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Börsentelegramm

Trendwende bei den Preisen oder Strohfeuer?

von , am
15.09.2015

Ungeachtet der überwiegend bärischen Daten und Bilanzen aus dem neuen USD-Report umachten die Preise für Weizen, Soja, Canola und Mais am Terminmarkt in den USA einen kräftigen Sprun.

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© Torbz/fotolia.de
 
Ungeachtet der überwiegend bärischen Daten und Bilanzen aus dem neuen USD-Report und einer ausgesprochen komfortablen globalen Versorgung bei Weizen, Sojabohnen und Gerste machten die Preise für Weizen, Soja, Canola und Mais am Terminmarkt in den USA einen kräftigen Sprung nach oben. Diese Rallye zog auch die europäischen Getreide- und Rapspreise mit. Eine gute fundamentale Erklärung für den überaus kräftigen Preisanstieg haben die meiste Analysten derzeit nicht. Vielmehr gehen viele Beobachter vor allem von technischen Reaktionen eines deutlich überverkauften Marktes aus.
 
Technische Reaktionen
Gegen einen weiteren Preisanstieg spricht zudem, dass die großen institutionellen Anleger in den USA, ihre Long-Positionen am Terminmarkt, die auf steigende Preise setzen, bei Weizen, Mais und Soja, in der vorigen Woche drastisch reduziert haben und damit eigentlich ihre Erwartung an weiter fallende Kurse erkennen lassen. Eine gewisse Rolle beim jüngsten Preisanstieg könnte zudem das Auslaufen des preislich deutlich niedrigeren Septemberkontrakts und der Übergang auf die nachfolgenden höher bewerteten Termine gespielt haben.Vor diesem Hintergrund muss sich erst noch zeigen, ob die jüngste Preiserholung nur ein technisch getriebenes Strohfeuer ist oder ob die Märkte auch aus fundamentaler Sicht einen Boden gefunden haben.

Am europäischen Terminmarkt sind die Preise für Raps, Weizen und Mais am gestrigen Montag gestiegen. In den USA haben die Weizenpreise am Montag ebenfalls einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Für Sojabohnen, Sojaöl und Sojaschrot legten die Preise ebenso zu wie für Mais. Am heutigen Dienstag Vormittag (15.09) beginnt der Weizen in Chicago den Handel mit schwächeren Preisen und die Preise für Mais liegen leicht im Minus. Dagegen legen die Sojapreise zunächst weiter zu. Diese Vorgaben dürfte in Europa zum Handelsbeginn ebenfalls für etwas schwächere Weizenpreise und steigende Kurse bei Raps sorgen.

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Der Euro hat am Montag gegenüber den USD leicht um 0,2 % auf 1,1332 USD nachgegeben. Das Rohöl WTI wurde am Montag mit 44,00 USD je Barrel gehandelt und damit erneuet 1,4% niedriger als am Vortag.
 
EU: Weizen steigt wieder über 170 Euro
Der vordere Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Montag mit 170,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (167,75 Euro) haben die Dezemberpreise damit um 1,8 % bzw. 3,0 Euro zugelegt und sind zudem wieder über die Marke von 170 Euro gestiegen. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen wurde am Montag mit 177 Euro/t gehandelt. Im Vergleich zum Vortag (174 Euro) haben die Märzpreise damit ebenfalls um 130 Euro zugelegt. Das Preisniveau der Vorwoche (168,25 Euro) wurde vom Dezemberweizen um 2,50 Euro übertroffen. Das Kursniveau vom vorigen Jahr (166,75 Euro) übertreffen die Weizenpreise für den Dezembertermin am Freitag um 4,00 Euro bzw. 2,4 %.
 
EU: Maispreise erholen sich deutlich
Die Maispreise sind am Montag am europäischen Terminmarkt ebenfalls gestiegen. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 167,75 Euro/t und damit 2,75 Euro bzw1,7 % höher als am Vortag (165,0 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 172,25 Euro und damit 1,50 Euro höher als am Vortag (170,25 Euro). Das Preisniveau der Vorwoche (162,75 Euro) wurde vom November-Mais um 5,0 Euro übertroffen. Die Maispreise vom Vorjahr (150,25 Euro) wurden am europäischen Terminmarkt deutlich um 17,50 Euro bzw. 11,6 % übertroffen.
 
EU: Rapspreise steigen weiter
Die Rapspreise haben sich Montag am europäischen Terminmarkt erholt. Der Novemberkontrakt wurde mit 366,25 Euro gehandelt und damit zu 3,0 Euro höheren Preisen als am Vortag (363,25 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 365,25 Euro und damit 3,25 Euro höher als am Vortag (362,0). Das Preisniveau der Vorwoche (357,75 Euro) wurde vom November-Raps um 8,75 Euro übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr (322,75 Euro) sind die aktuellen Rapspreise (November) am europäischen Terminmarkt 43,50 Euro bzw. 13,5 % höher.
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USA: Weizenpreise machen Sprung nach oben
Am Montag (14.09) sind die Weizenpreise am US-Terminmarkt in Chicago sehr kräftig gestiegen. Der Dezember-Termin beendete den Handel 3,4 % höher bei 501,2 Cent je Buschel (162,6 Euro/t). Der März-Kontrakt für den Chicago-Weizen notierte ebenfalls 3,4 % höher bei 510 Cent je Buschel (165,6 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (475 Cent je Buschel) übertrifft der Dezember-Weizen um 5,5 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (531 Cent je Buschel) verfehlen die Weizenpreise (Dezember) in Chicago um etwa 5,7 %.
 
Am Dienstag Vormittag beginnen die Weizenpreise (Dezemberkontrakt) in Chicago den Handel 0,5 % im Minus bei 499 Cent je Buschel (162 Euro/t).
 
USA: Maispreise ziehen weiter nach oben
Am Montag (14.09) sind die Maispreise am Terminmarkt in Chicago weiter gestiegen. Die neue Ernte (Dezember) notierte 1,7 % höher bei 393,4 Cent je Buschel (136,7 Euro/t). Der nachfolgende März-Kontrakt beendete den Handel 1,6 % höher bei 404,6 Cent je Buschel (140,6 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (368,2 Cent je Buschel) übertrifft der Dezember-Mais am Montag um 6,8 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (337 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt vom aktuellen Dezemberkontrakt um 16,7 % übertroffen.
 
Am Dienstag Vormittag (MEZ) starten die Maispreise (Dezemberkontrakt) in Chicago 0,1 % schwächer bei 393 Cent je Buschel (136,6 Euro/t) in den Handel.
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USA: Sojabohnen steigen auch am Dienstag
Die Preise für Sojabohnen sind am Montag (14.09) am Terminmarkt in Chicago ebenfalls gestiegen. Die neue Ernte (Novemberkontrakt) notierte 1,1 % höher bei 884,2 Cent je Buschel (287 Euro/t). Der nachfolgende Januar-Kontrakt beendete den Handel ebenfalls 1,1 % höher bei 887,4 Cent je Buschel (288 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (879,2 Cent je Buschel) übertrifft der November-Soja um 0,6 %. Das Preisniveau vom vorigen Jahr (1078 Cent) wurde am US-Terminmarkt durch den Novemberkontrakt um 18,0 % verfehlt.
 
Am Dienstag Vormittag (MEZ liegen die vorderen Sojapreise (Novemberkontrakt) 0,5% im Plus bei 888,2 Cent je Buschel (288 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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