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Börsentelegramm

Terminmarkt: Preisanstieg setzt sich fort

von , am
02.10.2015

Auch am gestrigen Handelstag zeigten sich die Getreidebörsen von der freundlichen Seite.

© Mühlhausen/landpixel
 
Auch am gestrigen Handelstag zeigten sich die Getreidebörsen von der freundlichen Seite. Lediglich die Sojabohne legte trotz hervorragender Exportdaten wieder den Rückwärtsgang ein. Die große Ernte belastet. In Paris nahm man die positiven Vorgaben vom amerikanischen Weizenmarkt gerne an und legte den zweiten Tag in Folge zu. Heute Morgen stehen die Zeichen in Chicago vorbörslich durchweg auf grün.
 
Weizenmarkt weiter fest
Die Impulse für den Weizenmarkt kamen gestern aus den USA. Es waren aber wohl in erster Linie technische Gründe die den Kurs am CBoT um 5,5 US Cent oder 1,1 % auf 5,1825 US $ / bu nach oben trieben. Die Exporte waren es auf jeden Fall nicht, denn die wurden mit lediglich 77.000 t bekanntgegeben und enttäuschten auf der ganzen Linie, denn Analysten hatten durchaus das 5 fache erwartet. Aber die Nachwirkungen der bullischen Ernte und Bestandsmeldungen vom Mittwoch gaben den Ausschlag. Weitere Unterstützung kam aus Russland, wo weiter Trockenheit für sehr ungünstige Aussaat- und Auflaufbedingungen für die kommende Winterweizenernte sorgt. Die seit gestern verringerte Exportsteuer der Russen hatte hingegen kaum Auswirkungen auf den Preis.
 
Eine weitere Meldung aus Russland kam vom dortigen Premierminister. Er schätzte die diesjährige russische Getreideernte auf bis zu 100 Mio. t. Aus Australien kamen diesbezüglich ebenfalls neue Zahlen. Die Analysten der National Bank of Australia hoben ihre Prognose für die kommende Ernte von 21,6 Mio. t auf 24 Mio. t an, was aber immer noch unter der vom australischen Getreideamt Abares geschätzten 25,28 Mio. t liegt.
 
Der Matifweizen profitierte gestern in erster Linie von den positiven Vorgaben aus Übersee. Die Exportleistung der EU ist weiter bescheiden so das hiervon keine Impulse ausgingen. Die Anmeldungen für die letzte Woche lagen bei 457.000 t und in der Summe des laufenden Wirtschaftsjahres stehen jetzt 5,175 Mio. t. in den Büchern. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres standen dort 6,427 Mio. t. Der Dezemberkontrakt an der Matif steigt um 1,75 Euro oder 1 % auf 176,25 Euro / t.
 
Maismarkt leicht im Plus
Der Mais profitiert von der positiven Stimmung seines Kollegen. Auf beiden Seiten des Atlantik´s langte es für ein kleines Plus. In Paris legt er 0,3 % zu und settelt bei 161,75 Euro / t, und in Chicago steigt er um 0,25 % und geht mit 3,8875 US $ / bu aus dem Handel. Mit Spannung wird die Entwicklung des Tropensturm Joaquin beobachtet. Er verstärkt sich weiter und könnte am Wochenende die Ostküste der USA erreichen und erhebliche Regenmengen in den mittleren Westen bringen.
 
Soja leidet unter der großen Ernte
Die Exportanmeldung der USA waren für die letzte Woche mit 2,506 Mio. t zwar hervorragend, und lagen deutlich über den maximal erwarteten 1,7 Mio. t, aber für eine nachhaltige Kursstütze reichte es trotzdem nicht.. Die Erntemeldungen der Farmer kommen mit über den Erwartungen liegenden Erträgen herein, so das die Bullen im Sojamarkt derzeit keine Chance haben. Die Bohne gibt daraufhin ihre in den beiden Vortagen erzielten Gewinne wieder ab, und geht mit einem Verlust von 14,75 US Cent oder 1,6 % bei 8,7725 US $ / bu aus dem Handel. Sojaschrot muss ebenfalls Verluste hinnehmen, während das Sojaöl neutral schließt.
 
Raps schließt mit einem kleinen Plus
Der Raps entzog sich gestern den negativen Vorgaben vom Sojakomplex und hielt sich an dem wieder deutlich fester handelnden Palmöl. Der Novemberraps an der Matif konnte gestern 1,25 Euro oder 0,3 % auf 368,75 Euro / t zulegen. Canola in Kanada litt unter besser als erwarteten Erträgen der laufenden inländischen Ernte und schloss sich dem Sojakomplex im Nachbarstaat. Der Kurs für den Novemberkontrakt gab 1 % auf 470,90 Ca $ / t nach.
 
Dieter Jendrziak
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