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Börsentelegramm

US-Kurse brechen ein

Börse
An den Börsen spricht man von einem Auftakt einer "Schuldenkrise USA". © fotolia
von , am
11.08.2017

Der USDA-Report war mit Spannung erwartet worden, aber der Inhalt entsprach keinesfalls den Erwartungen. Die Erträge sind nur geringfügig heruntergesetzt worden.

Aufgrund der Trockenheit in weiten Teilen der USA hatten die Analysten teilweise eine erhebliche Reduzierung der Ertragsschätzung erwartet, aber das USDA setzte die Erträge in seiner jüngsten Schätzung nur geringfügig herunter bzw. erhöhte die der Sojabohne sogar.
Das globale Angebot an landwirtschaftlichen Rohstoffen bleibt damit auf allen Gebieten extrem komfortabel und so scheint die vielfach erhoffte nachhaltige Erholung der Kurse zumindest vorerst in weite Ferne gerückt.
Heute Morgen deutet sich eine leichte Gegenreaktion im elektronischen Handel am CBoT an.

Matif Weizen schließt knapp behauptet

Bis zum erscheinen des USDA Reportes handelte der Matifweizen aufgrund der schwierigen Bedingungen in Mitteleuropa weiter im grünen Bereich. Gegen Abend drehte er mit den negativen Vorgaben aus Übersee aber in Richtung rot und am Ende des Tages stand für den Dezemberkontrakt ein kleines Minus von 0,3 % (50 Cent) auf 167,25 €/t an der Kurstafel. Der Septemberweizen settelte unverändert bei 161,50 €/t.
Die Exportdaten spielten gestern nur eine untergeordnete Rolle, aber die EU bleibt derzeit mit einer Gesamtleistung von 1, 25 Mio. t um 62 % hinter dem Vorjahreswert zurück.

In Chicago gab es nach der Veröffentlichung der neuen Zahlen keinen Halt. Die nur geringfügige Korrektur der Sommer- wie auch der Winterweizenernte in den USA sowie die sehr große Ernteschätzung für Russland, die im Gesamtergebnis die globalen Endbestände nochmals ansteigen lassen, ließen den Händlern an der Börse keine andere Chance. Der Septemberweizen fällt um 4,1 % auf 440,50 US $/bu. Der folgenden Dezemberkontrakt kommt mit einem Minus von 3,7 % nur geringfügig besser weg. Er hat damit den tiefsten Stand seit 2 Monaten erreicht.

US Mais fällt kräftig

Dem Mais ging es ähnlich wie dem Weizen. Nach anfänglich grünen Notierungen drehte der Matifmais gegen Abend in Minus. Der Novemberkontrakt settelte mit einem Verlust von 0,3 % (50 Cent) auf 165,50 €/t.

In Chicago hatten die Analysten im Vorfeld aufgrund der vielfach ungünstigen Witterung eine deutliche Korrektur der US Ernte erwartet (minus 10 Mio. t). Die Zahlen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums wiesen aber nur einen kleinen Rückgang um 2,5 Mio. t auf 385 Mio. t aus. Der Dezembermais am CBoT fällt um 3,9 % auf 371 US $/bu.

Soja gibt deutlich nach

Auch die Bohne musste kräftig Federn lassen. Nach vier positiven Tagen ging es gestern wieder kräftig abwärts. Die Beamten des USDA setzten den Sojaertrag durchschnittlich um 1,4 Bushel auf 49,4 bu/acres herauf. Analysten hatten im Vorfeld die teilweise ungünstige Witterung zum Anlass genommen und eine Rücknahme der Erträge auf 47,5 bu/acres geschätzt. Damit lagen sie komplett daneben.

Die Novemberbohne fällt um 3,4 % auf 940,25 US-$/bu.

Das Sojaschrot verliert mit 4 % noch etwas mehr. Das Sojaöl kommt mit Verlusten von rund 1 % deutlich besser weg.

Raps muss Gewinne abgeben

Der Raps leidet natürlich unter den negativen Vorgaben. Nachdem er sich in den letzten Tagen wieder tapfer nach oben gekämpft hatte, kam auch für ihn mit erscheinen des USDA Reports der Trendwechsel. Am Ende des Tages musste der Novemberkontrakt einen Verlust von 1,1 % (4 €) auf 368,50 €/t hinnehmen.

Canola in Winnipeg konnte sich ebenfalls nicht gegen die bärischen Zahlen wehren und beendete den Tag mit einem Verlust von 1 % auf 506,2 Ca $/t.

Palmöl in Malaysia trotzt dem Trend und stieg um bis zu 1,3 % weiter an.

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