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Börsentelegramm

Überwiegend feste Agrarmärkte

von , am
20.06.2014

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Es ist nicht lange her, da sorgte die Aussicht auf Regen in den Plains der USA für fallende Kurse. Das hat sich mittlerweile komplett geändert, denn die Amerikaner machen sich ernsthafte Sorgen um die Qualität ihrer Winterweizenernte, sowie um die jungen Mais und Sojapflanzen. Der größte Teil des gestrigen Handelstages war von grünen Vorzeichen geprägt. Gegen Handelsende in Paris setzte in den USA eine Verkaufswelle ein, und drückte die europäischen Weizenkurse in den roten Bereich. Erst im weiteren Verlauf zogen die Notierungen an dem CBoT wieder an und beendeten den Tag dort mit ansehnlichen Gewinnen. Heute Morgen deuten sich in Chicago für Weizen und Soja Gewinnmitnahmen an.
 
Weizen auf Erholungskurs
Der Absturz der Weizenkurse in den USA ist vorerst beendet. Das erste Mal seit Anfang Mai stiegen die Notierungen an zwei aufeinander folgenden Tagen. Zwischenzeitlich hatten Wettermodelle ein einigermaßen trockenes Erntewochenende für den Winterweizen prophezeit, aber im weiteren Verlauf signalisierten dann die Berechnungen neue Regenfälle für den Wochenanfang, die die ohnehin langsam voran kommende Ernte wieder verzögern könnten. Das nährt die Qualitätssorgen der Amerikaner und sorgte am Ende für einen Anstieg des alterntigen Julitermins um 1,1 % auf 593 US ct/bu. Der neuertige Septemberkontrakt legte in ähnlicher Größenordnung zu und konnte den Tag mit 602,50 US ct/bu wieder über der 600 er Linie beenden. Die Exporte der USA lagen mit 372.600 t im Rahmen der Markterwartung. Zusätzliche Unterstützung bekamen die Bullen durch einen festeren Kassamarkt in den USA. In Paris handelte der Weizen den ganzen Tag über im positiven Bereich bis die zwischenzeitlich schwächelnde amerikanische Börse die Notierungen mit gen Süden nahm. Am Ende stand ein kleines Minus von 25 Cent auf 188,25 €/t an der Kurstafel. Belastend wirkt weiter die Aussicht auf eine große europäische Ernte, die gestern durch den MARS Bericht (siehe Marktkompass ) eine weitere Bestätigung fand.
 
Mais mit technischer Unterstützung
An der Matif war für den Mais nicht viel zu holen. Der Augustkontrakt gab 50 Cent auf 176 €/t ab, während der neuerntige November 75 Cent auf 176,25 €/t zulegen konnte. An dem CBoT kam im späteren Handel richtig Stimmung auf. Der Julitermin legte 2 % auf 450,50 US ct/bu zu, und der neuerntige Dezembermais schaffte immerhin noch 1,8 %. Händler begründeten den kräftigen Anstieg mit einer guten technischen Unterstützung, und Sorgen um die zunehmende Nässe in den Plains. Die wöchentlichen Exportdaten lagen mit 109.000 t deutlich unter den Vergleichswerten der Vorwoche und konnten daher nicht zur positiven Stimmung beitragen.
 
Soja legt zu
Auch die Bohne leidet zunehmend unter der Witterung in den USA, denn sie mag keine nassen Füße. Das könnte den Rekordernteerwartungen einen Strich durch die Rechnung machen, und so beginnen die Händler an dem CBoT mit dem Aufbau einer Risikoprämie. Die wöchentlichen Exporte waren mit 97.900 t eher klein, wirkten aber aufgrund der engen Sojabilanz trotzdem positiv, und die Gesamtexporte der USA in dieser Saison übersteigen die von dem USDA Büro prognostizierten Daten mit 45,16 Mio. t. bereits um 1,6 Mio.t, und dieses Wirtschaftsjahr läuft noch mehr als 2 Monate. Unterstützt wird der Sojakomplex auch durch den festen Sojaölmarkt, denn hier konnten die Kurse in den letzten 5 Handelstagen über 5 % zulegen. Der alterntige Julikontrakt stieg um 0,8 % auf 1420,75 US ct/bu, und die Novemberbohne legte 1,2 % zu und settelte bei 1227,25 US ct/bu.
 
Raps wieder über 350 €
Der Matifraps steigt zur Abwechslung mal wieder kräftig an. Er gewinnt 4 € auf 351,50 €/t hinzu, und hat damit die 350 er Marke wieder zurückerobert. Obwohl aus Teilen Kanada´s von ungünstigen Rapsaussaatbedingungen berichtet wird kann Canola in Winnipeg nicht von dem freundlichen Ölsaatenkomplex profitieren und verliert 0,4 % auf 476,80 CaD.
 
Dieter Jendrziak
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