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Börsentelegramm

Ukrainekrise treibt die Kurse

von , am
29.08.2014

Die weitere Eskalation in der Ukraine trieb gestern die Agrarrohstoffe gen Norden.

Nach dem USDA-Report starteten die euopäischen Weizenpreise mit 179 Euro je Tonne in die neue Woche. © Leonhardo Franko/fotolia
 
Die weitere Eskalation in der Ukraine trieb gestern die Agrarrohstoffe gen Norden. Alle wichtigen Commodities legten mehr oder weniger kräftig zu, wobei die Tageshöchstkurse durchweg aber nicht gehalten werden konnten. Mit dem angeblichen Einmarsch von 1000 russischen Soldaten mit hochmodernen Waffen in die Ukraine sollen die Kämpfe in der Nähe des wichtigen Exporthafens Mariupol angekommen sein und so steigt die Unsicherheit über die Exportfähigkeit des großen Weizenproduzenten erheblich an. Neben den Exporten aus der Region könnte auch die demnächst anstehende Herbstaussaat erheblich leiden. Heute Morgen signalisiert die elektronische Börsen für Weizen und Soja einen positiven Handelsstart.
 
Weizen zeigt den Stand der Krise
Insbesondere der Weizen hat sich mittlerweile zum Barometer für die Lage in der Krisenregion der Ukraine entwickelt. Die Nato sprach gestern von einer heftigen Eskalation und angebliche Beweise für den Einmarsch von russischen Truppen mit mindestens 1000 Soldaten sowie der Stationierung mindestens 20.000 weiterer an der Grenze. Mit dem Eintreffen der Meldungen stiegen die Weizennotierungen kräftig an. In Paris erreichte der Weizen kurzzeitig 177,25 €/ t fiel dann aber wieder zurück und beendete den Tag mit einem Plus von 1,50 € bei 175 € / t glatt. In Chicago hatte der Dezemberweizen zwischenzeitlich Gewinne von 3 % auf dem Konto. Aber auch die konnte er nicht halten und beendete den Tag mit einem Plus von 1,75 % auf 571,75 US ct/bu. Ein weiterer Grund für die positive Preisentwicklung war in der weiter schleppend vorankommenden und von Qualitätssorgen geplagten Sommerweizenernte in den USA zu finden. Die Regenfälle ließen auch die Kurse an der Sommerweizenbörse in Kansas um durchschnittlich 1 % anziehen. Dieser Regen fehlt aktuell in Australien. Aus dem Osten des Landes wird von einer sich anbahnenden deutlichen Ertragsminderung berichtet, und auch die Aussichten auf Niederschlag sind laut Wetterbericht für den Rest des Jahres nicht besonders gut. Allein für New South Wales werden aktuell 2,5 Mio. t mögliche Ertragsminderung genannt. Stabilisierend wirkten auch die doch etwas unerwartet gut laufenden Exporte der EU. Trotz der Qualitätsprobleme werden ähnlich gute Zahlen wie im letzten Jahr gemeldet ( siehe Marktkompass ). Die Exportanmeldungen der USA lagen in der letzten Woche mit 403.600 t im Rahmen der Erwartungen.
 
Mais profitiert vom Weizen
Der Mais profitiert in erster Linie von den stabilen Weizenkursen. Die gemeldeten Exportdaten der USA waren mit 696.000 t anständig und so konnte der Dezemberkontrakt des US Maises um 1,2 % auf 369,25 US ct/bu zulegen. Die hohen Ertragserwartungen wirken weiter bärisch. In Paris schließt sich der Mais dem allgemeinen Trend an und legt 75 Cent auf 152,25 € / t zu.
 
Soja schließt uneinheitlich Die kaum noch vorhandene und wenig gehandelte alte Ernte musste gestern wieder Verluste von 1,1 % auf 1073,75 US ct/bu hinnehmen. Die Novemberbohne konnte hingegen 0,5 % auf 1028,75 US ct/bu zulegen. Hauptgesprächsthema war das vermehrte Auftreten des „sudden deth Syndrom“. Eine Pilzinfektion die für ein vorzeitiges plötzliches Absterben der Pflanzen sorgt und daher die hohen Ertragserwartungen an die Bohne erheblich negativ beeinflussen könnte. Weiter bullisch wurde die mit 1,29 Mio. t weit über den Markterwartungen liegenden Exporte und dabei insbesondere die darin enthaltenen für China bestimmten Exporte von 655.000 t aufgenommen. Eher bärisch wirkten hingegen erste Ertragsmeldungen aus dem Süden. In Lousiana sollen die Erträge bei 50 bis 80 Bushel je acre liegen, was deutlich über den im letzten Jahr durchschnittlich geernteten 48 bu/acre liegt. Sojaschrot legt quer über die Laufzeiten zu. De Dezemberkonrakt steigt um 1,2 % auf 348,60 US $/t.
 
Raps legt zu
Auch der Raps schaffte gestern ein anständiges Plus. Vordere Ware ist nur knapp verfügbar und muss über entsprechende Aufgelder mobilisiert werden, da die Landwirte nicht bereit sind zu den derzeit gebotenen Kursen zu verkaufen. Der Novemberkontrakt steigt um 2,75 € auf 328,50 €/t. Canola in Winnipeg legt 0,78 % auf 425,20 CaD zu.
 
Dieter Jendrziak
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