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Börsentelegramm

US Agrarmärkte sehr fest

von , am
17.10.2014

Der gestrige Handelstag begann uneinheitlich, aber überwiegend schwach.

© kk artworks/fotolia
 
Der gestrige Handelstag begann uneinheitlich, aber überwiegend schwach. Mit Eröffnung der Börse in Chicago, wo alle Kurse langsam aber stetig gen Norden marschierten konnte sich auch an unserer Börse in Paris zumindest der Weizen dazu entschließen seine Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Ein wichtiger Grund für diesen Trend dürfte auch in den schwachen Aktienmärkten zu finden sein. Das Risiko ist hier für die Börsianer ungleich höher, denn die Fallhöhe ist groß, und die Unsicherheit enorm. Da schichten die Händler ihr Geld lieber in den vermeintlich sichereren Agrarrohstoffe um, deren Preisniveau im Moment sehr niedrig ist. Die Commerzbank sieht in einer aktuellen Analyse alle Agrarrohstoffe in einer Seitwärtsbewegung, ohne großes Potential sich klar in eine Richtung zu bewegen. Heute Morgen signalisiert die Nachtbörse in den USA einen positiven Start für Weizen und Mais.
 
US Weizen legt kräftig zu
In Chicago ist der Weizen der Tagessieger. Am Ende des Tages steht der Kurs mit einem Plus von 11 US ct oder 2,2 % bei 5,17 US $/bu an der Anzeigetafel. Neben technischen Gründen ist es auch der etwas schwächere Dollar der den Kursen einige Unterstützung bietet. Die Exportfähigkeit der Amerikaner hatte in letzter Zeit unter dem starken Dollar gelitten, und nun sehen die Börsianer hier wieder eine verbesserte Konkurrenzfähigkeit. Der Matifweizen lässt sich von der Entwicklung am CBoT anstecken, und belohnt auch die weiter guten Exportdaten der EU, die mit 675.000 t für die letzte Woche bekanntgegeben wurden. Er legt 1,50 € oder 1 % auf 159,50 €/t zu.
 
US Mais stabilisiert sich
Der US Mais wird weiter durch den schleppenden Erntefortschritt gestützt. Die Riesenernte ist erst zu einem Viertel geerntet, und die Farmer halten sich mit ihren Verkäufen zurück. Allerdings soll sich das Wetter zumindest im Osten des Maisgürtels bessern, und so erwarten Händler in den Vereinigten Staaten auch wieder aufkommenden Erntedruck. Gestern konnte der Dezembermais 4,75 US ct oder 1,4 % auf 3,5225 US $ / bu zulegen, und gleicht damit die Hälfte seines Vortagesverlustes wieder aus. In Paris gibt der Dezemberkontrakt 25 Cent auf 143 € / t ab, während die Folgemonate leichte Gewinne verzeichnen.
 
Soja wieder im Aufwärtstrend
Auch die Sojakurse profitieren von dem schleppenden Erntefortschritt, und der zurückhaltenden Vermarktung der Farmer. Die geringen Verkäufe belasten mittlerweile sogar die Verarbeitung. Die bekanntgegebenen Zahlen weisen mit unter 100 Mio. bushel den geringsten Umfang seit 10 Jahren aus. In Brasilien behindert Trockenheit die zeitgerechte Aussaat bzw. die Entwicklung der jungen Pflanzen. Belastend wirken weiter die aufgrund des Rohölpreisverfalls schwachen Pflanzenölkurse. Die Novemberbohne steigt um 14 US ct oder 1,5 % auf 9,66 US $ / bu.
 
Raps ohne Impulse
Der Raps in Paris kann nicht von der Preisentwicklung der Bohne profitieren. Nachdem er sich den ganzen Tag im roten Bereich aufgehalten hat kann der vordere Novemberkontrakt sich noch zu einer Nullnummer bei 322,75 €/ t entschließen, während die Folgemonate leichte Verluste einstecken müssen. Strategie Grains hat die neue Rapsanbaufläche mit einem Minus von 3 % auf 6,5 Mio ha taxiert, was im Moment aber ohne Auswirkungen zur Kenntnis genommen wurde. Canola in Winnipeg stabilisiert sich wieder und legt 0,8 % auf 412,90 CaD zu.
 
Dieter Jendrziak
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