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Börsentelegramm

Terminbörsen warten auf Impulse

von , am
09.04.2015

An den internationalen Terminbörsen erwarten sich die Händler durch den heute erscheinenden USDA-Bericht neue Impulse. Vorher will sich kaum jemand positionieren, um durch die frischen Zahlen zu Angebot und Nachfrage an Mais, Weizen und Soja nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

© B. Schweiger
Bei dem an der Matif gehandelten Weizen finden die „Börsen-Bullen“ nach Ostern keine Kraft, sich gegen den scheibchenweisen Preisrückgang zu stemmen. Gestern ging es für neue wie alte Ernte um einen weiteren Euro auf jeweils 190 Euro/t nach unten.
 
Frankreichs Landwirte haben die Winterweizenfläche gegenüber 2014 überraschend deutlich ausgedehnt, nämlich nach Angaben des dortigen Statistikamtes um 3,4 % auf 5,2 Mio. ha. Die Wuchsbedingungen bei unseren westlichen Nachbarn sind zudem nahezu optimal, was beim Matif-Weizen für latenten Preisdruck sorgt.
 
Chicago-Weizen tritt auf der Stelle
 
In den USA haben die ersten Weizen-Bonitierungen der Hauptproduktionsgebiete für Aufsehen unter den Börsianern gesorgt. Der amerikanische Winterweizen kommt durch die anhaltende Trockenheit in schlechterem Zustand aus der Winterruhe als in Normaljahren, aber sein Zustand ist besser als Anfang April 2014. Das geht aus dem ersten „Crop Progress Report“ des USDA für 2015 hervor, wonach 44 % des US-Winterweizens in den Top-18 US-Bundesstaaten in gutem bis exzellentem Zustand sind. Vor einem Jahr waren es nur 35 %.
 
Der an der Welt-Leitbörse von Chicago gehandelte „Soft Red Wheat“ - eine Futterqualität - tritt seit Anfang April auf der Stelle. Zum gestrigen Handelsschluss kostete der Frontmonat Mai umgerechnet 179 Euro/t. Wenn heute am späten Nachmittag die neuen USDA-Zahlen herauskommen, dürfte auf beiden Seiten des Atlantiks Bewegung in die Weizenpreise kommen.
 
Raps: Jetzt Mindestpreise absichern?
 
Der an der Matif gehandelte Raps ändert zurzeit fast an jedem Börsentag sein Vorzeichen. Am gestrigen Mittwoch sind die Kurse der meisten Laufzeiten gestiegen. Neue Ernte (August-Kontrakt) verteuerte sich beispielsweise um 0,75 Euro auf 356 Euro/t glatt. Gemessen an den fundamentalen Fakten - latenter Preisdruck beim Rohöl und eine riesige südamerikanische Sojabohnenernte - kann sich der in Paris gelistete Raps erstaunlich gut halten.
 
Wer als Ackerbauer dem Frieden nicht traut, kann auf dem aktuellen Preisniveau einen Mindestpreis absichern. Gestern konnte beispielsweise für neue Ernte mit börsengehandelten Put-Optionen ein Mindestpreis von 350 Euro/t gegen eine Prämie (Gebühr) in Höhe von 8,10 Euro/t abgesichert werden. Sollten wir in Europa nach 2014 in diesem Jahr erneut eine bombige Rapsernte einfahren, könnten sich die 350 Euro/t im Rückblick als sehr guter Preis herausstellen. Der Vorteil der Mindestpreisabsicherung besteht darin, dass im weiten Preisverlauf steigende Rapspreise - zum Beispiel durch einen Wettermarkt - mitgenommen werden können. Dann verfällt die gezahlte Gebühr (8,10 Euro/t) wertlos.
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