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Börsentelegramm

Steigende Weizenpreise in den USA und Europa

von , am
23.03.2015

Am Ende der letzten Woche gab es am Terminmarkt in Chicago einen überraschend kräftigen Preissprung bei Weizen und Mais.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Am Ende der letzten Woche gab es am Terminmarkt in Chicago einen überraschend kräftigen Preissprung bei Weizen und Mais sowie steigende Preise bei Ölsaaten. Auch in Europa sind am Freitag vor allem die Weizenpreise gestiegen, während sich die Preise für Raps und Mais gut behaupteten. Die neue Woche beginnt im vorbörslichen Handel an den Terminmärkten in den USA erneut mit steigenden Preisen bei Weizen. Auch die Sojapreise und Mais starten in Chicago deutlich im Plus. Das dürfte zum Handelsbeginn am heutigen Montag an den europäischen Märkten ebenfalls für feste Preise sorgen. Die Preisrallye beim Weizen in den USA wurde vor allem durch die Meldungen von US-Wetterdiensten über einen ähnlichen extremen Niederschlagsmangel in den südlichen Winterweizenanbaugebieten wie im sehr trockenen Jahr 2011/12 ausgelöst.
 
Daten zur US-Aussaat, Short Covering und Export
Hinzu kamen aktuellen Schätzungen der privaten US-Analystenfirma Informa Economics, die die erwarteten Aussaatflächen für die neuen Ernte 2015 bei Mais und bei Soja im Vergleich zur letzten Schätzung gesenkt haben (dabei ist die Aussaatfläche bei Soja deutlich größer und Mais kleiner als 2014) Händler berichteten zudem, dass die Kurse auf Freitag auch als Folge des sogenannten Short Coverings nach oben getrieben wurden. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass institutionelle Anleger letzten Woche zunächst massiv Getreide- und Ölsaatenkontrakte verkauften (Preisrückgang) und diese am Ende der Woche dann deutlich billiger wieder zurückkauften und damit ebenfalls für den Preisanstieg sorgten. Die europäischen Weizenpreise erhielten letzten Woche zudem erneut sehr starke Unterstützung von den erneut sehr guten Exportdaten.
 
USA: Steigende Preise bei Weizen, Mais und Soja
Am vorigen Freitag (20.03) haben die Weizenpreise (Maikontrakt) am Terminmarkt in Chicago einen Sprung von 3,5 % auf 530,0 Ct je Buschel (180,0 Euro/t) nach oben gemacht. Im Wochenvergleich sind die Weizenpreise in Chicago damit sogar um 5,6 % gestiegen. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter legten die Preise am Freitag um 3,5 % auf 569,4 US/t (193,4 Euro) zu. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im elektronischen Handel erneut 1,6 % im Plus bei 538,4 Ct je Buschel (182,8 Euro). Die Terminmarktpreise (Maitermin) für Mais sind den USA am Freitag um 3,1 % auf 385,0 Ct je Buschel (140,1 Euro/t) gestiegen. Im Wochenvergleich sind die Maispreise in Chicago damit um 1,2 % gestiegen. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen 1,0 % im Plus bei 388,6 Ct je Buschel (141,4 Euro). Die Sojabohne (Maikontrakt) legte am Freitag 1,3 % auf 973,6 Ct je Buschel (331 Euro/t) zu. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,6 % im Plus bei 979,6 Ct (333 Euro). Für Sojaschrot (Maikontrakt) sind die Preise am Freitag in Chicago um 1,5 % auf 324 USD/st (330 Euro/t) gestiegen und bewegen sich am Montag Vormittag 0,7 % im Plus. Für Sojaöl (Mai) haben die Preise am Freitag um 0,2 % auf 30,68 Ct/lb (624 Euro/t) zugelegt und liegen am Montag Vormittag 0,4 % im Plus.
 
Ölpreis schwankt stark, Euro legt deutlich zu
Der Rohölpreis (WTI) ist am Freitag (20.03) gestiegen und liegt am Montag Vormittag erneut deutlich im Minus. Am US-Terminmarkt legten die WTI-Kurse für den Maitermin am Freitag um 2,3 % auf 46,57 USD je Barrel zu. Im elektronischen Handel liegen die Preise am heutigen Montag Vormittag (MEZ) 2,1% im Minus bei 45,58 USD je Barrel. Gleichzeitig stieg der Preis für das Nordseeöl Brent am Freitag um 1,6 % auf 55,32 USD je Barrel. Im elektronischen Handel am Montag liegen die Brent-Preise 1,9 % im Minus bei 54,29 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben sich in den USA am Freitag um 1,0 % nachgegeben. Am Montag Vormittag liegen die Gaspreise im elektronischen Handel erneut 2,2 % im Minus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Freitag am US-Terminmarkt kräftig um 0,5 % zurückgegangen und liegen am Montag Vormittag 2,8 % im Plus. Der Euro hat am Freitag gegenüber dem Dollar kräftig um 1,6 % an Wert gewonnen und notierte bei 1,0484 USD und liegt am Montag Vormittag bei 1,080 SD je Euro und damit 0,2 % im Minus. Im Wochenvergleich ist der Kurs des Euro damit um 3,2 % gestiegen.
 
Weizenpreise steigen weiter
Die Weizenpreise sind am Freitag (20.03) auch am europäischen Terminmarkt gestiegen. Allerdings hat der feste Euro den Kursanstieg begrenzt. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 196,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zur Vorwoche (190,25 Euro) sind die Preise an der MATIF um rund 3,4 % bzw. 6,50 Euro gestiegen. Im Vergleich zum Vortag (194,50 Euro) haben die Preise um 1,2 % oder 2,25 Euro zugelegt. Die neue Ernte (September) kostete am Freitag 193,25 Euro und damit 1,75 Euro mehr als am Vortag (191,50 Euro) und 4,75 Euro mehr als vor einer Woche (188,50 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) 3,50 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (206,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 9,25 Euro niedriger. Am Montag dürfte der Weizen (März) am europäischen Terminmarkt den festen Vorgaben aus Chicago folgen und ebenfalls weiter zulegen.
 
Maispreise halten ihr Niveau
Die Maispreise am europäischen Terminmarkt haben am Freitag (20.03) nur ganz leicht zugelegt. Der Junikontrakt beendete den Handel am Freitag mit 163,75 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,15 % höher als am Vortag (163,50 Euro) und weiterhin deutlich über der Marke von 160 Euro. Im Vergleich zur Vorwoche (164,25 Euro) sind die Preise an der MATIF um rund 0,3 % bzw. 0,5 Euro zurückgegangen. Der Augusttermin notierte am Freitag bei 168,50 Euro und damit 0,75 Euro höher als am Vortag (167,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 173,25 Euro und damit 0,75 Euro mehr als am Vortag (172,50 Euro) sowie 9,50 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (194,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 30,75 Euro niedriger. Am Montag Vormittag könnte der Mais (März) am europäischen Terminmarkt den festen Vorgaben aus den USA folgen und leicht zulegen.
 
Rapspreise halten sich über 370 Euro
Die Rapsreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Freitag (20.03) behauptet. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag bei 371,25 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,1 % % höher als am Vortag (371,0 Euro) und weiter über der Marke von 370 Euro. Im Vergleich zur Vorwoche (369,0 Euro) sind die Preise an der MATIF um rund 0,6 % bzw. 2,25 Euro gestiegen. Die neue Ernte (August) kostete am Freitag 357,75 Euro und damit 1,0 Euro weniger als am Vortag (358,75 Euro). Der Novemberkontrakt wurde unverändert bei 360,25 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 13,50 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (367,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,0 Euro höher. Am Montag Vormittag könnte der Raps (Mai) am europäischen Terminmarkt den etwas festeren Vorgaben bei Sojabohnen aus Chicago folgen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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