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Börsentelegramm

Starke Weizennachfrage

von , am
24.01.2014

Am Ende des gestrigen Handelstages standen zwar fast überall grüne Vorzeichen, aber die zwischenzeitlich deutlichen Gewinne wurden meist wieder einkassiert.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Am Ende des gestrigen Handelstages standen zwar fast überall grüne Vorzeichen, aber die zwischenzeitlich deutlichen Gewinne wurden meist wieder einkassiert. Ein schwacher US Dollar sowie eine starke Nachfrage an den Exportmärkten gab insbesondere Weizen Auftrieb, und halfen ihm sich von seiner negativen Tendenz zu lösen. Einzig der Sojakomplex schließt nach zwischenzeitlich deutlichen Gewinnen am Ende des Tages in leicht negativen Bereich. Rohöl und der Euro bewegen sich nahezu unverändert seitwärts. Die elektronische Nachtbörse deutet heute für Weizen einen positiven Start an, Soja und Mais sehen erst mal rote Vorzeichen.
 
Weizenexport brummt
Die Exporte der EU waren in der letzten Woche mit 819.000t weiter sehenswert. Damit summiert sich die Ausfuhr auf 16,7 Mio.t gegenüber 10,8 Mio.t im Vorjahr. Im Tagesverlauf kratzte der Märzweizen gestern an der 196,-€ Marke. Mit den einsetzenden Gewinnmitnahmen in den USA taten es die Europäer den amerikanischen Händlern gleich, und so blieb am Ende des Tages nur ein Plus von 0,4% oder 75Cent auf 193,75€/t. In Chicago konnte zunächst ein schwächerer Dollar sowie eine starke Nachfrage an den Exportmärkten die Börsianer begeistern. Offensichtlich sehen die Länder mit Importbedarf eine Bodenbildung beim Weizen und nutzen die niedrigeren Kurse um ihre Bestände wieder aufzufüllen.( siehe auch Analyse im Marktkompass). Zusätzlich bewegt der US-Winter sich wieder in Richtung Süden, und soll sich mindestens für die nächsten 10 Tage festsetzten. Einigen Gebieten im mittleren Westen fehlt die schützende Schneedecke, und so steigt hier die Angst vor dem Winterkill. In Russland und der Ukraine sollen die Temperaturen ebenfalls deutlich sinken, wobei hier allerdings meist eine Schneedecke die Pflanzen schützt. Der Märzweizen an der CBoT steigt teilweise deutlich über 2%. Nach Gewinnmitnahmen reicht es aber immerhin noch für ein Plus von 1,6% auf 570 US ct/bu.
 
Mais profitiert vom Weizen
Der US-Mais profitiert vom starken Weizen. Durch die niedrigen Temperaturen erwarten die Börsianer einen höheren Futterverbrauch, und auch die Ethanolproduktion hat eine um 37.000 Barrel auf 905.000 Barrel gestiegene Tagesproduktion ausgewiesen. Höhere Lagerbestände wirkten allerdings dagegen. Der US Mais steht am Ende des Tages 0,7% höher bei 429 US ct/bu. In Paris settelt der Märzmais bei 173,75€/t, ein Plus von 1,25€.
 
Soja kann sich nicht halten
Zunächst überwogen in Chicago die bullischen Argumente, aber bei ertönen der Schlussglockee stand ein leichtes Minus von 0,2% auf 1277 US ct/bu auf der Anzeigetafel. Die sehr guten Ergebnisse aus den Frühdruschgebieten Brasiliens, sowie die geplante Verschiebung der brasilianischen Biodiesel- Beimengungsquote von 5% auf 7% in Richtung Mai/Juni verdarb den Händlern die Stimmung. Die Rückkehr des trockenen und heissen Witterung, die die Bohne in der empfindlichen Schotenfüllungsphase trifft, wirkten ebenso wie der fallende Peso in Argentinien entgegengesetzt. Eine schwache Inlandswährung sorgt für eine geringe Verfügbarkeit der neuen Ernte, da die Farmer die Ware als Inflationsschutz sehen, und daher nur sehr zögerlich verkaufen. Die aktuellen Ernteschätzungen der nationalen Landwirtschaftsbehörden liegen sowohl für Argentinien mit 53 Mio.t, sowie für Brasilien mit 90 Mio.t unterhalb der Annahmen der USDA.
 
Raps kann die Gewinne halten
Der Markt in Paris bekommt das Ende der Sojabohne in Chicago nicht mit, und so endet der Tag für den Raps mit einem Plus von 1,50€ auf 358,50€/t. In Winnipeg reicht es noch für für einen kleinen Anstieg um 0,30 Ca$ auf 428,20 Ca$
 
Dieter Jendrziak
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