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Börsentelegramm

US-Dollarindex bricht die 80-Punktemarke, Dax startet fest

von , am
29.04.2014

Der Euro hat sich wieder etwas stabilisiert und konnte sich bis auf ein Niveau von fast 1,10 Euro je Dollar aufschwingen. © Goos Lar/fotolia
Das russische Agrarministerium berichtete gestern, dass man dank der freundlich-trockenen Frühjahrsumstände bereits 5,3 mio Hektar oder 16,5% der Flächen mit Weizen bestellt hätte. Damit läge man im Vorjahresvergleich 1,2 mio Hektar in Front. Das Moskauer Forschungsinstitut für Agrarmarktkonjunktur (IKAR) ließ wissen, dass Russland in der alterntigen Kampagne bislang 16,5 mio to Weizen exportiert hat.
 
Der Zielwert für die laufende Kampagne beträgt 17,5 mio Tonnen. Der Internationale Getreiderat in London hat letzte Woche seine jüngste monatliche Prognose veröffentlicht. Man sah die neue globale Weizenernte 2014/15 bei 697 mio Tonnen, was um 3 mio to unter der Prognose des Vormonats lag. In der letzten Kampagne wurden weltweit 709 mio to Weizen produziert. Das französische Agrarministerium sah Ende letzter Woche die Weizenbestände des Landes zu 74% in exzellentem Zustand auf dem Acker stehen. Somit verschlechterte sich der Saatenstand unseres linksrheinischen Nachbarn in nicht nennenswertem Ausmaß von 1%.

Mais

Im internationalen Markt begaben sich die Israelis zu Wochenauftakt auf die Suche nach 108 tsd Tonnen Mais und 60 tsd Tonnen Futterweizen. Der Internationale Getreiderat bezifferte letzten Donnerstag in seiner jüngsten Prognose die weltweite Maisernte im laufenden Zyklus 2014/15 auf 950 mio to, was durchaus deutlich unterhalb der zuvor getätigten Einschätzung von 961 mio to lag. Im letzten Zyklus erntete man 965 mio to. Die Endbestände der neuen Kampagne reduzierte man von 171 auf 163 mio Tonnen.
 
Im Markt sind einige Beobachter der Meinung, dass die Zahlen des Getreiderates die Aussaatverzögerungen in den USA reflektieren würden und man deshalb damit rechnen müsse, dass mehr Fläche als ursprünglich gedacht zur Bohne „abwandern“ würde.

Kartoffel steckt im Abwärtstrend

Die Notierungen für Veredelungskartoffeln stecken nach wie vor in Ihrem Abwärtstrend fest. Zum Auftakt der neuen Handelswoche setzte die alterntige Junikartoffel ihren Abwärtstrend in beschleunigter Art und Weise fort und verlor bei einem Gesamtmarktumsatz von 195 Kontrakten weitere satte 0,50 €/dt. Der Schlusskurs lag mit 8,70 €/dt deutlich unterhalb der Marke von 9,0 €/dt. Dieses Marktverhalten dürfte den Bullenlangsam langsam aber sicher auch die letzten Hoffnungen auf einen versöhnlichen Kampagnenausklang genommen haben, zumal vom Kassamarkt ebenfalls nur Signale der preislichen Zurückhaltung kamen.
 
Im tierischen Segment gab es bzgl. der Schweine keinerlei Umsatz zu vermelden. Jedoch konnte man im weißen Sortiment einen Umsatz von 20 Kontrakten beim Magermilchpulver am Preis von 2915,- €/Tonne auf den Monat Mai 2014 verzeichnen. Molkepulver und Butter konnten sich leider nicht anschließen.

Zucker

Im internationalen Zuckermarkt ist die Preisbildung weiterhin von den, an dieser Stelle viele Male angesprochenen, Dingen beeinflusst. Die Preise schieben sich an ihren Börsenhandelsplätzen in New York und London entsprechend seitwärts, ohne dass es ihnen derzeit möglich wäre, die preislichen Seitwärtszonen zu verlassen. Die Thais, genauer gesagt die Thai Cane und Sugar Corp., kündigte für die kommende Woche an, einen Verkaufstender für 144 tsd Tonnen Rohzucker aus der neuen Ernte starten zu wollen. Man wird sehen, wie dieser preislich beboten wird, um einen Hinweis auf globale Kassamarktpreise in der kommenden Zuckerkampagne zu bekommen.

US-Dollarindex bricht die 80-Punktemarke

Der US-Dollarindex gibt die Wertentwicklung des us-amerikanischen Dollars gegenüber einem Korb von Währungen wieder, welcher anhand des Außenhandelsvolumens der USA mit den entsprechenden Ländern gebildet wird. Seit dem Börsencrash um die Jahrtausendwende, die seitens der FED mit exzessiver Geldexpansionspolitik bekämpft wurde steckt der Index in einem Abwärtstrend. Von 120 Punkten stürzte man auf unter 75 Punkte zu Beginn 2008 ab. Hiernach etablierte sich ein Seitwärtstrend, weil im Zuge der Finanzkrise sämtliche bedeutenden Notenbanken auf der Welt angefangen haben, die Notenpressen heißlaufen zu lassen. Mit anderen Worten, der immer größeren Menge von US-Dollars wurden immer größere Mengen anderer Währungen entgegengestellt. Bei oberflächlicher Betrachtung „stabilisierte“ das den äußeren Tauschwert des US$´s im Vergleich zu anderen Währungen. Freilich sank die Kaufkraft des US$´s gegen realwirtschaftliche Güter massiv ab.
 
Seit Beginn 2012 sitzt der Index praktisch auf der 80-Punktemarke fest. Er wird nach oben von der 85er-Marke begrenzt. Angesichts der unglaublichen Massen an Geld, die die FED nimmermüde ausspuckt, ist es zunehmend fraglich, ob das 80er-Level strukturell aufrecht zu halten sein wird. Seit Mitte 2013 ist es dem Index nicht mehr möglich gewesen, in der Seitwärtsrange ein neues Hoch zu markieren. Jedweder Ansatz einer „Stärke“ wurde sofort zunichte gemacht, sodass man nunmehr den Verdacht hegen muss, dass das 80er-Level strukturell unter Druck gerät und nicht nur kurzfristig auf Tagesbasis gebrochen wurde.
 
Am 8. April stürzte der Index ab und durchbrach die 80 Punktemarke. Seitdem hat er mehrfach versucht, das Level erfolglos zurückzuerobern. Vergeblich!

DAX startet fest

Der deutsche Aktienindex DAX startete freundlich in die neue Handelswoche. Nach einer sehr volatilen Vorhandelswoche, die hauptsächlich von der Politik um die Ukraine und den Übernahmephantasien in der Pharmabranche dominiert war, legte man gestern eine flotte Sohle aufs Frankfurter Parkett.




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