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Börsentelegramm

Terminmarkt: Weizen wieder schwächer

von , am
25.09.2015

Der gestrige Handelstag verlief für die meisten Agrarrohstoffe negativ

© Mühlhausen/landpixel
 
Der gestrige Handelstag verlief für die meisten Agrarrohstoffe negativ. Der Weizen gibt nach der erneuten Anhebung der globalen Weizenernte durch den Internationalen Getreiderat ( IGC ) den größten Teil seiner Vortagesgewinne wieder ab. Auf beiden Seiten des Atlantik´s fehlt die Unterstützung durch den Export. In Chicago kann lediglich die Sojabohne leicht zulegen. Heute Morgen signalisiert die Nachtbörse in Chicago weitere Unterstützung für die Bohne, und einen positiven Start für den Mais.
 
Gewinnmitnahmen belasten den Weizen
Der IGC veröffentlichte gestern eine neue Prognose zur globalen Weizenversorgung. Die Experten sehen die Erntemenge nach ihrer Vormonatsschätzung von 720 Mio. t jetzt bei 727 Mio. t . Den Verbrauch erhöhten die Statistiker um 3 Mio. t auf 719 Mio. t. Demnach ergibt sich eine nochmalige Erhöhung der Endbestände von 206 Mio. t auf 211 Mio. t. Das wirkte gemeinsam mit den weiter nicht zufrieden stellenden Exportleistung der westlichen Nationen bärisch und sorgte für Gewinnmitnahmen. Die EU meldete für die vergangene Woche Exportlizenzen von 502.000 t, was zwar im Rahmen der Erwartungen lag, aber den Abstand zum Vorjahr, der bei ca. 1,1 Mio. liegt nicht verringerte.
 
Leicht bärisch wirkte auch ein neuer Wetterberichte aus Russland, der für die Trockengebiete Regen in Aussicht stellte. An der Matif verliert der Dezemberweizen 2 Euro oder 1,1 % auf 172,75 Euro / t. Der folgende Märzkontrakt gibt 2 Euro nach, notiert aber mit 181 Euro weiter deutlich über dem Frontmonat. In Chicago kamen die Exportanmeldungen mit 283.000 t herein und enttäuschten die Börsianer erneut. Der kurze Ausflug über die 5 Dollarmarke am Vortag hatte somit keinen Bestand, und Gewinnmitnahmen schickten den Kurs gen Süden. Der Dezemberkontrakt gibt 10,25 US Cent oder 2 % ab und settelt bei 4,9725 US $ / bu.
 
Matif Mais kann sich behaupten
Der US Mais legte gestern ebenfalls den Rückwärtsgang ein. Die wöchentliche Exportanmeldung kamen mit 426.000 t herein, und auch die Gesamtbilanz enttäuschte. Sie liegt ca. 3,5 Mio. t hinter der des Vorjahres zurück. Die Händler kassierten somit ein Teil der Vortagesgewinne wieder ein. Der Dezemberkontrakt am CBoT verliert 1,75 Cent oder 0,4 % und settelt bei 3,8150 US $ / bu. In Paris zeigt sich der Mais uneinheitlich. Der fordere Novemberkontrakt kann sich um 75 Cent oder 0,15 % auf 163,25 Euro / t befestigen, während der folgende Januar leicht im Minus bei 171,50 Euro / t schließt.
 
Soja legt zu
Die Sojabohne konnte gestern weiter leicht zulegen. Unterstützung kam von von der chinesischen Delegation die sich derzeit in den USA aufhält. Es wurde Verträge über 13,8 Mio. t gemeldet. Das lag ebenso über den Erwartungen wie die wöchentlichen Exportanmeldungen in Höhe von 1,3 Mio. t und gab den Preisen somit Auftrieb.
 
Zusätzliche Unterstützung kam aus Brasilien. Der Kurs des Real war jüngst auf ein neues Allzeit gefallen und hatte dadurch den Südamerikanern einen nicht unerheblichen Exportvorteil verschafft. Durch die Intervention der brasilianischen Zentralbank stieg der Kurs des Real um 3 % und schwächte die südamerikanische Exportkonkurrenz wieder etwas. Die Novemberbohne legt 4,25 US Cent oder 0,5% auf 8,68 US $ / bu zu. Sojaschrot gibt leicht nach, während Sojaöl sich weiter befestigt.
 
Raps gibt nach
Der Raps kann nicht von den positiven Vorgaben aus Übersee profitieren. Der Novemberkurs gibt 75 Cent oder 0,2 % nach und settelt bei 364,25 Euro / t. Canola in Winnipeg kann hingegen weiter zulegen. Der Kurs des Novemberkontraktes steigt um 1,1 % auf 471,70 Ca $ / t.
 
Dieter Jendrziak
 
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