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Börsentelegramm

Soja startet eine neue Rally

von , am
10.07.2015

Der übermäßige Regen in weiten Gebieten der USA sorgt weiter für Turbulenzen an den Getreidemärkten.

© Eisenmann/fotolia.com
 
Der übermäßige Regen in weiten Gebieten der USA sorgt weiter für Turbulenzen an den Getreidemärkten. Heute Abend erscheint ein neuer USDA Report mit neuen Marktdaten, und die Händler erwarten insbesondere für die Sojabohne und Mais eine Abwärtskorrektur der neuen Ernte (siehe Marktinformationen: Wetter erzwingt Ernte-Korrekturen in den USA). So konnte gestern insbesondere die Sojabohne wieder deutliche Gewinne verzeichnen, was auch den Raps in Paris weiter auf die Sprünge half. Weizen und Mais präsentierten sich auf beiden Seiten des Atlantiks nach der scharfen Korrektur in dieser Woche wieder mit positiven Vorzeichen.
 
Als zunehmend belastende wirken für die Amerikaner ihre schwachen Exportanmeldung für die neue Saison. Insbesondere Soja hinkt deutlich hinterher, aber auch die Anmeldungen für Mais und Weizen liegen unter den Vorjahreswerten. Heute Morgen stehen die Signale der elektronischen Nachtbörse für Weizen und Soja weiter auf grün.
 
Weizen wieder im Plus
Nach einer Woche mit kräftigen Preisabschlägen konnte der Matifweizen gestern wieder moderat zulegen. Am Tagesende stand auf der Pariser Anzeigentafel ein Plus von 75 Cent oder 4 % für den Septemberkontrakt. Der März legte 1 Euro zu und settelte damit wieder leicht oberhalb der 200 er Marke. Unterstützung kam gestern von dem Europäischen Bauern- und Genossenschaftsverband ( Copa /Cogeca ).
 
Er korrigiert seine Erwartungen an den Durchschnittsertrag der EU nach unten. In den USA suchte der Weizen im Vorfeld des USDA Report´s nach Orientierung. Er konnte seine zwischenzeitlich kräftigeren Gewinne nicht halten und der Dezemberkontrakt beendete den Tag mit einem Plus von 0,2 % bei 5,86 US $ / bu.
 
Maisertrag leidet
Der Mais präsentiert sich nach der Korrektur der vergangenen Tage wieder fest. In Europa werden aufgrund der Trockenheit und der Hitze Ertragsminderung erwartete während in den USA der anhaltende Regen für eine geringere Ertragserwartung verantwortlich ist. Die Wetterberichte für die kommenden Tage prophezeien weitere Niederschlägen in weiten Gebieten des Maisgürtels, und somit werden zunehmend Schäden durch Überschwemmung, Stickstoffverluste und Krankheitsdruck erwartet.
 
In den USA belasten zunehmend die schwachen Exporte. Für die vergangene Woche wurden 149.000 t angemeldet. Erwartet wurden 200.000 t. Insgesamt liegen die Anmeldungen für das neue Wirtschaftsjahr derzeit fast 25 % unter dem Vorjahreszahlen.
 
Der Dezemberkontrakt am CBoT legt 1,1 % zu und settelt bei 4,39 US $ / bu. Damit hat er ein Preisniveau wie zuletzt an Weihnachten des vergangenen Jahres erreicht. In Paris präsentierte sich der Mais uneinheitlich. Der Novemberkontrakt konnte 75 Cent oder 0,4 % auf 186,25 Euro / t drauflegen, während der folgende Januar um 25 Cent niedriger bei 188,75 Euro / t schloss.
 
Soja legt kräftig zu
Die Bohne konnte gestern eine neue Rally starten. Eine vermutet kleinere Anbaufläche und die anhaltenden Niederschläge in weiten Anbaugebieten der Sojabohne lassen eine Korrektur der Erntemengen erwarten. Zusätzlich wirkten die steigenden Aktienkurse in China als Bullenfutter. China hat einen hohen Importbedarf, und der Absturz der Börsen in den vergangenen Wochen hatte sich mittlerweile auf über 30 % kumuliert und die Sorgen auf einen einbrechenden Konsum genährt.Gestern stiegen die Kurse aufgrund der staatlichen Intervention um 6 % und gaben den Händlern Hoffnung.
 
Als belastend für den Markt wirken die Exportdaten. Sie lagen zwar in der letzten Woche innerhalb der Erwartungen, aber die Gesamtanmeldungen für die kommende Ernte liegen derzeit um 45 % niedriger als im vergangen Jahr.
 
Außerdem kam die brasilianische Conab mit einer neuen Ertragsschätzung. Demnach würde die neue Ernte jetzt 96,22 Mio. t betragen, was fast 2 Mio. t über der letzten USDA Schätzung liegt. Die Novemberbohne steigt um 2,7 % auf 10,1575 US $ / bu. Alle Termine schafften den Sprung über die 10 Dollar Marke. Neben dem Sojaöl ( plus 2,2 % ) legt auch das Schrot kräftig zu. Der Dezembertermin verzeichnete ein Plus von 3,1 % und settelt bei 347,3 US $ / t.
 
Raps schließt sich an
Der Raps war gestern weiter auf Erholungskurs. Die positiven Vorgaben vom Sojakomplex verhalfen den vorderen Augustkontrakt zu einem Plus von 4,25 Euro oder 1,1 % auf 388,75 Euro / t. In Winnipeg konnte Canola aufgrund des anhaltenden Niederschlagsdefizites mit einem Plus von 2,3 % auf 532,10 Ca $ / t ( Novemberkontrakt ) ebenfalls anständige Gewinne einfahren
 
Dieter Jendrziak
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