchschnittspreis von 4,50 USD/Buschel (129 Euro/t), wäre dies ein Rückgang der Maispreise von 14 %. Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2012/13 wären die Maispreise hingegen 43 % niedriger.. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Woche 691.000 t Mais ins Ausland verkauft. Diese Menge lag am unteren Ende der Analystenerwartungen von 600.000 t bis 1,35 Mio. t und deutlich unter den Exportverkäufen der letzten beiden Wochen von 1,27 Mio. t und 1,7 Mio. t. Insgesamt summieren sich die US-Maisexporte jetzt auf 35,3 Mio. t gegenüber 14,24 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist mehr als eine Verdopplung der US-Ausfuhrmenge.
 
Europäische Mais-Importe schon über 8 Mio. t
Die Importe der Europäer setzte sich relativ stetig fort. In der letzten Abrechnungswoche kauften die EU-Länder insgesamt 352.000 t Mais in Drittländern ein. In der Woche zuvor lag die Importmenge bei 424.000 t und vor zwei Wochen bei 289.000 t. Bislang wurden schon 8,14 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum letzten Jahr (7,63 Mio. t) sind die Einfuhren damit bislang 0,51 Mio. t größer. Bezogen auf das gesamte Wirtschaftsjahr hat Spanien mit 2,53 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 1,7 Mio. t, gefolgt von Italien mit 947.000 t und Portugal mit 818.000 t. Auf Position 5 unter den Maisimporteuren der EU liegt Deutschland mit Einfuhren von 606.000 t.
 
US-Maispreise rutschen mit den Preisprognsoen
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise am Freitag nachgegeben. Der Märztermin ging am Freitag (21.02) in Chicago mit einem Abschlag von 0,6 % und umgerechnet 129,56 Euro/t (453,0 Ct/bu) aus dem Handel und der Maitermin kostete 131,26 Euro (459 Ct/bu). Damit lagen die US-Mais-Preise (Märzkontrakt) jedoch weiterhin über dem Niveau der Vorwoche. Gleichzeitig halte sich die US-Preise knapp über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (451,5 Ct/bu) und zudem deutlich oberhalb der 20-Tage-Linie (445,1 Ct/bu) und noch deutlicher über der 40 Tage-Linie (439,5 Ct).
 
Europäische Maispreise zuletzt  fest
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise in der letzte Woche etwa 2 bis 3 Euro zugelegt, blieben jedoch am Freitag (21.02) relativ stabil. Die Kontraktpreise für den Märztermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit 174 Euro/t und damit auf dem gleichen Stand wie am Vortag. Für den Junikontrakt blieben die Preise mit 180,0 Euro am Ende der Woche ebenfalls stabil. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Freitag (21.02) zwischen 162 Euro und 166 Euro (0) und damit auf dem Niveau der Vorwoche. An den französischen Rheinhäfen wurde der Mais am Freitag für 178 Euro/t (0) verladen und damit ebenfalls zu unveränderten Preisen. Am Großmarkt in Hamburg wurde Mais am Freitag (21.02) für 190 Euro (-1) angeliefert.
 
Sojapreise überraschend fest
Die Sojapreise haben am letzten Freitag in Chicago zugelegt und auch im vorbörlischen elektronischen Handel steigen die Preise am Montag weiter. Dabei zeigten die Preisprognosen des USDA für das nächste Wirtschaftsjahr deutlich nach unten und auch die Exporte waren letzten Woche auf den niedrigsten Stand in diesem Wirtschaftsjahr gerutscht. Grund für den Preisanstieg am Freitag waren offenbar die bisherigen sehr hohen Exporte, die die US-Bestände schon deutlich reduziert haben. Hinzu kommen die zuletzt unter den Erwartungen bleibenden Regenfälle in Südbrasilien. Dagegen könnt de ergiebige Regen in Mato Grosso die Erntearbeiten verschieben. Der Märzkontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (21.02) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 366 Euro/t (1370,6 Ct/bu) und der Maitermin kostete am Ende des Handelstages 363 Euro/t (1360 Ct/bu). Damit kosteten die Bohnen rund 0,8 % mehr als am Vortag und gut 2,2 % mehr wie am Montag der letzten Woche. Das USDA rechnet derzeit für das Wirtschaftsjahr 2014/15 nur noch mit Sojapreisen von 9,65 USD/Bushel (259 Euro/t). Im Wirtschaftsjahr 2013/14 lagen die Preise durchschnittlich noch bei 12,70 USD/Bushel (340 Euro/t). Damit ist das für 2014/15 erwartete Preisniveau rund 24 % niedriger als 2013/14.
 
Fast keine US-Sojaexporte
mehr Ende der letzten Woche meldete das USDA nur noch Exportverkäufe bei Sojabohnen von 86.000 t. Diese Menge verfehlte die Analystenerwartungen von bis zu 600.000 t deutlich und war zudem das schlechteste Ergebnis des laufenden Wirtschaftsjahres. In de letzten Woche hatten die Amerikaner 174.000 t ins Ausland verkauft und vor zwei Wochen waren es 577.000 t. Bislang summieren sich die US-Ausfuhren allerdings auf 43,3 Mio. t gegenüber 33,9 Mio. t im letzten Jahr. Damit wurden die eigentlich vom USDA erwarteten Gesamtausfuhren für das laufende Wirtschaftsjahr von knapp 41 Mio. t bereits sehr deutlich übertroffen.
 
Rapspreise in Europa und Kanada gestiegen
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben am Freitag (21.02) mit den Sojapreisen zugelegt. Der Maitermin beendete den Handel mit 392 Euro und der Augustkontrakt notierte bei 372,50 Euro. Damit kostete der Mai-Kontrakt in Paris rund 3 Euro mehr als am Vortag und 10 Euro mehr als in der Woche zuvor. Im deutschen Großhandel legten die Rapspreise ebenfalls zu. Für den Mai bewegen sich die Kurse je nach Region zwischen 392 Euro und 399 Euro/t. Die Rapspreise in Kanada haben am Freitag (21.02) ebenfalls zugelegt. Mit umgerechnet knapp 271 Euro/t (415 CAD) notierte der Märztermin in Kanada wieder deutlich über der 400-CAD-Linie. Im Vergleich zur Vorwoche haben die Preise um 17 CAD zugelegt. Der Maikontrakt kostete 277 Euro (425 CAD) und damit ebenfalls 16 Euro mehr als letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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