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Börsentelegramm

Starke Preisschwankungen vor USDA-Report

von , am
09.07.2015

An den Terminmärkten schwanken die Preise weiterhin sehr stark. So auch am gestrigen Mittwoch.

© kk artworks/fotolia
 
An den Terminmärkten schwanken die Preise weiterhin sehr stark. So auch am gestrigen Mittwoch. Dabei ist die hohe Volatilität sicherlich Ausdruck der weiterhin bestehenden großen Unsicherheit der meisten Markteilnehmer hin sichtlich der Auswirkungen der Wetterextreme in den USA und Kanada sowie in Europa auf die Produktion und Preise bei Weizen, Mais und Ölsaaten.
 
Einen neuen Zwischenstand über die aktuelle und künftige Situation wird der neue USDA-Report am späten Freitag Abend geben. Dann wissen die Märkte zumindest welche Auswirkungen das USDA für die Ernten in Nordamerika und Europa erwartet. Angesichts der derzeitigen Nervosität sind heftige Preisreaktionen an den Terminmärkten auf (von den Analysteneinschätzungen) abweichende Daten und Prognosen des USDA zu erwarten.
 
Russland sorgt für Preisdruck beim Weizen
Auch am gestrigen Mittwoch schwankten die Preise vor allem bei Weizen und Ölsaaten (Soja, Raps) im gesamten Handelsverlauf sehr stark und lagen zeitweise sowohl deutlich im Minus auch deutlich im Plus. Am Ende des Handelstages rutschten die Weizenpreis sowohl in Europa als auch den USA deutlich ins Minus als Ägypten 180.000 t Weizen ausschließlich in Russland und der Ukraine zu einem cif-Preis von rund 212 USD/t (191,5 Euro) kaufte und der mit angebotene Weizen aus Rumänen, aus Frankreich und aus den USA zu teuer war.
 
Andererseits kaufte Algerien diese Woche rund 700.000 t Weizen in Europa (vor allem in Frankreich, aber wohl auch Deutschland) zur Lieferung von September bis Oktober zu einem cif-Preis von 238 USD/t (214,9 Euro). Hinzu kommen noch 100.000 t Futter-Gerste zur Lieferung im August.
 
USA: Weizenpreise am Donnerstag im Plus
Am gestrigen Mittwoch (08.07) haben die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago heftig geschwankt, lagen am Ende des Handelstages dann jedoch deutlich im Minus .Der Septemberkontrakt (neue Ernte) für den Chicago-Weizen (SRW) gab um 1,3 % auf 577,4 Cent je Buschel (191,6 Euro/t) nach. Der Dezemberweizen fiel um 1,4 % auf 584,6 Cent je Buschel (194,2 Euro/t).
 
Für den in Kansas gehandelten Weizen der Sorte Hard Red Winter (HRW) gaben die Preise für den Septembertermin am Mittwoch um 0,6 % auf 583 Cent je Buschel (193,6 Euro) nach. Der Dezember-Weizen rutschte um 0,7 % auf 602,7 Cent je Buschel (200,2 Euro/t) nach unten.
 
Am Donnerstag Nachmittag (14:30 Uhr MEZ) liegen die Weizenpreise in den USA jedoch wieder im Plus. Am Nachmittag notiert der September-Kontrakt in Chicago 0,9 % höher bei 582,6 Cent je Buschel (193,6 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten Weizen (September) der Sorte Hard Red Winter liegen die Preise zu diesem Zeitpunkt 0,6 % im Plus bei 586,6 Cent je Buschel (194,9 Euro).
 
USA: Maispreise behauptet, Sojapreise steigen wieder
Am Mittwoch (08.07) haben sich die Maispreise am Terminmarkt in Chicago gut behauptet. Der September-Termin (alte Ernte) beendete den Handel bei 424,4 Cent je Buschel (150,9 Euro/t) und damit 0,3 % höher als am Vortag. Die neue Ernte (Dezember) notierte ebenfalls 0,3 % höher bei 434,2 Cent je Buschel (154,4 Euro/t). Am Donnerstag Nachmittag (14:30 Uhr MEZ) liegen die vorderen Maispreise in Chicago 0,7 % im Plus bei 427,2 Cent je Buschel (152,0 Euro/t).
 
Die vordere Sojabohne (Augustkontrakt) hat am Mittwoch um 0,5 % auf 996,6 Cent je Buschel (331 Euro/t) zugelegt. Die neue Ernte (November) notierte 0,3 % höher bei 988,2 Cent je Buschel (328 Euro/t). Am Donnerstag Nachmittag (14:30 Uhr MEZ) liegen die vorderen Sojapreise 1,8 % im Plus bei 1014,2 Cent je Buschel (337 Euro).
 
Weizenpreise nach Korrektur wieder fester
Am Mittwoch (08.07) haben sich die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt unter dem Druck der schwächeren US-Preise (und der niedrigeren russischen Exportpreise) nachgegeben. Der Septembertermin (neue Ernte) notiert am Mittwoch bei 196,0 Euro/t und damit 4,25 Euro bzw. 2,1 % niedriger als am Vortag (200,25 Euro).
 
Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Mittwoch mit 197,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (201,50 Euro) sind die Preise damit um 4,25 Euro bzw. 2,1 % zurückgegangen. Die Weizenpreise vom Vorjahr (186,50 Euro) werden am europäischen Terminmarkt derzeit um 9,50 Euro übertroffen.
 
Am Donnerstag Nachmittag (14:30 Uhr MEZ) liegen die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt für den Septembertermin 1,0 Euro im Plus bei 197,0 Euro. Der Dezember-Weizen wird zu diesem Zeitpunkt mit 198,50 Euro gehandelt und damit 1,25 Euro höher als am Vortag.
 
Europäische Maispreise noch unter Druck
Am Mittwoch (08.07) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt weiter gefallen. Der vordere Augustkontrakt beendete den Handel mit 184,25 und damit 2,75 Euro bzw. 1,5 % niedriger als am Vortag (187,0 Euro).
 
Die neue Ernte (November) kostete am Mittwoch 185,50 Euro und damit 3,50 Euro weniger als am Vortag (189,0 Euro). Außerdem waren die Preise für die neue Ernte 1,25 Euro höher als für den vorderen Augustkontrakt (alte Ernte). Im Vergleich zum Vorjahr (173,25 Euro) waren die Maispreise am europäischen Terminmarkt am Mittwoch 11,0 Euro höher.
 
Am Donnerstag Nachmittag (14:30 Uhr MEZ) liegen die Maispreise am europäischen Terminmarkt für den vorderen Augusttermin (alte Ernte) bei 184,0 Euro und damit 0,25 Euro im Minus. Der November-Mais (Neue Ernte) wird zu diesem Zeitpunkt mit 186,75 Euro gehandelt und damit 1,25 Euro höher als am Vortag.
 
Rapspreise können sich wieder erholen
Die Rapspreise sind am Mittwoch am europäischen Terminmarkt zunächst gefallen, haben dann aber mit den Sojapreisen wieder zugelegt und den Handel mit einem deutlich Plus beendet. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde mit 384,50 Euro gehandelt und damit zu 3,25 Euro höheren Preisen als am Vortag (381,25).
 
Der Novemberkontrakt wurde mit 388,75 Euro notiert und damit 3,50 Euro höher als am Vortag (385,25) . Im Vergleich zum Vorjahr (335,50 Euro) waren die Rapspreise am europäischen Terminmarkt am Mittwoch 49,0 Euro (!!) höher.
 
Am Donnerstag Nachmittag (14:30 Uhr MEZ) liegen die Rapspreise am europäischen Terminmarkt für den Augusttermin bei 386,75 Euro und damit 2,25 Euro im Plus. Der November-Raps wird zu diesem Zeitpunkt mit 391,50 Euro gehandelt und damit 2,75 Euro höher als am Vortag.
 
Dr. Olaf Zinke
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