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Börsentelegramm

Schwacher Wochenbeginn in Europa – Keine Daten aus den USA

von , am
26.05.2014

Der Weizenmarkt befindet sich weiter in einer Korrekturphase. Am internationalen MaisMarkt konnten sich die Maispreise in der letzten Woche behaupten.

© agrar-press
 
Der Weizenmarkt befindet sich weiter in einer Korrekturphase. Nach dem letzten USDA-Report haben sich die Einschätzungen des Marktes zu den Versorgungsbilanzen und Knappheitsverhältnisse in der neuen Saison offenbar verändert. Das führte auch zu einer kräftigen Korrektur der Preise in Europa und vor allem in den USA. Offensichtlich überwiegen derzeit die Argumente für eine großes Angebot und eine sehr gute Versorgung. In Europa und in den USA gaben die Preise in der letzten Woche deshalb weiter nach und fanden zunächst keinen neuen Boden. Das gilt sowohl für die Terminmärkte als auch für die Kassamärkte. Am heutigen Montag ist in den USA ein Feiertag (Memorial Day), weshalb es von dort heute keine neuen Vorgaben und auch keine neuen Daten geben wird.
 
Regen in den USA, gute Prognose für Russland
Dabei hatte sich in den USA an der eher schlechten Verfassung des Winterweizens bis zur letzten Woche eigentlich nichts geändert. Nach Einschätzung von Analysten hat der Regen in den südlichen Hauptanbaugebieten von Winterweizen (Kansas, Texas. Oklahoma) den Zustand des von Trockenstress und Hitze geplagten Weizens aber stabilisiert. Zusätzlicher Druck auf die Preise kam weiterhin von den Exportmärkten. Vor allem die amerikanischen Ausfuhren laufen seit dem letzten Preisanstieg Anfang Mai unverändert schwach und zum Ende des Wirtschaftsjahres ist auch das europäische Ausfuhrtempo spürbar zurückgegangen. Auch die Ernteprognosen für Russland und die Ukraine sind derzeit ziemlich optimistisch.
 
US-Weizenpreise fallen weiter
Im Verlauf der der letzten Woche haben die Weizenpreise in den USA nochmals nachgegeben und zudem wichtige technische Unterstützungslinien (200-Linie) nach unten durchbrochen. Vor allem die anhaltenden Regenfälle in den südlichen und zentralen Hauptanbaugebieten für Winterweizen hatten eine sich zunächst abzeichnende Stabilisierung der Preise verhindert. In der gesamten Woche haben die Weizenpreise um etwa 3,3 % nachgegeben. Der Julikontrakt beendete den Handel am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag (23.05) mit umgerechnet 175,60 Euro/t (652,4 Ct/Bu). Die neue Ernte (Dezember) kostete 183,96 Euro/t (682,2 Ct/bu). Damit kostete der Weizen (SRW) in Chicago für die alte Ernte 5 Euro weniger und für die alte Ernte 3 Euro weniger als vor einer Woche. Seit der letzten Preisspitze vom 06. Mai haben die Weizenpreise damit 12 % verloren.
 
EU-Weizen weiter unter Druck
In der Europäischen Union sind die Weizenpreise im Verlauf der letzten Woche ebenfalls gefallen und haben sich weiter von der 200-Euro-Marke entfernt. Am Freitag (23.05) kostete der Weizen für den Novembertermin (neue Ernte) an der MATIF nur noch 195 Euro/t und damit 4,0 Euro bzw. 2 % weniger als vor einer Woche. Am heutigen Montag (19.05) dürften den europäischen Weizenpreise die Vorgaben und Signale vom US-Markt fehlen. Der Handel an der MATIF beginnt am Montag Vormittag jedenfalls mit negativen Vorzeichen. Am Kassamarkt haben die Weizenpreise im Wochenverlauf ebenfalls nachgegeben.
 
Europäische Maispreise bröckeln
Am internationalen MaisMarkt konnten sich die Maispreise in der letzten Woche behaupten, während die Kurse in Europa erneut leicht nachgegeben haben. Allerdings ist nicht sicher ob der US-Mais diese Woche nicht doch noch unter Druck gerät. US-Wetterdienste gehen jedenfalls davon aus, dass die Daten für den Aussaatfortschritt in den USA gut sein dürften und damit bärisch für die Preise. Überraschend stark und damit preisstützend entwickelte sich letzte Woche der Maisexport der USA, während sich der Import der Europäer zum Ende der laufenden Saison kaum abschwächt.
 
Maispreise in Europa starten schwächer
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche um nochmals um knapp 3 Euro nachgegeben. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Freitag (23.05) mit 175,75 Euro/t und damit 3 Euro preiswerter als vor einer Woche (177,50 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise im Wochenverlauf um 4,00 Euro auf 179,50 Euro nach.  Am Montag Vormittag kostete der Juni-Mais zum Handelsbeginn an der MATIF nur noch 175,00 Euro/t und der November rutschte bis auf 179 Euro/t nach unten.
 
Starker Export stützt US-Maispreise
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise sich letzte Woche behauptet. Der Julitermin ging am Freitag in Chicago mit umgerechnet 138 Euro/t (478 Ct/bu) aus dem Handel und der Septembertermin kostete 137 Euro (475,4 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde ebenfalls mit 137 Euro (475 Ct/bu) gehandelt. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am letzten Freitag 221 USD/t (162 Euro/t) angeboten.
 
Soja verteuert sich kräftig
Am US-Terminmarkt hatten die Sojapreise die letzte Woche kräftig zugelegt und am Donnerstag erneut die 1500-Bushel-Marke übersprungen, am Freitag jedoch leichte Abschläge hinnehmen müssen. Der Julikontrakt für Sojabohnen hatte den Handel am Freitag (23.05) am US-Terminmarkt in Chicago umgerechnet mit 408,9 Euro/t (1515 Ct/bu) beendet und der Augusttermin kostete 389,24 Euro/t (1445 Ct/bu). Die nächste US-Ernte (November) wurde am Freitag mit 339 Euro/t (1265 Ct/bu) gehandelt. Vorige Woche sind die Sojapreise in Chicago um 3,4 % gestiegen, auf den höchsten Stand seit 11 Monaten.
 
EU-Rapspreise mit schwachen Wochenstart
Die Rapspreise (für die neue Ernte) haben sich am europäischen Terminmarkt im Wochenverlauf knapp behauptet. Der Augustkontrakt (neue Ernte) notierte am Freitag (23.05) bei knapp 358 Euro. Damit kostete neue Ernte in Paris knapp 2,0 Euro weniger als vor einer Woche. Am heutigen Montag Vormittag starten die Rapspreise in Paris allerdings im Minus.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompas
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