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Börsentelegramm

Uneinheitliche Agrarmärkte

von , am
01.08.2014

Die Vermehrungsflächen beim Winterweizen ging 2015 um 8,2 Prozent auf 53.400 ha zurück. © Mühlhausen/landpixel
Der ohnehin schon mächtig unter die Räder gekommene Matifweizen erlebte gestern einen weiteren Absturz und markiert mit knapp über 170 Euro ein neues Tief. In Chicago kann der Weizen hingegen zulegen. Die Ölsaaten stabilisieren sich, und der Mais muss auf beiden Seiten des Atlantiks weitere Verluste hinnehmen.
 
Insgesamt ist die Entwicklung an den Märkten im Moment überaus unsicher. Die Staatspleite in Argentinien, der Ukraine Konflikt mit neuen Sanktionen, sowie schwache Unternehmenszahlen schickten auch die Finanzmärkte auf Talfahrt. DAX und Dow Jones büßen jeweils fast zwei Prozent ein, und auch Rohöl sowie der Euro melden weitere Verluste. Zu beachten war auch noch der neueste Bericht vom Internationalen Getreiderat
(ausführlich im Marktkompass). Heute Morgen deutet sich für Weizen und Mais ein positiver Handelsstart an.

Matifweizen stürzt ab

Am Ende des Tages standen nur noch 170,50 €/t für den Novemberkontrakt auf der Kurstafel. Ein Minus von 5 € oder 2,85 %. Für die Folgemonate fallen die Verluste leicht schwächer aus. Der Pariser Weizen hat damit innerhalb einer Woche über 10 € verloren und markiert ein neues Vier-Jahrestief. An den Vorgaben aus Übersee kann es diesmal nicht gelegen haben, denn hier kann der Dezemberweizen Dank guter Exportdaten, die mit 801.000 t deutlich über den Erwartungen lagen um 0,6 % auf 530,25 US ct/bu zulegen. Die späteren Termine neigen aber auch hier eher zur Schwäche.
 
Die Qualitätsprobleme in Teilen der EU stützen die Exporterwartungen der Amerikaner, und belasten gleichzeitig die der Europäer, was wohl der Hauptgrund für die schwache Preisentwicklung hier zu Lande sein dürfte. Zu erwähnen ist noch die Lage in Brasilien, wo Frost und große Regenmengen auf die Ernteerwartungen drücken. Die Brasilianer orderten 965.000 t US-Weizen der Sorte Hard Red Winter.

Mais gibt weiter nach

In Paris gibt der Mais 2,50 € auf 153 €/t ab und markiert damit ebenfalls ein neues 4 Jahrestief. Auch in Chicago muss der Mais weiter Federn lassen. Der für die neue Ernte maßgebliche Dezemberkontrakt verliert 1,3 % auf 367 US ct/bu. Die Witterung im Mittleren Westen der USA ist einfach zu gut. Die hohen Ertragserwartungen verfestigen sich zusehend, und da ist derzeit keine andere Preisentwicklung vorstellbar. Die Exporte laufen auch in diesem Bereich anständig, können aber keinen Bullen zur Aktivität animieren.

Soja stabilisiert sich

Die Novemberbohne kommt nach den kräftigen Ausschlägen der letzten Tage zur Ruhe und kann um 0,1 % auf 1082 US ct/bu zulegen. Die für die letzten Woche gemeldeten Exportdaten können sich mit kapp 200.000 t alte sowie 1,1 Mio. t neue Ernte sehen lassen, was ebenso zur leicht positiven Stimmung beitrug wie der neueste Wetterbericht der zuletzt erwartete Regenfälle wieder relativierte.
 
Die Bohne befindet sich aktuell in einer empfindlichen Wachstumsphase und reagiert sensibel auf zu wenig Feuchtigkeit. Genau beobachtet wird auch die Lage in Argentinien wo nach der Staatspleite die Exporte des südamerikanischen Landes leiden könnten.

Raps legt zu

Der auslaufende Augustkontrakt legt mit einem Plus von 7,75 € auf 325 €/t kräftig zu, was wohl hauptsächlich auf technische Gründe zurück zu führen ist. Der folgende Novemberkontrakt schafft aber immerhin auch noch einen Zuschlag von 1,75 € auf 332,50 €/t.
 
Der Raps hat sich damit deutlich von seinem Tiefststand am 21 Juli bei 309 €/t abgesetzt, was hauptsächlich aus der Erkenntnis einer wohl doch nicht so komfortablen Versorgung in der EU resultiert. Canola in Winnipeg gibt um 0,3% auf 441,30 CaD nac.


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