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Börsentelegramm

US-Agrarmärkte sehr schwach

von , am
04.09.2014

© tom - Fotolia.com
Weiter bärisch wirkten auch die hohen Ertragserwartungen an die Mais- und die Sojaernte, die auch von namhaften Analysten noch höher gesehen wird, und zunehmend durch die Ergebnisse aus dem Süden bestätigt wird. Für die Bullen blieb nur die Hoffnung auf einen frühen Frosteinbruch sowie der hohe Krankheitsdruck bei allen Kulturen. Allerdings sind sich die Wettredienste nicht einig. Teilweise wird um den 20. September ein Kälteeinbruch erwartet, der die Abreife und damit den Ertrag empfindlich stören könnte. Heute Morgen setzt sich die schwache Stimmung fort.

Weizen fällt kräftig

Die Ukrainekrise war in den vergangenen Wochen ein Barometer für den Weizenpreis. Jetzt mit der Hoffnung auf eine Lösung der Krise, und damit einer schwindenden Gefahr für die Exportfähigkeit des großen Weizenproduzenten brach die Unterstützung weg. Der US Dezemberweizen musste gestern 3,5 Prozent (%) auf 535,75 US Cent je Bushel (ct/bu) wegstecken. Neben den bereits genannten Gründen zog natürlich auch der weitere Verfall der Maisnotierung den Weizen mit nach unten.
 
In Paris hatte der Tag schon schwach begonnen, und im Laufe des Tages baute der Weizen seine Verluste aufgrund der negativen Vorgaben aus Übersee aus und beendete den Tag um 2,50 Euro oder 1,44 % niedriger bei 171 Euro je Tonne (t). Die Verluste der Folgemonate fielen etwas geringer aus. Der Matifweizen hatte sicherlich einige Unterstützung von der Meldung über einen Exportauftrag in der Größenordnung von 120.000 t nach Agypten. Hier soll neben Rumänien auch erstmals in dieser Saison Frankreich mit der Hälfte zum Zuge kommen. Weiter blieb den Bullen nur die Sommerweizenernte in den USA. Sie kommt nach neuen, teilweise kräftigen Regenfällen nur schleppend voran, und die Qualitätssorgen sind auch nicht kleiner geworden.

US-Mais auf Talfahrt

Der Septemberkontrakt des US Maises rauschte gestern um 4,1 % auf 341,25 US ct/bu in die Tiefe, ein Wert den er zuletzt im Juni 2010 gesehen hat. Auch der folgende Dezemberkontrakt musss 3,2 % auf 352 US ct/bu hinnehmen. Neue Zahlen vom USDA-Büro die dem Mais die höchste Erträge seit 20 Jahren zutrauen sowie fehlende technische Unterstützung und hohe Ertragsmeldungen aus dem Süden sorgten für den Preisverfall. Die Meldungen über zunehmende Krankheitsbefunde in den Maisbeständen der Hauptanbaugebiete sowie die Gefahr eines frühen Frosteinbruches wurden weitestgehend ausgeblendet, werden in der Zukunft aber vielleicht noch ein Thema werden. In Paris halten sich die Verluste für den Mais in Grenzen. Der Novemberkontrakt gibt um 1,25 € oder 0,83 % auf 150 €/t nach.

Schwacher Sojamarkt

Auch die Bohne litt unter den enormen Ertragserwartungen sowie die den guten Ertragsmeldungen aus dem Süden. Die Novemberbohne konnte sich allerdings wieder deutlich von ihrem Tagestiefstand bei 1012,50 US ct/bu erholen. Am Ende des Tages settelte sie mit einem Verlust von 1,2 % bei 1020 US ct /bu. Sojaschrot zur Lieferung im Dezember musste 2,6 % Verlust auf 350,40 US $ / t hinnehmen. Auch bei der Bohne wird von zunehmenden Krankheitsdruck berichtet, was aber derzeit keinen Bullen nachhaltig mobilisieren konnte.

Raps schließt sich an

Vom Rapsmarkt gab es nicht viel neues, aber er litt natürlich unter den schwachen Vorgaben des Sojamarktes. Der Novemberkontrakt verliert 3,5 € oder 1,07 % auf 323 €/t. Canola in Winnipeg macht es ähnlich. Hier liegen die Verluste bei 1,44 % auf 418,40 CaD.


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