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Börsentelegramm

Uneinheitliche Agrarmärkte

von , am
15.08.2014

Der gestrige Handelstag in Paris war überwiegend rot gefärbt.

© Mühlhausen/landpixel
 
Der gestrige Handelstag in Paris war überwiegend rot gefärbt. Zum Handelsende erholten sich die Kurse leicht mit den freundlichen Vorgaben aus Chicago, und so konnte immerhin der Raps den Tag im grünen Bereich beenden. In Chicago sorgten anständige Exportdaten und die Qualitätsprobleme der Europäer für eine positive Grundstimmung. Heute Morgen deuten sich zunächst Gewinnmitnahmen an.
 
US -Weizen legt zu
Strategie Grains brachte gestern eine neue Ernteschätzung heraus ( Siehe auch Marktkompass ). Die Erhöhung der Gesamternte war allgemein erwartet worden und birgt kein Überraschungspotential mehr. Interessant war da schon eher die kräftige Reduktion des Qualitätsweizenanteils um 10 Mio. t., denn das sorgte insbesondere bei den Amerikanern für einen Stimmungsschub, da sie ihre Konkurrenzfähigkeit an den Exportmärkten deutlich gestärkt sahen. Die für die letzte Woche gemeldeten Exportdaten von 338.700 t wurden dann auch anständig registriert, und man entschloss sich den Bullen den Vortritt zu lassen. Der Septemberkontrakt legte 1,8 % auf 537,25 US ct/bu zu und der wesentlich umsatzstärkere Dezember verzeichnete ein Plus von 1,3 % auf 552,75 US ct/bu. An der Pariser Matif handelte man lustlos im leichten Minusbereich und beendete den Tag mit dem Verlust von 50 Cent auf 170,75 €/t
 
Soja im Aufwind
Am Sojamarkt standen die starke Nachfrage am Kassamarkt im Vordergrund. Offensichtlich haben die Händler Probleme ausreichend Ware den Verarbeitern zur Verfügung zu stellen, denn die wöchentlichen Verarbeitungszahlen sind genau aus den genannten Grund bereits rückläufig, und haben den niedrigsten Stand seit 2004 erreicht. Unterstützung kam auch hier von der Exportfront. 1,08 Mio. t neue Ernte waren es in der letzten Woche , und auch für die alte Ernte dessen Vermarktungssaison in 14 Tagen endet wurde eine positive Bilanz gemeldet. Zusätzlich erwarteten einige Analysten eine negative Korrektur im heute erscheinenden Anbaureport über die tatsächlich bestellte Sojafläche. Der Septemberkontrakt konnte 1,7 % zulegen und settelte bei 1098,25 US ct/bu, und die Novemberbohne schaffte ein Plus von 0,9 % auf 1056 US ct/bu. Sojaschrot steigt kräftig. Der Dezembertermin legt fast 3 % auf 351,10 US $/t zu.
 
US- Mais weiter positiv
Der Dezembermais konnte am CBoT den 4. Tag in Folge zulegen. Ein lange nicht gesehenes Szenario. Der Grund lag zum einen in den positiv wahrgenommenen Exportdaten die mit 787.000 t gemeldet wurden, sowie Meldungen über Ertragsminderungen im chinesischen Maisanbau. Hier sollen große Gebiete von erheblicher Trockenheit ( schlimmste Dürre seit 50 Jahren) geplagt sein was die Ernte drastisch reduzieren könnte und damit den Importbedarf erhöhen würde. Auch wenn die Chinesen dadurch nicht unbedingt in den USA einkaufen, sorgt es doch für Entlastung der als äußerst komfortabel erwarteten globalen Versorgung. Auch die Daten der Ethanolindustrie wurden positiv vom Markt aufgenommen. Der Dezembermais steigt um 1 % auf 373,50 US ct/bu. In Paris langt es nicht für den grünen Bereich. Der Novemberkontrakt verliert 50 Cent auf 153,50 €/t.
 
Raps leicht fester
Der Raps lässt sich von dem positiven Sojamarkt leicht beeinflussen und steigt um 75 Cent auf 322,50 €/t, während Canola in Winnipeg 0,7 % auf 432,40 CaD abgeben muss. Belastend wirken derzeit die sehr schwachen Pflanzenölmärkte.
 
Dieter Jendrziak
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