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Börsentelegramm

Steigende Sojapreise, Weizen, Mais und Raps seitwärts

von , am
18.02.2015

Kräftige Preisaufschläge für Sojabohnen und Sojaschrot und etwas festere Preise für Mais und Weizen waren das Ergebnis des gestrigen Handelstages in den USA.

© landpixel
 
Kräftige Preisaufschläge für Sojabohnen und Sojaschrot und etwas festere Preise für Mais und Weizen waren das Ergebnis des gestrigen Handelstages in den USA. In Europa musste der Weizen nach einem starken Start am Ende des Handelstages sogar leichte Verluste hinnehmen, während sich die Preise für Mais und Raps kaum veränderten. Der Preisanstieg beim Sojakomplex wird offensichtlich durch Meldungen aus Brasilien verursacht. Dort regnete es derzeit vor allem im Süden des Landes heftig und damit verzögert (bzw. verlangsamt) sich die Ernte und der Transport zu den Verladehäfen. Entsprechend länger müssen die Importeure Ware aus den USA kaufen und dies lässt dort die Preise steigen. Zudem ist die nachfrage der US-Tierhalter nach Soja und Schrot relativ hoch wie die aktuellen Verarbeitungsdaten der US-Ölmühlen zeigen. Gleichzeitig sind die zuletzt aus der Landwirtschaft verkauften Mengen von Sojabohnen zuletzt spürbar zurückgegangen. Das hat wohl zum einen spekulative Gründe, zum anderen ist es im Mittelwesten der USA sehr kalt (bis -20 C Celsius) und die Kälte beeinträchtigt Auslieferung und Logistik.
 
Wetter verzögert Brasiliens Sojaernte
In Brasilen hat diese Woche die private Analystenfirma Safras & Mercado die Ernteerwartung für Brasiliens Sojaernte auf 95 Mio. t leicht nach unten angepasst und die brasilianischen Analysten von Agroconsult reduzierten ihre Prognose diese Woche auf 93,9 Mio. t von zuvor 94,6 Mio. t. Safras & Mercado meldet zudem, dass die brasilianischen Farmer Mitte Februar rund 38 % der Ernte verkauft hatten, nachdem es vier Wochen zuvor 32 % waren. Vor einem Jahr hatte man zu diesem Zeitpunkt allerdings schon schon 58 % der Sojaernte vermarktetet. Im wichtigsten Anbaustaat Mato Grosso sind derzeit schon 25 % geerntet (Vw: 8 %), im Vergleich zu 36 % im langjährigen Mittel. Das langsame Erntetempo verzögert auch die die Aussaat von Wintermais. Dagegen sind die Wachstumsbedingungen in Argentinien weiterhin hervorragend und sowohl bei Sojabohnen als auch Mais werden die erwarteten Rekordernten immer weiter oben geschätzt. Die Getreidebörse in Rosario veranschlagte die argentinische Sojaernte jetzt auf 58,0 Mio. t nach zuvor 54,5 Mio. t und die Maisernte auf 22,6 Mio. t nach 22,4 Mio. t Mio. t
 
Weizen: Wettbewerb an den Exportmärkten
Am Weizenmarkt wirken in den USA erneut die sehr schwachen Wachstumskonditionen im Süden der Weizenanbaugebiete preisstützend. Nach wie vor ist es zu trocken und in Texas beginnt bald die Vegetationsphase bzw. die Winterruhe (Dormanz) beim Weizen ist beendet. Gleichzeitig drückt in Europa der zuletzt gegenüber dem Dollar etwas aufgewertete Euro auf die Weizenpreise. Aus Ägypten kommen zudem Berichte, dass man derzeit mit Russland über die Aufhebung der russischen Exportzölle für Weizenlieferungen nach Ägypten verhandelt. Außerdem sind die Ägypter mit den den USA im Gespräch um dort einen günstigen Kredit für die Lieferung einer größeren Menge von US-Weizen nach Ägypten zu bekommen. Diese Woche melden Händler, dass Marokko 360.000 t Weichweizen und 45.000 t Durum in der EU zu reduzierten Importtarifen kaufen will. Eine ähnlich große Menge zu ähnlichen Konditionen versucht man jedoch gleichzeitig in den USA zu kaufen.
 
USA: Sojapreise kräftig gestiegen, Weizen und Mais seitwärts
Am Dienstag (17.02) haben die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 0,3 % auf 534,6 Ct je Buschel (172 Euro/t) zugelegt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Preise im elektronischen vorbörslichen Handel allerdings deutlich 1,2 % im Plus bei 541,2 Ct je Buschel (175 Euro). Gleichzeitig hat der Mais in den USA für den Märztermin am Dienstag um 0,6 % auf 389,4 Ct je Buschel (134 Euro/t) zugelegt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) lagen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen Handel 0,1 % im Plus bei 390,0 Ct je Buschel. Die Sojabohne ist am Dienstag um 1,74 % auf 1007,6 Ct je Buschel (319 Euro/t) gestiegen und hat damit erneut die 1000 Ct-Marke überwunden. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,2 % im Plus. Für Sojaschrot legten die Preise am Dienstag in Chicago um 3,0 % auf 342,3 USD/st (321 Euro/t) und notiert am Mittwoch Vormittag 0,5 % im Plus. Für Sojaöl haben die Preise am Dienstag leicht um 0,3 % auf 32,32 Ct/lb (626 Euro/t) nachgegeben.
 
Ölpreise gestiegen, Euro etwas fester
Der Rohölpreis (WTI) ist am Dienstag (17.02) weiter gestiegen. Am US-Terminmarkt legten die WTI-Kurse für den Märztermin um 1,4 % auf 53,53 USD je Barrel zu. Im elektronischen vorbörslichen Handel geben die Preise am heutigen Mittwoch um 1,2 % auf 52,9 USD je Barrel nach. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Dienstag um 1,4 % auf 63,19 USD je Barrel zugelegt. Im elektronischen vorbörslichen Handel am Mittwoch liegen die Brent-Preise 1,3 % im Minus bei 62,36 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA am Dienstag um 1,6 % nachgegeben. Am Mittwoch Vormittag liegen die Gaspreise im elektronischen vorbörslichen Handel ereut 0,7 % im Minus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Dienstag am US-Terminmarkt um 1,44 % gestiegen und liegen am Mittwoch Vormittag 0,9 % im Plus. Der Euro hat am Dienstag gegenüber dem Dollar um 0,2 % zugelegt und notierte bei 1,1417 USD und liegt am Mittwoch Vormittag wieder 0,2 % im Minus bei 1,1393 USD je Euro.
 
Weizenpreise etwas schwächer
Die Weizenpreise haben am Dienstag in Europa leicht nachgegeben, könnten sich aber am Mittwoch im Sog der festen US-Preise wieder erholen. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Dienstag (17.02) mit 188,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (188,75 Euro) haben die Preise damit 0,4 % oder 0,75 Euro verloren. Der Maikontrakt notierte bei 189,50 Euro und damit 20,50 Euro niedriger als am Vortag (190,0 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 185,0 Euro und damit 0,50 Euro weniger als am Vortag (185,50 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 3,0 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (189,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 1,25 Euro niedriger.
 
Maispreise wenig verändert
Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Dienstag (17.02) leicht zugelegt. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 153,0 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,2 % höher als am Vortag (152,75 Euro). Der Junitermin notierte bei 161,25 Euro und damit 0,75 Euro höher als am Vortag (160,50 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 165,0 Euro und damit 0,5 Euro höher als am Vortag (164,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 167,50 Euro und damit 0,25 Euro mehr als am Vortag (167,25 Euro) sowie 14,50 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (182,75 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 29,75 Euro niedriger.
 
Rapspreise weiter sehr robust
Die Rapsreise haben sich am Dienstag erneut behauptet. Der Maitermin beendete den Handel bei 356,75 Euro/t und unverändert zum Vortag (356,75 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 351,25 Euro und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag (351,50 Euro). Der Novembertermin wurde mit 353,75 Euro ebenfalls zu gleichen Preisen wie am Tag zuvor gehandelt. Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 5,25 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (365,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 8,75 Euro niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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