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Börsentelegramm

Terminmarkpreise für Soja fester, Weizen uneinheitlich

von , am
20.02.2015

Die Agrarcommodities erlebten gestern überwiegend einen positiven Tag.

Nach dem USDA-Report starteten die euopäischen Weizenpreise mit 179 Euro je Tonne in die neue Woche. © Leonhardo Franko/fotolia
 
Die Agrarcommodities erlebten gestern überwiegend einen positiven Tag. Der Tagesverlierer war der US Weizen der nach sehr volatilen Handel mit einem kleinen Minus settelte. Punkten konnte insbesondere das Sojaschrot, das von der durch ungünstige Witterung hervorgerufenen Ernteverzögerungen in Südamerika profitiert. Eine neue Flächenprognose der US Outlookkonferenz erwartet für Weizen und Soja eine geringere Fläche und für Mais eine leicht über den Erwartungen liegende. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse am CBoT lediglich für den Weizen einen positiver Start an.
 
EU – Weizenexport weiter stark
Der Pariser Weizen drehte nach kurzer Schwäche gen Norden und konnte mit zunehmend positiven Vorgaben aus Chicago den Tag mit Gewinnen beenden. Der Märzkontrakt legte 1,50 Euro oder 0,8 % auf 187,25 Euro / t zu. Die neue Ernte stieg mit 0,9 % auf 185,25 Euro / t noch etwas stärker. Beeindruckend waren erneut die Exportanmeldungen der EU. Mit 896.000 t wurde erneut eine starke Leistung gemeldet, und in der Summe liegen die Exporte in diesem Wirtschaftsjahr bis jetzt mit 19,9 Mio. t um 600.000 t über dem im gleichen Zeitraum erreichten Rekordwert des Vorjahres. In den USA handelte man den Weizen in einer Bandbreite von fast 1,5 Dollar.
 
Nach dem Börsenschluss auf dem europäischen Kontinent musste der Weizen seine bis dahin eingesammelten Gewinne wieder abgeben und der am häufigsten gehandelte Maikontrakt endete mit einem Minus von 0,8 % oder 4,25 US Cent bei 5,1950 US $ / bu. Der Märzkontrakt settelt ohne Änderung bei 5,2775 US $ / bu. Zum einen dürfte das Verhalten der Ägypter, die ihren Weizen trotz umfangreicher Kreditzusagen lieber in Frankreich kauften, noch nachgewirkt haben , denn es verdeutlicht den Amerikanern abermals ihre mangelnde Konkurrenzfähigkeit. Außerdem sind die Bedingungen für den Winterweizen in den US Plains zwar immer noch schwierig aber meist dürfte eine Schneedecke vor der jüngsten Kältewelle geschützt haben.
 
Mais legt wieder zu
Der US Mais konnte seine Vortagesverluste wieder aufholen und der Maikontrakt settelte mit einem Plus von 1,5 % wieder bei 3,9775 US $ / bu. Begründet wurde der Anstieg in erster Linie mit verbesserten Daten aus der Ethanolproduktion. Die Produktion ist, wenn auch leicht rückläufig auf hohem Niveau und der Preis für Ethanol stieg um 1 % und die Lagerbestände sind erstmals seit Ende letzten Jahres wieder zurückgegangen. Das verbessert die Margen der Produzenten. Eher negativ wurden die neueste Schätzung zur Frühjahresaussaat aufgenommen. Die US Outlook- Konferenz schätzt die Maisfläche jetzt auf 89 Mio. Acres, was leicht über den Erwartungen von 88 Mio. Acres lag. In Paris gab es für den Märzkontrakt nur einen minimalen Zugewinn von 25 Cent auf 153 Euro / t.
 
Soja wieder über 10 US Dollar
Die Bohne profitiert von der durch die anhaltenden Regenfälle verursachten Ernteverzögerungen in Brasilien. Insbesondere das Sojaschrot legt mit einem Plus von 2,5 % auf 339,70 US $ / t für den Maikontrakt kräftig zu . Das hilft natürlich auch der Bohne. Die Märzbohne settelt mit einem Plus von 1,2 % bei 10,0725 US $ / bu. Des weiteren kommt die US- Outlook-Konferenz auch für die Bohne mit einer neuen Flächenschätzung, und unterstützt damit die Kursentwicklung, denn die Fläche soll um 200.000 Acres niedriger bei 83,5 Mio. Acres liegen.
 
Stabiler Rapsmarkt
Der Raps bleibt in seiner kürzlich eingelegten relativ engen Seitwärtstendenz. Die festen Vorgaben vom Sojamarkt ermuntern ihn zu einem leichten Plus. Der vordere Märzkontrakt legt 25 Cent auf 357,50 Euro / t zu, und der neuerntige August schafft immerhin 1,25 Euro oder 0,36 % auf 352,75 Euro / t. Canola in Winnipeg ist etwas optimistischer und der Maikontrakt legt 1 % auf 467,9 Ca $ / t zu.
 
Dieter Jendrziak
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